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Weltwirtschaftskrise – Des Wahnsinns fette Beute

Von Jochen Hoff am Freitag, 24. Juli 2009, 20:50 Uhr

Von Jochen Hoff | Duckhome | In den USA konnte man bisher Hypotheken in Höhe von 105 Prozent des Wertes einer Immobilie im Rahmen des Home Affordable Refinance Program (HARP) finanzieren. Dies sollte weitere Zwangsversteigerung durch Umschuldung verhindern. Leider waren 105 Prozent zu wenig, so dass jetzt auf 125 Prozent erhöht wird. Das wird auch nicht reichen. Aber spätestens bei 250 Prozent wird die Maßnahme greifen. Die Subprime Krise ist dann erfolgreich von hinten aufgerollt.

In Deutschland haben die Bankster eine neue Finanzierungsquelle für ihr Spiel im großen Casino gefunden. Sie wollen wie früher Schulden aller Art, vordergründig natürlich die aus dem Mittelstand, neu verbriefen und damit die nächste große Blase starten. Damit sie nach dem Platzen der Blase nicht erst einmal in die eigene Tasche fassen müssen, soll der Steuerzahler oder besser dessen Brieftasche gleich von Anfang mit dabei sein.

Christian Brand, Präsident des Bundesverbands Öffentlicher Banken Deutschlands (VÖB), will das der Bund und bestimmte Tranchen der Verbriefungen garantiert und damit der Steuerzahler immer dann bluten muss, wenn es den Banken gerade in den Kram passt. Natürlich gibt es auch sofort wieder Experten wie Dietmar Helms von der Kanzlei Baker & McKenzie, die uns treudoof versichern, dass es gar keine Risiken gäbe.

Natürlich gibt es diese Risiken und sie sind riesengroß, da die Lage des Mittelstandes sich drastisch verschlechtert, wenn nach der Bundestagswahl die Massenentlassungen kommen und die Banken aufgrund der dauerhaft gesunkenen Produktionszahlen und der damit geschrumpften Gewinnerwartungen eine Neubewertung der Kredite durchführen müssen.

Da helfen auch im Mittelstand nur schnelle Entlassungen. Massenentlassungen führen aber zu weiter sinkender Kaufkraft und steigenden Sozialkosten, was weitere Entlassungen und Pleitewellen produziert. Selbst wenn alles gut läuft, werden mindestens drei solcher Wellen erwartet, die wenn sie schnell ablaufen jeweils ein halbes Jahr dauern.

In dieser Situation ist es Wahnsinn neue Kredite in intransparente Produkte zu verpacken und dafür den Steuerzahl in Haftung zu nehmen. Die Banken müssten nur die Möglichkeiten der Bad Banks nutzen und sich so Freiheit für eine kluge und verantwortungsvolle Kreditvergabe verschaffen. Aber Bankster wollen Gewinne und keine Verantwortung.

Die Politik die heute noch vehement eine solche Subvention von Verbriefungen ablehnt, wird sich nach der Wahl fügen. Es gibt genügend neoliberale Strippenzieher, die den Krieg gegen die Bürger noch ein wenig verlängern wollen, weil sie wissen, dass der Frieden für sie schrecklich sein würde.

Lustig ist auch das Mitglied des Leitungsausschusses der Finanzmarkt-stabilisierungsanstalt, der frühere baden-württembergische Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU), nach dem Anlaufen der Bad Banks einfach hofft, dass die Banken, von den 400 Milliarden die sie dafür bekommen, wenigstens etwas Geld an die kleinen und mittelständischen Firmen verleihen.

Aber er schränkt gleich ein, dass SoFFin, natürlich den Kleinen keine Kredite gewähren könnte. Das müssten dann schon die Banken tun. Ja, der komische Finanzmarktstabilisierungsfond ist eben eine Einrichtung zur Subventionierung des Großkapitals. Wie es den Bürgern und Unternehmern dabei geht, ist Leuten wir Stratthaus völlig egal. Hauptsache die Großen bekommen immer mehr. Wären die 400 Milliarden nur auf die Bürger verteilt worden, gäbe es eine wilde Binnenkonjunktur. So geht das Geld ins Casino.

In Italien springt gerade mit der Risanamento Spa, eine der größten Immobiliengesellschaften über die Klinge. Auch wenn es noch Rettungsversuche gibt, ist das Ende absehbar. Es fehlen zwar nur drei Milliarden Euro, aber insgesamt wird davon ausgegangen, dass im Immobilienbereich in Italien noch 15 – 20 Milliarden nachkommen werden. Andere Unternehmen, auch in Deutschland werden unweigerlich folgen.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Endres der Hypo Real Estate, stellt übrigen auch wieder einmal fest, das die HRE weitere Mittel brauchen wird. Er hat ernsthafte Probleme mit dem Immobilienmarkt ausgemacht. Das ist schön, dass er das jetzt auch merkt. Auf Duckhome hätte er das schon im Frühjahr 2007 lesen können. Wann wird man endlich mit dem Blödsinn aufhören und die Bank schließen?

Auch die HSH Nordbank wird noch in diesem Jahr viel Geld brauchen. Deshalb braucht ja Peter Harry Carstensen auch möglichst frühe Neuwahlen, damit der Wähler nicht mitbekommt das Carstensen Schleswig-Holstein in den Ruin geführt hat. Er hätte eben doch bei Bauer sucht Frau anheuern sollen. Als Ministerpräsident ist er nur eine schlechte Kopie von Barschel. Wann wird er wohl eine Ehrenwortpressekonferenz geben, auf der der behauptet von nichts gewusst zu haben.

Wer übrigens wissen will, woran Deutschland wirklich krankt der möge sich folgende Grafik betrachten:

Einkommensverteilung in Deutschland

Die Ungleichheit der Einkommensverteilung ist nirgendwo in der Alt-EU in den letzten Jahren so stark gestiegen wie in Deutschland.

Den Armen nehmen um es den Reichen zu geben. Wer dieses Deutschland nicht mehr will, der wird sich erheben müssen. Zum einen um an der Wahlurne sein Kreuz gegen diese Politik zu machen, was zur Zeit nur mit der Linken wirklich geht, zum anderen um auf der Straße dieser Regierung sein Missfallen auszudrücken. Generalstreik flüstert es leise an den Ecken. Möge daraus ein Schrei werden.

Quelle: Netzwerkpartner Duckhome

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» Von (68) am Freitag, 24. Juli 2009, 20:50 Uhr
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1 Kommentar zu “Weltwirtschaftskrise – Des Wahnsinns fette Beute”
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    am Montag, 10. August 2009 13:27

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