Ölpest: “Top Kill” gescheitert – BP ratlos
Der Ölkonzern BP ist mit dem Versuch, die seit 20. April unkontrolliert sprudelnde Ölquelle im Golf von Mexiko zu verschließen, gescheitert.
Die «Top Kill» genannte Operation, habe den Austritt von Öl und Gas ins Meer nicht stoppen können, sagte BP-Manager Doug Suttles am Samstag.
BP will nun in den kommenden Tagen mit einer neuen Methode versuchen, das ausströmende Gas und Öl am Meeresgrund abzusaugen. Dabei soll das Steigrohr des lecken Bohrlochs abgesägt und eine Kuppel auf die Öffnung gestülpt werden. Die Kuppel soll das Öl und Gas auffangen und durch eine Leitung zu einem Schiff an der Meeresoberfläche leiten, heißt es.
Diese Methode klingt einfach und logisch. Experten sind jedoch skeptisch, ob diese Methode in einer Tiefe von 1500 Metern überhaupt gelingt. BP ist mit einem ähnlichen Versuch schon einmal gescheitert. Vor der Operation “Top Kill” hatte der Konzern noch vergeblich versucht, mit einem Tauchroboter das Ventil der Ölleitung zu schließen.
Sollte auch dieser Versuch scheitern, bleibt als einzige Alternative nur das Bohren von zwei Entlastungsöffnungen, um den Druck auf das lecke Bohrloch zu verringern. Mit der Fertigstellung dieser Arbeiten ist aber frühestens in zwei Monaten zu rechnen.
Seit dem Beginn der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko wurden über 270 Kilometer der Küste des US-Bundesstaates Louisiana verseucht. Laut neuesten Berechnungen der US-Expertenkommission sind bis zu 150 Millionen Liter Öl ins Meer geflossen – fast 4 Millionen Liter täglich. Damit kommt die Kommission auf fast fünf Mal so viel Öl wie von BP angegeben. Und das ist erst der Anfang. Denn Wissenschaftler haben riesige Ölschwaden unter der Meeresoberfläche entdeckt, die mit der Meeresströmung treiben und vor allem die empfindlichen Korallenriffe im Golf von Mexiko zerstören.
US-Präsident Barack Obama zeigt sich über das Scheitern der “Top Kill”-Methode enttäuscht. „Jeder Tag, an dem weiter Öl austrete, sei ein Angriff auf die Menschen der Golfküstenregion, ihre Existenz, und den natürlichen Reichtum, der uns allen gehört“, sagte er in Washington.
Die Ölkatastrophe im Golf von Mexiko ist nicht die einzige Umweltkatastrophe, die BP aufgrund von meist nicht eingehaltenen Sicherheitsauflagen zu verantworten hat. Wikipedia listet drei der schlimmsten Katastrophen, darunter auch die vom 20. April, auf.
Greenpeace zeigt im folgenden Video das Ausmaß der von BP verursachten Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko:
Schadenersatz auf 75 Millionen Dollar begrenzt
Die Kosten der aktuellen Ölpest gehen in die Milliarden. Man rechnet mit Milliarden-Schadensersatzforderungen von der Fischerei, Tourismus und von Privatleuten. Die derzeit gesetzliche Obergrenze für Schadenersatz liegt bei Ölfirmen bei Rund 75 Millionen Dollar. Barack Obama wollte deshalb per Gesetz die Ölindustrie für alle Schäden haftbar machen und die Obergrenze auf zehn Milliarden Dollar festlegen. Die republikanische Mehrheit im Kongress verhinderte dies jedoch. Damit ist klar, wer letztlich für die Schäden aufkommt muss.
Öl- und Gasplattformen in der Nordsee ebenfalls unfallgefährdet
Die Öl- und Gasplattformen in der Nordsee sind laut Greenpeace ebenfalls unfallgefährdet. Neue Luftaufnahmen von Greenpeace zeigen zudem das Ausmaß der schleichenden Verseuchung durch den täglichen Betrieb – ein Desaster, das von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen wird.
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» Von SaarBreaker (2012) am Sonntag, 30. Mai 2010, 14:00 Uhr
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» Kategorien: Umwelt, Wirtschaft
» Tags: BP-Konzern | Deepwater Horizon | Golf von Mexiko | Oelpest | Umweltkatastrophe | Umweltverschmutzung
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am Sonntag, 30. Mai 2010 23:46
[...] (via marioblogt / saarbreaker) Schlagwörter: Greenpeace, Nordsee, Öl, [...]
am Montag, 31. Mai 2010 02:01
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