Sogar in der Rezession bauen die Vereinigten Staaten ihre Rolle als führender Waffenlieferant der Welt aus
Die USA bleiben trotz Wirtschaftskrise der größte Waffenhändler der Welt und liefern auch den Entwicklungsländern die meisten Waffen, berichtet die NEW YORK TIMES.
Von Thom Shanter – NEW YORK TIMES
Übersetzt von Wolfgang Jung
WASHINGTON – Obwohl der Konjunkturrückgang das globale Waffengeschäft im letzten Jahr schrumpfen ließ, haben die Vereinigten Staaten ihre Rolle als Hauptwaffenlieferant der Welt ausgebaut; nach einer neuen Studie des Kongresses haben sie ihren Gesamtanteil an allen Waffengeschäften mit dem Ausland auf zwei Drittel ausgeweitet. (Text des Reports s. http://www.scribd.com/doc/19593907/CRS-Conventional-Arms-Transfers-to-Developing-Nations-20012008 )
Die Vereinigten Staaten haben im Jahr 2008 Waffen-Lieferverträge für etwa 37,8 Milliarden Dollar mit anderen Ländern abgeschlossen; damit haben sie 68,4 Prozent des globalen Waffengeschäfts abgewickelt und die US-Waffenverkäufe, die 2007 etwa 25,4 Milliarden Dollar einbrachten, bedeutend gesteigert.
Italien lag 2008 mit Waffenverkäufen für 3,7 Milliarden Dollar weit abgeschlagen an zweiter Stelle; Russland nahm im letzten Jahr mit Waffenverkäufen für 3,5 Milliarden Dollar nur den dritten Platz ein und musste beträchtliche Einbußen hinnehmen, denn 2007 hatte es noch Waffen für 10,8 Milliarden Dollar verkauft.
Der Anstieg der US-Waffenverkäufe im letzten Jahr hob sich bemerkenswert deutlich vom globalen Trend ab. Der Gesamtwert aller Waffenverkäufe sank im Vergleich zum Jahr 2007 um 7,6 Prozent und betrug 2008 nur noch 55,2 Milliarden Dollar; er fiel damit auf den niedrigsten Stand seit 2005 zurück.
Die Zunahme der US-Waffenverkäufe auf der ganzen Welt "ist nicht nur Großaufträgen von Kunden im Nahen Osten und in Asien zu verdanken, sie kam auch durch weiterlaufende bedeutende Lieferverträge für militärische Ausrüstung und Ersatzteile mit vielen Kunden auf der ganzen Welt zustande," heißt es in der Studie, die den Titel "Lieferung konventioneller Waffen an Entwicklungsländer" trägt.
Der Jahresbericht wurde vom parteiunabhängigen Congressional Research Service (dem Wissenschaftlichen Dienst des Kongresses), einer Abteilung der Kongress-Bibliothek, erstellt. Er gilt als die ausführlichste Datensammlung über den weltweiten, nicht geheimen Waffenhandel, die für die breite Öffentlichkeit zugänglich ist, und wurde den Mitgliedern des Repräsentantenhauses und des Senats vorgelegt, als sie nach dem Labor Day (dem Tag der Arbeit) am Freitag wieder zurückkehrten.
Der weltweite Rückgang der Waffenverkäufe im Jahr 2008 erkläre sich aus der Zurückhaltung vieler Nationen, "angesichts der schweren internationalen Rezession" neue Waffenkäufe zu vereinbaren, schrieb Richard F. Grimmett, ein Spezialist für Fragen der internationalen Sicherheit beim Congressional Research Service, der die Studie verfasst hat.
Grimmett stellt in seinem Bericht fest, das Anwachsen der US-Waffenverkäufe in Zeiten einer globalen Rezession sei "außergewöhnlich" und erkläre sich sowohl aus dem Verkauf neuer Waffen, als auch aus den steigenden Wartungskosten und der Lieferung von Munition und Ersatzteilen an Länder, die bereits in der Vergangenheit Waffen von den Vereinigten Staaten gekauft hätten.
Auf dem unter hohem Wettbewerbsdruck stehenden globalen Waffenmarkt kämpfen Nationen mit ihren Waffenverkäufen nicht nur um Profit, sondern vor allem um politischen Einfluss auf die Entwicklungsländer, auf die ausländische Waffenverkäufer nach Aussagen der Studie "immer noch ihr Hauptaugenmerk" richten.
Im Jahr 2008 wurden für 42,2 Milliarden Dollar Waffen an Entwicklungsländer verkauft, auch 2007 haben sie schon 42,1 Milliarden Dollar für Waffen ausgegeben.
Die Vereinigten Staaten sind nicht nur führend im globalen Waffenhandel, sie haben auch den Entwicklungsländern für insgesamt 29,6 Milliarden Dollar die meisten Waffen verkauft und sich damit 70,1 Prozent des Waffengeschäfts mit Entwicklungsländern gesichert.
Zu den größeren Waffengeschäften der Vereinigten Staaten mit den Entwicklungsländern im Jahr 2008 gehören nach der Studie der Verkauf eines Luftverteidigungssystems für 6,5 Milliarden Dollar an die Vereinigten Arabischen Emirate, die Lieferung von Kampfjets für 2,1 Milliarden Dollar an Marokko und ein Liefervertrag für Kampfhubschrauber im Wert von 2 Milliarden Dollar, der mit Taiwan abgeschlossen wurde. Weitere große Waffenlieferungen haben die Vereinigten Staaten mit Indien, dem Irak, Saudi-Arabien, Ägypten, Südkorea und Brasilien vereinbart.
Russland hat 2008 nur für 3,3 Milliarden Dollar Waffen an Entwicklungsländer verkauft; es blieb mit einem Anteil von etwa 7,8 Prozent an diesem Waffengeschäft weit (hinter den USA) zurück. Nach dem Bericht bleiben Indien und China die wichtigsten Waffenkunden Russlands, das neuerdings aber auch Waffen nach Südamerika, insbesondere nach Venezuela liefere.
Frankreich nahm mit 2,5 Milliarden Dollar den dritten Platz bei den Waffenverkäufen an Entwicklungsländer ein; das ist ein Anteil von etwa 5,9 Prozent am Waffengeschäft mit diesen Staaten.
Die besten Kunden unter den Entwicklungsländern waren 2008 die Vereinigten Arabischen Emirate, die Waffengeschäfte für 9,7 Milliarden Dollar abgeschlossen haben, Saudi-Arabien, das für 8,7 Milliarden Waffen kaufen will, und Marokko, das 5,4 Milliarden Dollar in Waffenkäufe investiert.
Die Studie basiert auf dem Wert des Dollars im Jahr 2008; bei den Zahlenangaben aus früheren Jahren wurde die Inflationsrate berücksichtigt, um einen echten Vergleich zu ermöglichen.
(Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Anmerkungen in Klammern versehen. Die US-Rüstungsindustrie profitiert nicht nur von den laufenden völkerrechtswidrigen US-Angriffskriegen, sie bereitet mit Waffenlieferungen in Krisenregionen auch neue zukünftige Kriege vor. Dass die Rüstungsfirmen ihre Mordwerkzeuge mit Hilfe der US-Regierung auch an Entwicklungsländer verkaufen, die ihr Geld dringend zum Überleben bräuchten, zeugt von besonderer Skrupellosigkeit. Obama und seine Hintermänner lässt es völlig kalt, wenn auch immer mehr US-Bürger obdachlos werden und Hunger leiden. Er sorgt vor allem dafür, dass die US-Waffenindustrie, die seinen Wahlkampf mit hohen Spenden mitfinanziert hat, beste Geschäfte macht und ihren Aktionären satte Profite verschafft.)
Quellennachweis: Luftpost, Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein. http://www.luftpost-kl.de. Kommentar in kursiv und Anmerkungen in klammern wurden vom Verfasser eingefügt.
Ramsteiner Appell: Angriffskriege sind verfassungswidrig – von deutschem Boden darf kein Krieg ausgehen!
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» Von SaarBreaker (1894) am Donnerstag, 17. September 2009, 21:39 Uhr
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» Kategorien: Politik, USA
» Tags: Angriffskrieg, Bomben auf Zivilisten, Krieg und Frieden, Kriegsvorbereitung, Luftpost, Menschenrechte, Politik, Rüstungsindustrie, USA, Völkerrecht, Waffenlieferung
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am Freitag, 18. September 2009 16:52
Kongo
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