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SaarBreaker - http://www.saarbreaker.com, 16.03.2010
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Die USA haben Afghanistan nichts Gutes gebracht

Von SaarBreaker am Samstag, 21. November 2009, 17:33 Uhr

Malalai Joya, die aus Afghanistan vertriebene Abgeordnete, wirft Obama vor, die Politik seines Vorgängers Bush fortzusetzen, und fordert ihn auf, die Besetzung Afghanistans sofort zu beenden.

Von Malalai Joya MercuryNews.com
Übersetzt von Wolfgang Jung

Als afghanische Frau, die ins Parlament gewählt wurde, bin ich in die Vereinigten Staaten gekommen, um den Präsidenten Barack Obama zu bitten, die Besetzung meines Landes sofort zu beenden.

Malalai Joya (Foto: Wikipedia) Vor acht Jahren waren die Frauenrechte eine der Ausreden, mit denen dieser Krieg begründet wurde. Die Frauen befinden aber bis heute in einer katastrophalen Situation. Die meisten afghanischen Frauen leben in einer Art Hölle, über die westliche Mainstream-Medien niemals berichten.

2001 haben die Vereinigten Staaten den übelsten Kriminellen und Frauenfeinden wieder zur Macht verholfen – auch den Warlords der Nordallianz und den Drogenbaronen. Diese Männer wirken wie Fotokopien der Taliban. Der einzige Unterschied besteht nur darin, dass die Warlords der Nordallianz Anzüge und Krawatten tragen und ihre (wahren) Gesichter hinter der Maske der Demokratie verstecken, wenn sie Regierungspositionen einnehmen. Sie sind hauptsächlich für das Desaster in Afghanistan verantwortlich, denn sie genießen die Unterstützung der Vereinigten Staaten.

Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten sind sogar bereit, die Macht auch wieder mit den mittelalterlichen Taliban zu teilen; sie haben die nur in ihrer Vorstellung existierende Kategorie der "gemäßigten Taliban" erfunden und sie eingeladen, sich an der Regierung zu beteiligen. Gulbuddin Hekmatyar, ein Mann, der vor acht Jahren ziemlich weit oben auf der Liste der gesuchten Terroristen stand, wurde gebeten, in die Regierung einzutreten.

Im Laufe der letzten acht Jahre haben die Vereinigten Staaten durch die Unterstützung der Drogenbarone mitgeholfen, mein Land zum größten Rauschgift-Lieferanten der Welt zu machen. Heute werden 93 Prozent des gesamten Opiums der Welt in Afghanistan produziert. Viele Parlamentsabgeordnete und hochrangige Offizielle ziehen ganz offen Nutzen aus dem Drogenhandel. Der eigene Bruder des Präsidenten Karzai ist ein weithin bekannter Drogenhändler.

Gleichzeitig lebt ein Großteil der afghanischen Bevölkerung in schlimmer Armut. Auf dem letzten Human Development Index (dem Index der Entwicklungsmöglichkeiten für Menschen) der Vereinten Nationen steht Afghanistan unter 182 Ländern an 181. Stelle. (Die Statistik ist aufzurufen unter http://hdr.undp.org/en/statistics/ . Die Bundesrepublik Deutschland steht hinter Großbritannien auf Platz 22.) Achtzehn Millionen Afghanen müssen von weniger als zwei Dollar pro Tag leben. In vielen Teilen Afghanistans sind Mütter bereit, ihre Kindern zu verkaufen, weil sie nicht genug Nahrung für sie haben.

Afghanistan hat in den letzten acht Jahren Hilfszahlungen in Höhe von 36 Milliarden Dollar erhalten, und die Vereinigten Staaten allein geben täglich 165 Millionen Dollar für ihren Krieg (in Afghanistan) aus. Und doch bleibt mein Land in den Händen von Terroristen und Verbrechern. Mein Volk hat kein Interesse am gegenwärtigen Schauspiel der Präsidentenwahl, weil es in Afghanistan nichts ändern wird. Sowohl Karzai als auch Dr. Abdullah werden von den Afghanen gehasst, weil beide US-Marionetten sind.

Die schlimmste Begleiterscheinung dieses Krieges ist die Unterdrückung der Wahrheit. Alle, die aufstehen und ihre Stimme gegen die Ungerechtigkeit, die Unsicherheit und die Besetzung erheben, setzen ihr Leben aufs Spiel und sind gezwungen, Afghanistan zu verlassen, um nicht getötet zu werden.

Wir sind eingepfercht zwischen drei mächtigen Feinden: zwischen den Besatzungsstreitkräften der USA und der NATO, den Taliban und der korrupten Regierung des Hamid Karzai.

Jetzt denkt Präsident Obama daran, noch mehr Truppen nach Afghanistan zu entsenden und die falsche Politik des vorherigen Präsidenten Bush einfach fortzusetzen. Tatsächlich haben die schlimmsten Massaker seit dem 11. 9. während der Amtszeit Obamas stattgefunden. Meine Heimatprovinz Farah wurde im Mai dieses Jahres von den US-Streitkräften bombardiert. Von den einhundertfünfzig getöteten Menschen waren die meisten Frauen und Kinder. Am 9. September starben bei einem US-Bombardement in der Provinz Kunduz 200 Menschen.

Mein Volk hat genug. Deshalb fordern wir ein sofortiges Ende der US-Besetzung.

MALALAI JOYA hat am Samstag in der State University in San José (Kalifornien) ihre neue politische Biografie "A Woman Among Warlords" (Eine Frau unter Warlords) vorgestellt und signiert, die sie zusammen mit Derrick O"Keefe verfasst hat. Sie wurde 2005 ins afghanische Parlament gewählt und 2007 von den Warlords aus Afghanistan vertrieben, wo sie vier Mordanschläge überlebt hat. Diesen Artikel hat sie für Mercury News geschrieben.


(Wir haben den Artikel, der für sich selbst spricht, komplett übersetzt und mit Anmerkungen in Klammern versehen.)


Quellennachweis: Luftpost, Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein. http://www.luftpost-kl.de. Kommentar in kursiv und Anmerkungen in klammern wurden vom Verfasser eingefügt.


Ramsteiner Appell: Angriffskriege sind verfassungswidrig – von deutschem Boden darf kein Krieg ausgehen!

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» Von SaarBreaker (1894) am Samstag, 21. November 2009, 17:33 Uhr
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» Kategorien: Politik, USA
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4 Kommentare zu “Die USA haben Afghanistan nichts Gutes gebracht”
  1. 1
    Gravatar von Stefan
    Kommentar von Stefan
    am Sonntag, 22. November 2009 11:23

    Ein Krieg hat bisher immer nur Leid und Zerstörung über die Bevölkerung gebracht, sie waren immer die Verlierer, große Gewinne gab es dagegen bei den Rüstungsindustrien und der Wirtschaft, die sich anschließend über die Rohstoffe des Besiegten hermachten. Ausbeutung und Armut kommt mit jeden Krieg und wird auch nach dem Krieg für Jahre andauern.

    Die meisten Kriege beruhen auf einer Lüge, so auch der Afghanistan-Krieg… Terrorismus legitimiert Massenmord. Wir sind ja alle in einem Rechtsstaat geboren, der souverän in anderen Ländern gegen Völker- und Menschenrechte verstößt. Was bedeuten da schon ein paar tote Bauern, die man kürzlich mit Bomben ermorden ließ, weil sie Sprit klauen wollten…

  2. 2
    Gravatar von bassdrum
    Kommentar von bassdrum
    am Sonntag, 22. November 2009 16:04

    Ich würde den Titel ändern in -> “Die USA bringen Niemandem etwas Gutes”

    aber ist nur meine meinung.

  3. 3 Trackback von Womblog [Worte oder mehr]
    am Montag, 23. November 2009 06:29

    Die USA haben Afghanistan nichts Gutes gebracht…

    Von Malalai Joya- MercuryNews.com | Übersetzt von Wolfgang Jung – Malalai Joya, die aus Afghanistan vertriebene Abgeordnete, wirft Obama vor, die Politik seines Vorgängers Bush fortzusetzen, und fordert ihn auf, die Besetzung Afghanist…

  4. 4
    Gravatar von antony
    Kommentar von antony
    am Montag, 23. November 2009 12:51

    Der Artikel hat mir sehr gut gefallen, beschreibt genau und objektiv die Tatsachen. Ich werde ihn unbedingt meinen Freunden empfehlen.

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