Dutzende MRAPs auf dem Weg nach Deutschland, wo sie beim Training eingesetzt werden
Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein LP 157/09 vom 21.07.09, Luftpost
Auf den US-Truppenübungsplätzen in der Bundesrepublik Deutschland werden immer mehr US-Truppen an neuem Kriegsgerät ausgebildet und zum Einsatz in völkerrechtsund verfassungswidrigen Angriffskriegen fit gemacht.
Von Kevin Dougherty, STARS AND STRIPES, 12.07.09
Vierundvierzig Mine Resistant Ambush Protected vehicles / MRAPs (gegen Minen und Hinterhalte geschützte Fahrzeuge) sind auf dem Weg von Antwerpen in Belgien nach Hohenfels (in Bayern), damit Soldaten vor ihrem Fronteinsatz damit üben können.
|
| MRAP Foto entnommen aus: http://www.google.de/images |
Eine Transport-Einheit der Army hat am Samstag Nachmittag in einem Dock in Antwerpen mit dem Ausladen der ersten Schiffsladung MRAPs für Deutschland begonnen. Sie werden an das Joint Multinational Readiness Center / JMRC (das Gemeinsame multinationale Bereitschaftszentrum) in Hohenfels, Deutschland, ausgeliefert.
"Es kommen noch eine Menge mehr herein," sagte Robert Leon, der zuständige Offizier des Zentrums. Er erklärte, die MRAPs würden nach Deutschland geliefert, damit sie in das dort stattfindende Training einbezogen werden können.
Das JMRC plant, koordiniert und führt Übungen durch, um Einheiten auf Kampfeinsätze speziell in einem irregulären Krieg ("irregular warfare" im Original) vorzubereiten. Einheiten, die nach Hohenfels entsandt werden, sind meist für Einsätze in Afghanistan oder im Irak vorgesehen. Das MRAP, das mehr Schutz als das High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle / HUMVEE (das äußerst bewegliche Mehrzweck-Radfahrzeug) bietet, wurde zum bevorzugten Fahrzeug für diese Truppen.
Die gepanzerten Fahrzeuge werden vom Hafen in Antwerpen auf LKWs über Land zu den Kiefernwäldern in Hohenfels transportiert, und Leon erwartet, dass der Transport übers Wochenende abgeschlossen werden kann.
Schon im vergangenen Jahr oder auch schon länger hat Verteidigungsminister Robert Gates darauf gedrängt, die MRAP-Produktion zu erhöhen. Im Irak und jetzt auch in Afghanistan sind Sprengfallen am Straßenrand die häufigste Ursache für Tod und Verwundungen. Gates hat wiederholt darauf hingewiesen, dass die Verlustrate für Soldaten in HUMVEEs dreimal höher ist, als für die in MRAPs.
Letzte Woche hat Admiral Mike Mullen, der Chef des US-Generalstabs, angekündigt, das Militär werde mehr MRAP-Fahrzeuge nach Afghanistan fliegen. Gegenwärtig gibt es 3.000 Stück davon in diesem Land. Die erste Welle einer leichteren und beweglicheren Version soll noch in diesem Jahr ausgeliefert werden, die restlichen im kommenden Frühjahr.
Die MRAP-Flotte aus dem Dock in Antwerpen wird ausgeladen und nach Hohenfels transportiert von der 598th Transportation Group (Transport-Gruppe), die ihr Hauptquartier in Rotterdam in den Niederlanden hat. Martin Wedeling, ein Sprecher dieser Einheit, sagte, es werde erwartet, dass der Entladevorgang vier bis sechs Stunden dauere.
"Das ist eine Standard-Operation für uns," fügte er hinzu.
Unser Kommentar
Die Bundesrepublik Deutschland wird zunehmend zum bevorzugten Ausbildungs- und Trainingsplatz für die US-Truppen, die in die völkerrechtswidrigen Angriffskriege im Irak und in Afghanistan geschickt werden. Was die US-Air Force mit ihren Kampfjets und Transportern unter großem Getöse über Rheinland-Pfalz und dem Saarland abwickelt, veranstaltet die US-Army mit ihren lauten Hubschraubern und gepanzerten Fahrzeugen vorwiegend in Bayern.
Dieses gesamte Training ist verfassungswidrig, weil auf dem Boden der Bundesrepublik nach Artikel 26 unseres Grundgesetzes keine Angriffskriege vorbereitet werden dürfen. Deshalb wird die Bezeichnung "irregular warfare" – also irreguläre oder besser illegale Kriegsführung – von unseren Militärs und Politikern auch hartnäckig als "asymmetrische Kriegsführung" bezeichnet, weil das unverdächtig klingt und Ausreden für ihre Untätigkeit und ihre verfassungswidrige Komplizenschaft erleichtert.
Ihr Damen und Herren in den Parlamenten, Regierungen und Behörden, warum wird "unseren amerikanischen Freunden" nicht einfach mitgeteilt, dass sie nach dem Stationierungsvertrag, dem NATO-Truppenstatut und dem Zusatzabkommen zum NATO-Truppenstatut bei uns nur die Verteidigung der Bundesrepublik üben dürfen. Ausbildung und Training für völkerrechtswidrige Überfälle sind ihnen in unserem Land sofort zu verbieten.
Die US-Militärs sollten ihre Kampfjets, ihre MRAPs und ihr ganzes sonstiges Kriegsgerät umgehend in die USA zurückschaffen und ihre GIs gleich mit. Die Bundesrepublik muss nicht mehr gegen die "kommunistische Gefahr aus dem Osten" verteidigt werden. Es sollte sich auch in Politikerkreisen langsam herumgesprochen haben, dass es den "Ostblock" nicht mehr gibt. Und die Partnertschaft mit Russland ist besonders zu pflegen, damit das russische Erdgas weiterfließt und wir im Winter nicht erfrieren.
Quelle: www.luftpost-kl.de
VISDP: Wolfgang Jung, Assenmacherstr. 28, 67659 Kaiserslautern
Ähnliche Beiträge
- NATO-Verbündete fordern den Abzug der US-Atomwaffen aus Europa
- Der Anti-Imperiums-Report vom 29. September 2009
- Afghanistan: Spitzenoffiziere erwägen die Notwendigkeit von Truppenverstärkungen
- Italien, Deutschland und Japan: Die ehemaligen Achsenmächte des Zweiten Weltkriegs bauen das Verbot von "Kriegsvorbereitungen" ab
- In Ramstein wird ein neues Air Force Geschwader für Luft-Boden Operationen aufgestellt
Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann sage es bitte weiter...
» Von SaarBreaker (1894) am Donnerstag, 23. Juli 2009, 22:41 Uhr
» read: 2867 · today: 6 · last: 17. März 2010
» Kategorien: Deutschland, Krieg und Frieden
» Tags: Demokratie, Deutschland, Grundgesetz, Jung, Krieg und Frieden, Kriegstraining, Luftpost, NATO, Politik
» Kommentare: 2 Kommentare | Kommentar schreiben | Top
» Trackback: Trackback-URL für diesen Beitrag
»
Kommentar-Feed abonnieren |
Beitrag drucken




















am Freitag, 24. Juli 2009 11:31
Dutzende MRAPs auf dem Weg nach Deutschland, wo sie beim Training eingesetzt werden…
Friedenspolitische Mitteilungen aus der US-Militärregion Kaiserslautern/Ramstein LP 157/09 vom 21.07.09, Luftpost | – Auf den US-Truppenübungsplätzen in der Bundesrepublik Deutschland werden immer mehr US-Truppen an neuem Kriegsgerät ausgebil…
am Freitag, 24. Juli 2009 20:21
[...] [Luftpost-KL] … Dutzende MRAPs auf dem Weg nach Deutschland, wo sie beim Training eingesetzt werden [...]