Afghanistan – Bundeswehr beteiligt sich an Säuberungsaktion
Von Jochen Hoff | Duckhome | Es ist wieder einmal so weit. Die Deutschen reinigen mal wieder. Diesmal führen sie ihre Säuberungsaktion in Afghanistan durch.
Kabul (dts) – Gemeinsam mit dem Militär Afghanistans hat die Bundeswehr eine großangelegte Offensive gegen die Taliban gestartet. Ziel sei es, Chareh Dareh, die Hochburg der Aufständischen, "vor der Wahl von Taliban zu reinigen". Dies teilte heute der Gouverneur von Kunduz, Mohammed Omar, mit. Darüber hinaus kündigte er an: "Die Operation wird noch mehrere Tage weitergehen." Die Offensive, die bereits seit gestern läuft, sei erst dann zu Ende, wenn "der Gegner das Gebiet verlässt", so ein afghanischer Militärsprecher.
Es sagt schon eine Menge über das afghanische Demokratieverständnis aus, wenn vor der Wahl mal eben ein Dorf von Aufständischen oder Andersdenkenden gereinigt wird. Leider sagt es auch sehr viel über das Demokratieverständnis der Bundeswehrführung aus, wenn sie sich an solchen Aktionen beteiligt. Nur mal so kurz als Erinnerung.
Vom 24. bis 27.05.1942 säuberte der Ritterkreuzträger Kurt Brennecke, General der Infanterie, den rückwärtigen Raum der 4. Armee vom sowjetischen Kavallerie-Korps Below und starken Partisanen-Verbänden. Von 1955 bis 1956 war er dann Mitglied des Personalgutachter-Ausschusses für die Streitkräfte der neuen Bundeswehr.
Generalfeldmarschall Maximilian Freiherr von Weichs führte nach Dünkirchen Säuberungsaufgaben bis zur französischen Kapitulation durch.
In den eroberten Gebieten war die Wehrmacht neben der SS damit beauftragt diese Gebiete von "Juden zu säubern.
Man könnte diese Liste endlos fortsetzen. Aber es ist einfach nur ekelhaft. Eine Armee, die säubert, hat auf jeden Fall mit ihrer eigenen Entmenschlichung begonnen. Da verwundert es dann auch nicht mehr, wenn der Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe (SPD) sich öffentlich darüber freut, dass so viele Ostdeutsche im Kampfeinsatz sind. Die Ostdeutschen stellen laut dem parlamentarischen Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Thomas Kossendey (CDU) 49,1 Prozent aller Soldaten bei Auslandseinsätzen und in den niederen Dienstgraden sogar 62,4 Prozent, während sie ansonsten nur 20 Prozent der Bevölkerung stellen.
Die Ostdeutschen sind laut Robbe »kein Kanonenfutter«, nein, der Wehrbeauftragte nennt sie lieber »oftmals etwas flexibler und weniger anspruchsvoll. Sie lassen sich eher ein auf Versetzungen und andere ›unbequeme‹ Dinge, weil sie in der Bundeswehr oft die einzige Möglichkeit sehen, eine sichere berufliche Zukunft zu haben. (…) Mit Blick auf die Kameradschaft macht es kaum einen Unterschied, woher ein Soldat kommt. Das wird oft erst dann deutlich, wenn ein Soldat fällt.« Besorgt ist Robbe ob der mangelnden Kriegsbegeisterung in der deutschen Bevölkerung: »Eine ganz andere Frage ist, wie der Soldat in der Bevölkerung anerkannt wird. Da herrscht nicht nur, aber eben auch in den neuen Bundesländern eine stark ablehnende Haltung gegenüber den Auslandseinsätzen. Diese steht in krassem Widerspruch zum Engagement der ostdeutschen Soldaten.«
Ja der Herr Robbe. Es stimmt ihn traurig das keiner seinen schönen Krieg mag. Nicht einmal in Ostdeutschland, wo sich doch so viele aus blanker Not auf das Geschäft des Mordens einlassen müssen. Politische Kriegstreiber wie dieser Robbe sollten sich einmal fragen wie weit sie selbst in krassem Widerspruch zu den Wünschen der Deutschen stehen und was sie antworten wollen, wenn das Volk sie einmal nach einer Begründung für ihr gemeingefährliches Handeln fragt.
Wenn der stellvertretende Bundesvorsitzende des Bundeswehrverbandes, Wolfgang Schmelzer von einem "freundlichen Desinteresse" der deutschen Bevölkerung an der Beteiligung an einem Angriffskrieg in Afghanistan spricht, dann verkennt er die Lage. Die Bundeswehr ist Teil der deutschen Bevölkerung und schon deshalb stehen ihr die Bürger freundlich gegenüber.
Der völkerrechtswidrige Angriffskrieg im Auftrag der USA, aber wird von der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung und der Soldaten gehasst.
Deshalb will ja auch die FDP die Wehrpflichtarmee beenden und eine Söldnerarmee schaffen, die dann nur noch ihren Befehlshaber untersteht und kaum noch eine Bindung zu den Bürgern hat. Die FDP hofft mit einer solchen Armee die Bürger knechten zu können, damit das Großkapital sie noch leichter ausbeuten kann. Die CDU/CSU wird da gerne mitmachen.
Im übrigen verstärkt sich die US-Angriffsarmee gerade um 4 Prozent oder 22.000 Soldaten um noch mehr töten zu können. Vor allem in Afghanistan und Pakistan. Währenddessen freuen sich die Pakistani, dass sie angeblich 1.700 Aufständische in 2 Monaten erschossen haben. Im Normalfall spricht man davon, das drei Prozent der Partisanen erwischt und getötet werden. Sollte es dort wirklich eine Armee von 56.000 Aufständischen geben?
Dieser Wahnsinn muss sofort beendet werden.
Die Bundeswehr hat in Afghanistan nichts zu verteidigen. Sie kann nur ihre Ehre verlieren.
Quelle: Duckhome
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» Von Jochen Hoff (67) am Donnerstag, 23. Juli 2009, 20:31 Uhr
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» Kategorien: Demokratie, Deutschland, Krieg und Frieden, NATO
» Tags: Afghanistan, Jung, Krieg und Frieden, NATO, Struck, Verantwortungslos, Vertreibung
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