Offener Brief an Herrn Mario Ohoven

Von Harald Weber | Lumperladen

Sehr geehrter Herr Ohoven, wir nehmen Sie beim Wort!

Ich nenne Ihnen (eine Anzahl*) Arbeitnehmer, die gern einen Urlaubstag opfern um den eigenen Arbeitsplatz zu sichern. (Ich selber kann nicht, bin Freiberufler und habe schon seit mehreren Jahren keinen Urlaub mehr gemacht).

Einen Verzicht auf einen Urlaubstag hat jetzt Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, von Arbeitnehmern gefordert. Im Gespräch mit der Bild-Zeitung, sagte Ohoven: «Wer einen Urlaubstag opfert, sichert seinen Arbeitsplatz. Und er hilft seinem Betrieb, die Krise besser zu überstehen.»

Quelle: Der Westen und der Artikel bei Bild.de

Und was opfern Sie, wenn diese, Ihre Aussage nicht stimmt. Wenn Arbeitnehmer trotzdem entlassen werden weil deren Arbeitgeber in Insolvenz geht, oder die Hausbank ihm die Kredite streicht, oder “Kunden” nicht mehr zahlen (können), oder…

Was bieten Sie als Wetteinsatz all denen, die Ihrem Vorschlag folgen?

Ich hätte da eine Idee:
Wenn sich Ihr Vorschlag in der Praxis als untauglich erweist, leben Sie einen Monat auf Basis von Hartz IV. Sie wechseln einfach mit einem Hartz-IV-Empfänger in Ihrer Nähe Wohnung Unterkunft und leben diesen einen Monat mit der Summe mit der dieser auskommen muss. Und diesem Hartz-VI-Empfänger spendieren Sie für diesen einen Monat einen Urlaub in einer Ferienwohnung oder Pension (mit Vollverpflegung) ganz in der Nähe. Und Sie lassen einen Fernsehsender und eine Tageszeitung Ihrer Wahl, Sie bei diesem “Rollentausch” begleiten.

Nun nehmen Sie die Wette an? Oder trauen Sie Ihrer eigenen Aussage doch nicht so recht.

Wenn Sie die Wette annehmen kann gern eine konkrete Wettvereinbarung geschlossen, notariell beglaubigt und selbstverständlich im Internet veröffentlicht werden. Nur damit alles mit rechten Dingen zugeht.

* Aufruf an alle Arbeitnehmer, die dieses lesen. Wer bereit ist sich an dieser Wette mit Herrn Ohoven zu beteiligen, sollte mir dieses per E-Mail (harald.weber [at] luperladen.de) mitteilen. Wenn Herr Ohoven diese Wette annimmt, verzichtet Ihr auf einen Urlaubstag und Euer Arbeitsplatz ist sicher. Sollten mehrere von Euch trotz dieses Opfers entlassen werden, löst Herr Ohoven die Wette ein und erlebt am eigenen Leibe was den Entlassenen in Zukunft bevorsteht.

Ist doch ein faires Angebot.

Hinweis zum Datenschutz: die genauen Angeben zu Name, Vorname und Arbeitsstelle der Teilnehmer werden nur bei Zustandekommen dieser Wette erhoben und nur den unmittelbar an der Wette Beteiligten (Herr Ohoven, Notar, meine Person, und nur mit Eurer Zustimmung auch an Presse und Fernsehen) bekannt und nicht an unbeteiligte Dritte weitergegeben. Bedenkt jedoch das wir gegebenenfalls teilnehmende Arbeitnehmer, die Ihren Arbeitsplatz verlieren der Presse, dem Fernsehen benennen müssen.
Nach Abschluss der Wette werden alle Daten gelöscht!

Auf die Idee mit dieser Wette hat mich dieser Artikel von Bernhard gebracht, denn ich bin es leid, ständig diese “Patentrezepte” zu hören, von Leuten die mit ihren Aussagen nichts, aber auch gar nichts riskieren, falls sich diese als Unhaltbar erweisen sollten.

Eigentlich wollte ich Sie Herr Ohoven auch auffordern gegebenfalls für die Lohnrückzahlung an den Insolvenzverwalter einzustehen, aber das scheint mir dann doch zu viel verlangt.

Mit freundlichen Grüßen und in Erwartung Ihrer Antwort
Harald Weber


Dieser offene Brief an den Präsidenten des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft (BVMW), Präsidenten der Europäischen Vereinigung Kleiner und Mittlerer Unternehmen und Vorsitzenden des Kuratoriums der Forschungsstelle mittelständische Wirtschaft der Uni Marburg, Herrn Mario Ohoven soll weitestgehende Verbreitung finden. Deshalb Bitte ich alle, auch die Medien, diesen Brief weiter zu verbreiten (auch Auszugsweise), zu Kopieren, zu Drucken, Artikel darüber zu Schreiben und zu Veröffentlichen, und und und.

Mein Ziel ist es Herrn Ohoven zur Annahme dieser Wette zu bewegen und viele Arbeitnehmer als Wett-Teilnehmer zu gewinnen denn, so Herr Ohoven gegenüber der Bild-Zeitung:

«Wer einen Urlaubstag opfert, sichert seinen Arbeitsplatz. Und er hilft seinem Betrieb, die Krise besser zu überstehen.»

Quellennachweis: Lumperladen

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Eine Antwort auf Offener Brief an Herrn Mario Ohoven

  1. Harald Weber sagt:

    Nette Idee, schaun wir mal, wie Herr Ohoven, der ja sonst bei jeder Gelegenheit vor der Kamera rumturn, darauf reagiert.

    Ein anderer Harald Weber – der aus Bad Nenndorf :-)

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