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SaarBreaker - http://www.saarbreaker.com, 18.03.2010
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Militärübung startet trotz regionaler Spannungen zwischen Israel und Iran

Von SaarBreaker am Montag, 21. September 2009, 22:37 Uhr

Einheiten der Streitkräfte der USA und Israels testen Raketenabwehr, während der Konflikt mit dem Iran hochkocht.

Von John VandiverSTARS AND STRIPES
Übersetzt von Wolfgang Jung

STUTTGART, Deutschland – Etwa 1.000 dem U.S. European Command / EUCOM (in Stuttgart) unterstehende US-Soldaten werden bald zu einer groß angelegten Übung zur Raketenabwehr nach Israel verlegt, um dort gemeinsam mit den israelischen Streitkräften zu trainieren.

Das diesjährige Manöver Juniper-Cobra (Wacholder-Kobra) findet in einer Zeit andauernder Beunruhigung über das Atomprogramm des Irans statt, über das im Oktober Gespräche geführt werden sollen. Iranische Offizielle werden sich mit Vertretern verschiedener Nationen einschließlich der Vereinigten Staaten treffen, um über das Programm zu verhandeln, das bei vielen Staaten der internationalen Gemeinschaft im Verdacht steht, zur Entwicklung von (Atom-)Waffen betrieben zu werden.


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Ein Soldat der Alpha Battery des 5th Battalion der 7th Air Defense Artillery des V Corps tarnt während eines Trainigseinsatzes im Rahmen des Manövers Juniper-Copra 05 bei Tel Yona in Israel einen Patriot-Raketenwerfer. Die alle zwei Jahre abgehaltene Übung findet in einer Zeit wachsender Spannungen zwischen Israel und dem Iran wieder im Oktober dieses Jahres statt. (Foto: Elizabeth Hibner, US-Army)

EUCOM bestritt, dass die Trainingsmission in direkter Verbindung mit regionalen Bedrohungen stehe.

"Das ist keine Antwort auf die iranische Bedrohung," sagte Lt. Cmdr. (Oberleutnant zur See) Taylor Clark, der EUCOM-Sprecher.

Die US-Soldaten aus allen vier Teilstreitkräften (Air Force, Army, Navy und Marine Corps) werden mit einer gleichen Anzahl Soldaten der Israel Defense Force (der Verteidigungsstreitkräfte Israels) an mit Computern simulierten Kriegsspielen teilnehmen, die sicherstellen sollen, dass die beiden Staaten in einer Krise gemeinsam antworten können.

Die Übung, die für Mitte Oktober geplant ist, findet in einer Zeit statt, in der viel über US-Pläne für ein umstrittenes Raketenabwehr-Programm spekuliert wird, in das auch Europa durch die Stationierung von Abwehrraketen in Polen und den Bau einer Radarstation in der Tschechischen Republik einbezogen werden sollte.

Dieser Vorschlag hat von Anfang an Russland verärgert, das sich durch dieses Programm bedroht fühlt. In kürzlich von der polnischen Presse veröffentlichten Berichten wurde behauptet, die Vereinigten Staaten hätten ihre Pläne für eine Raketenstation in Polen aufgegeben und suchten nach Alternativen.

Letzte Woche berichtete die Jerusalem Post, Vertreter der Vereinigten Staaten und Israels hätten sich zu informellen Gesprächen getroffen, bei denen es um die Stationierung von Elementen des Systems in dem jüdischen Staat ging.

Die israelische Armee hat auf eine Anfrage zu einer mögliche Stationierung von Teilen des US-Raketenabwehrschildes in Israel nicht geantwortet.

James Jones, der pensionierte US-General (und frühere Oberkommandierende des EUCOM und der NATO), der jetzt als US-Sicherheitsberater tätig ist, hat Anfang dieses Monats geäußert, die Obama-Regierung sei gerade dabei, das Raketenabwehr-Programm im Hinblick auf technische Probleme und die Kostenentwicklung zu überprüfen. Als er am 1. September Gdansk (Danzig) in Polen besuchte, sagte Jones, es sei noch keine Entscheidung über das Schicksal des Programms gefallen, die Vereinigten Staaten fühlten sich aber weiterhin verpflichtet, für die Sicherheit Polens zu sorgen.

"General Jones betonte, die Überprüfung ziele darauf, die Verteidigung Europas und der USA angesichts der wachsenden Bedrohung durch den Iran zu verbessern," hieß es in einer Pressemitteilung des Weißen Hauses.

In diesem Jahr waren US-Soldaten in Israel schon sehr beschäftigt.

Im April haben etwa 100 in Europa stationierte US-Militärpersonen an einer Raketenabwehr-Übung teilgenommen, in die zum ersten Mal ein im Besitz der Vereinigten Staaten befindliches Radarsystem einbezogen war, das im Oktober 2008 in Israel installiert wurde. Bei Raketenstarts im Iran soll das X-Band-Radar Israel rechtzeitig warnen. (s. http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_08/LP18508_031008.pdf )

Seit fast einem Jahr hält eine Gruppe aus US-Soldaten und Fachleuten von US-Rüstungsfirmen den täglichen Betrieb des X-Band-Radars aufrecht, das auf der Nevatim Air Base in der Negev-Wüste aufgebaut wurde.

Bei der Übung Juniper-Cobra im kommenden Monat wird neben anderer Raketenabwehr-Technologie auch das US-eigene X-Band-Radar getestet.


(Wir haben den Artikel komplett übersetzt und mit Anmerkungen in Klammern und Hervorhebungen versehen.)


Kommentar von Wolfgang Jung

Die Patriot-Einheit, die im Jahr 2005 mit ihren mobilen Raketenwerfern an der Übung in Israel teilgenommen hat, ist jetzt in Kaiserslautern stationiert. Das war einer USAREUR-Pressemitteilung vom 20.04.07 zu entnehmen (Informationen dazu s. http://www.luftpostkl.de/luftpost-archiv/LP_07/LP09507_280407.pdf ).

Damals wurde die Verlegung der in Hanau stationierten A-, B-und C-Batterie und der in Ansbach angesiedelten D-Batterie des 5th Battalion des 7th Air Defense Artillery Regiment (des 5. Bataillons des 7. Flugabwehr-Regiments) nach Kaiserslautern angekündigt. Die verbesserten Patriot-Raketen vom Typ PAC-3 können nicht nur Kampfjets abschießen, sondern auch anfliegende Raketen abfangen (s. http://www.luftpost-kl.de/luftpostarchiv/LP_07/LP09907_040507.pdf ).

Wir gehen davon aus, dass auch im kommenden Oktober wieder Soldaten der in dem Text zum Bild genannten Einheit nach Israel geschickt werden, weil sie die dortigen Gegebenheiten schon kennen. Die als "Übung" getarnte Verstärkung der Raketenabwehr Israels ist sehr wahrscheinlich eine vorbeugende Maßnahme für den Fall, dass der Iran auf den zu erwartenden israelischen Luftangriff auf seine Atomanlagen mit Raketen antwortet.

Wenn die in Israel "übenden" GIs zu Schaden kämen, könnten sich die USA sofort als ebenfalls angegriffen betrachten und zurückschlagen.

Obamas Ankündigung, keine stationären Anlagen des US-Raketenabwehrschildes in Polen und Tschechien zu errichten, soll wohl der vorläufigen Beruhigung Russlands dienen, damit es sich bei weiteren "Maßnahmen" gegen den Iran kooperativ zeigt oder wenigstens stillhält. Dass die als "Ersatz" geplanten mobilen US-Abwehrraketen auf Schiffen – die es schon gibt – und auf Fahrzeugen – die bereits im Modell existieren – viel gefährlicher als das gestoppte stationäre System sind, hat bereits der US-Journalist Rick Rozoff nachgewiesen (s. http://www.luftpost-kl.de/luftpost-archiv/LP_09/LP18609_310809.pdf ).

Wer immer noch glaubt, die Obama-Regierung werde einen israelischen Überfall auf den Iran verhindern, sollte angesichts dieser äußerst bedrohlichen Zuspitzung endlich aufhören, sich falsche Hoffnungen zu machen.


Quellennachweis: Luftpost, Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein. http://www.luftpost-kl.de. Kommentar in kursiv und Anmerkungen in klammern wurden vom Verfasser eingefügt.


Ramsteiner Appell: Angriffskriege sind verfassungswidrig – von deutschem Boden darf kein Krieg ausgehen!

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» Kategorien: Politik, USA
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2 Kommentare zu “Militärübung startet trotz regionaler Spannungen zwischen Israel und Iran”
  1. 1
    Gravatar von GuiltyOfSilence
    Kommentar von GuiltyOfSilence
    am Dienstag, 22. September 2009 13:36
  2. 2 Trackback von Womblog [Worte oder mehr]
    am Dienstag, 22. September 2009 13:50

    Militärübung startet trotz regionaler Spannungen zwischen Israel und Iran…

    Von John Vandiver | Stars and Stripes | Übersetzt von Wolfgang Jung – STUTTGART, Deutschland – Etwa 1.000 dem U.S. European Command / EUCOM (in Stuttgart) unterstehende US-Soldaten werden bald zu einer groß angelegten Übung zur Raketenabwehr nach…

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