Kriegsminister Jung und warum in Afghanistan kein Krieg ist
Von Jochen Hoff | Duckhome | Wenn die Nachrichtenagenturen von einer Großoffensive in Afghanistan sprechen an der 4.000 Marines beteiligt sind, barmt der deutsche Kriegsminister Jung und fordert ernsthaft, dass in Deutschland nicht von Krieg, sondern nur von einem Kampfeinsatz gegen die verbrecherischen Terroristen aus den Reihen der Taliban gesprochen wird.
Noch im Februar hatte sich Jung geweigert von einem Kampfeinsatz zu sprechen als der Einsatz der Bundeswehrtornados als reine Aufklärungsmaßnahme verkauft werden sollte. Jetzt ist klar, dass die Tornados zur Luftunterstützung deutscher Truppen eingesetzt werden sollen, die auch Angriffshandlungen vornehmen dürfen.
Unter zivilisierten Menschen nennt man das was in Afghanistan passiert Krieg. Wenn Leute wie der deutsche Kriegsminister Jung das leugnen, ist es an der Zeit ihn von einem Arzt untersuchen zu lassen. Menschen mit einer derartigen Wahrnehmungsstörung sind sicher nicht geeignet, ein Ministeramt zu besetzen und sollten auch nicht ohne Begleitung am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen dürfen.
In Afghanistan fallen deutsche Soldaten, die in einem Krieg gegen die dortige Zivilbevölkerung zwar sinnlos geopfert wurden, aber als deutsche Soldaten im Kriegseinsatz sterben müssen. Ihren Tod als besseren Polizeieinsatz zu werten, ist eine bodenlose Frechheit gegen die Toten und ihre Angehörigen. Wäre Jung kein Politiker, so könnte man ihn auffordern sich wenigstens zu schämen, aber er ist Politiker und gehört damit zu den Leuten, denen keine Scham, Ehrlichkeit oder Humanität zuzutrauen ist.
Klaus Stuttman hat Jungs Lüge in eine schöne Karrikatur gefasst. Viel schlimmer ist aber, dass die Versicherer Jungs Lügerei nicht mehr mitmachen und immer öfter den Versicherungsschutz aus Lebensversicherungen verweigern.
Für die Versicherer ist die offizielle Bezeichnung dagegen irrelevant. Sie machen die Entscheidung zur Auszahlung davon abhängig, ob der verstorbene Soldat einem aktiven oder passiven Kriegsrisiko ausgesetzt war. Ein passives Kriegsrisiko bezieht sich auf Kämpfe, in die Soldaten nur zufällig hineingeraten. Dann zahlen die meisten Versicherer. Kommt ein Soldat dagegen beim Angriff auf eine feindliche Stellung ums Leben, kann die Gesellschaft mit Verweis auf die aktive Beteiligung am Krieg Leistungen aus der Risikolebensversicherung verweigern. Handelt es sich um eine kapitalbildende Lebensversicherung, erhalten die Angehörigen nur die schon angesparte Summe, den sogenannten Rückkaufwert, nicht aber die Todesfallleistung.
Der Bundeswehrverband beklagt nun, dass manche Gesellschaften mittlerweile Afghanistan per se zur aktiven Risikozone erklären – auch wenn nicht alle deutschen Soldaten dort aktiv an Kämpfen beteiligt sind.
Da nützt es dann auch nichts, wenn die Bundesrepublik für den Ausfall der Versicherer einspringt. Um allen Beteiligten, vor allem aber auch der deutschen Öffentlichkeit gegenüber ehrlich zu sein, ist es an der Zeit, endlich die Wahrheit zu sagen. Deutschland ist in Afghanistan an einem Angriffskrieg zugunsten des US-Imperialismus beteiligt. Das ist nicht schön, aber die eigentliche Tatsache.
Das 69 Prozent der Deutschen gegen diesen Krieg sind, stört die deutsche Politik nur wenig. Steinmeier lehnt sogar eine Debatte über einen möglichen Abzug der Truppen ab. In der SPD scheint das Führerprinzip schon so fest verankert zu sein, dass neben der Parteileitung niemand mehr denken darf, während die Parteileitung das Denken längst eingestellt hat. Aber es wird wohl bei der Bundestagswahl noch über die 5 Prozent Hürde reichen.
Der längst abgehalfterte Menschenfeind Joschka Fischer will den Krieg, den er ja schließlich zusammen mit Struck und Schröder angezettelt hat, auch nicht beenden. Sonst würde ja deutlich, wie sehr er und die Grünen sich von der Friedensbewegung abgewandt haben. Zumindest wurde Joschka fürstlich in den USA entlohnt und ist jetzt so eine Art Lieblingshaustier der Neocons. So eine Lebensstellung gibt man nicht auf.
Der kriegerische Obama verlangt von Deutschland weitere 50 Milliarden Dollar für den Angriffskrieg in Afghanistan oder weitere 135.000 Soldaten. Das macht rund 37.000 Dollar pro Soldat. Natürlich sollte er gar nichts bekommen und Deutschland sofort aus Afghanistan abziehen, aber wenn dann sollten wir ihm lieber seine Dollar zurückgeben, die sind eh bald wertlos.
Das Merkel redet davon dass Deutschland diesen Krieg mit dem Einverständnis der afghanischen Regierung betreibe, vergisst aber zu sagen, dass der durch die USA eingesetzte Hamid Karsai ständig darum bettelt, dass weniger Zivilisten getötet werden und außerdem, dass er gar nicht die Macht hätte, die imperialen Truppen zu verjagen. Diese Macht haben nur die Widerstandskämpfer, die längst nicht alle den Taliban zuzurechnen sind, sondern stammen mittlerweile zumeist aus den Familien der Zivilopfer.
Wenn der CSU-Sicherheitsexperte Hans-Peter Uhl ein baldiges Ende des Bundeswehreinsatzes fordert, so ist das eine durchsichtige wahltaktische Maßnahme. Selbstverständlich haben er und seine CSU der Entsendungs von AWACS Maschinen und mindestens 300 Mann Personal nach Afghanistan mitbeschlossen. Die CSU möchte nur vor der Wahl auch noch daraufhinweisen, dass sie gegen den Krieg sei, um auch da keine Stimme zu verlieren. Nach der Wahl, wird der gleiche Uhl weitere Truppen und Hubschrauber mit einem lachenden Gesicht entsenden.
Die Deutschen die den Krieg in Afghanistan nicht wollen, dürfen weder CDU/CSU, FDP; Grüne oder SPD wählen. Diese Parteien sind Kriegstreiber. Diese Parteien sind nicht mehr wählbar.
Quelle: Netzwerkpartner Duckhome
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» Von Jochen Hoff (67) am Dienstag, 7. Juli 2009, 23:22 Uhr
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» Kategorien: Deutschland, Krieg und Frieden
» Tags: Afghanistan, Bomben auf Zivilisten, CDU, CSU, Gruene, Imperialismus, Krieg und Frieden, Menschenrechte, SPD, USA
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