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Weltwirtschaftskrise – Renterbande überfällt Anlageberater und sonst sieht es auch nicht gut aus

Von Jochen Hoff am Dienstag, 30. Juni 2009, 19:56 Uhr

Von Jochen Hoff | Duckhome | So langsam kommt Fahrt in die Aufbereitung der Finanzkrise. Einen ganz besonderen Weg gingen zwei Rentner aus Traunstein. Sie verprügelten und entführten James W. Amburn den Chef der Firma "Digitalglobalnet" , weil sie glauben, dass er sie bei Geldanlagen falsch beraten hat. Dabei hat Amborn mit seiner dgn AG doch so schon Ärger genug.

Amburn hatte am Dienstag nach einem Gaststättenbesuch in der Speyerer Innenstadt gegen 21 Uhr seine Wohnung in der Maximilianstraße aufgesucht und wollte gerade aufsperren, als ihn zwei Männer überfielen, die sich im Treppenhaus versteckt und auf ihn gewartet hatten. Es handelte sich um einen 74-jährigen ehemaligen Bauunternehmer aus Bayern und einen 60-jährigen US-Bürger, mit denen Amburn schon seit zwölf Jahren Anlagegeschäfte mit Immobilien in den USA machte. Der 60-Jährige hielt ihn fest und der andere begann, auf ihn einzuschlagen, berichtet Amburn. So brutal, dass zwei rechte Rippen brachen und er schließlich aus Augen, Nase und Mund blutete. Dann begannen die Peiniger ihr Opfer zu fesseln und zu knebeln. "Die haben mich mit einem silbernen Industrieklebeband eingewickelt wie eine Mumie! Nur die Nase blieb zum Atmen frei", erinnert sich Amburn mit Schaudern.

Nun ja. Das entspricht nicht den deutschen Gepflogenheiten und ist sicherlich auch Unrecht. Nur das was den Anlegern angetan wurde, ist natürlich rechtlich völlig einwandfrei. Solange Wirtschaftsstraftaten, die Menschen um ihr Hab und Gut oder ihre Arbeit bringen nicht anständig und hart bestraft werden, werden sich derartige Vorfälle häufen.

Aber in Deutschland ist eben auch völlig normal, dass bei Quelle nur einen Tag vor der Anmeldung der Insolvenz alle Konten in Richtung Arcandor abgeräumt wurden. Das ganze ist natürlich ein automatischer Vorgang und keinesfalls eine Methode des Insolvenzbetruges. Würde ein normaler GmbH-Geschäftsführer einen ähnlichen Deal durchziehen, wäre er im Gefängnis.

Quelle wurde ohne Kapital und ohne Hausbank in die Insolvenz gejagt. Man war sich sicher, dass der Steuerzahler es schon richten wird. Der muss ja alles richten in diesem Land was unfähige und betrügerische Manager angestellt haben. Auch wenn Seehofer noch tausendmal den Leuten erzählt, das es eine Hoffnung für Quelle gibt, so ist das doch eine einzige Lüge. Die Bestellungen sind bereits um 15 Prozent runter, und selbst wenn Quelle die 50 Millionen bekommt, dann hat das nur aufschiebende Wirkung. Das Geld reicht dann gerade mal bis nach der Bundestagswahl. Vielleicht zwei Tage weiter.

Der Präsident des Bundesverbandes für Groß- und Außenhandel (BGA), Anton Börner, rechnet für August mit dem Beginn einer harten und massiven Kreditkrise. Diese Befürchtung wird von der Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU), geteilt die, die Banken fast flehentlich bittet, die Milliarden die sie von der EZB für ein Prozent Zinsen bekommen haben, doch wenigstens teilweise an ihre Kunden weiterzugeben.

Die Bankster lachen sich eins und gehen mit dem billigen Geld lieber ins Casino um eine weitere Runde zu zocken. Denn sie haben ja gelernt, dass sie systemrelevant sind und der blöde Steuerzahler auf jeden Fall für ihre Misswirtschaft aufkommen muss. Das weiß natürlich auch Frau Aigner. Aber sie muss ja vor der Bundestagswahl wenigstens so tun, als würde sie etwas für die Bürger und deren Nöte übrig.

Die einzige vernünftige Lösung wäre weltweit die Banken in die Pleite zu schicken und in jedem Land mit einer Staatsbank neu anzufangen die ein grundlegendes Filialnetz bildet. In Deutschland wäre das die Postbank zusammen mit den Sparkassen. Aber die Bankster sind ja nicht nur ein deutsches Problem.

Die UBS hat gerade ihr Kapital um 3,8 Milliarden Franken erhöht. Käufer waren institutionelle Anleger, also Casinospieler die ihr Geld über die Notenbanken praktisch kostenfrei bekommen. Diesmal dürfte es aber trotzdem eine grandiose Fehlinvestition gewesen sein. Die UBS verspricht zwar, das die Verluste des zweiten Quartals unter den 2 Milliarden des ersten Quartals bleiben sollen. So ein Jahr hat aber dummerweise 4 Quartale und ob die neuen 3,8 Milliarden für die noch offenen drei Quartale ausreichen ist mehr als fraglich.

Obwohl die Schweiz dank hoher Löhne über eine ordentliche Binnenkonjunktur verfügt, kommt es jetzt aber auch dort zu Entlassungswellen. Fast die Hälfte der Unternehmen plant drastische Entlassungen bereits für die nächsten Monate. Überträgt man diese Entwicklung auf Deutschland, hätten die Entlassungswellen schon längst laufen müssen.

Damit dies nicht vor der Wahl geschieht, werden den Arbeitgebern jetzt praktische alle Kosten der Kurzarbeit erlassen. Der Steuerzahler bezahlt der Regierung das Geld, dass diese dafür braucht um den Steuerzahler über die wirkliche Lage täuschen zu können. Ist so etwas nicht eigentlich kriminell?

Es rumpelt auch heftig in der Versicherungswirtschaft. Nach den Lebensversicherern machen jetzt auch die Schadens- und Unfallversicherungen Probleme. Dabei ist es nicht das Verhältnis zwischen Prämie und Schaden, das stört, sondern die mangelnden Erträge aus der Kapitalanlage. Tatsächlich könnte die Entwicklung noch in 2009 dazu führen, dass die ersten Versicherer im operativen Geschäft Verluste schreiben.

Bei einigen könnte es auch notwendig sein, die doch sehr optimistischen Bewertungen ihrer Wertpapiere zu überdenken, was zu hohen Abschreibungen führen dürfte. Versicherer die in ihrer Gruppe keine Bank haben und somit auch keine Bad Bank bilden können, sind dann akut gefährdet. Überhaupt wird die Bad Bank wohl das tollste Geschäft aus Merkels und Steinbrücks Tollhaus des Geld verbrennens.

Die Dinger werden nämlich auch noch von der Gewerbesteuer befreit. Die Gewerbesteuer ist übrigens die Haupteinnahmequelle der Gemeinden. Um die frechen und dreisten Bankster zu subventionieren, werden also auch noch die Gemeinden bestohlen. Nichts für die Menschen, alles für das Großkapital.

Zum Glück findet man ab und zu auch in den Systemmedien nachdenkliche Artikel, die den offiziellen Hurrapatriotismus für einen Moment abschalten. Einen solchen Glücksmoment hatte die Süddeutsche mit dem Artikel "Größer als die Große Depression" den man sehr gründlich lesen sollte.

Immer da, wo im Artikeltext ein fragendes Staunen kommt, sollt man ein "so wird es sein" lesen. Noch wichtiger als der Artikel selbst, sind die dazugehörigen Grafiken. Zumindest da zeigt sich sehr deutlich, dass wir noch mindestens drei Jahre vom Ende der Rezession entfernt sind.

Auch beim Öl scheint es eine weitere Problematik zu geben. Selbst die Optimisten, die an immer neue Ölfelder glauben und Peak Oil in weiteste Fernen schieben, kommen nicht daran vorbei, dass immer mehr Öl gebraucht wird um Öl zu fördern oelschock.de.

Der Hintergrund ist, dass es Erdöl braucht um nach Erdöl zu bohren. Zieht man die Menge des zur Förderung aufgebotenen Erdöls von der Menge des geförderten Öls ab, bekommt man die Netto-Energie, die der Gesellschaft anschließend für andere Zwecke zur Verfügung steht (den Quozienten aus Ertrag und Aufwand nennt man Erntefaktor, dieser gilt sinngemäß für alle Energiequellen). Im Jahre 1930 bekam man etwa 100 Fass Erdöl für jedes Fass, das man investierte, 1970 waren es nur noch dreißig und im Jahr 2000 gar nur noch 11 Fass. Dieser Trend wird sich so fortsetzen, gerade beim Ausbeuten von Tiefsee- und Polaröl, das gigantische Aufwendungen benötigt.

Es empfiehlt sich übrigens den ganzen Artikel zu lesen und dies nicht nur wegen der erschreckenden Graphik. Den Schrecken komplettiert da das ehemalige Nachrichtenmagazin was uns schon jetzt mitteilt dass die CDU/CSU die Wahlen durch Überhangmandate sicher gewinnen wird und Angela Merkel zusammen mit Guido Westerwelle Deutschland endgültig erledigen wird.

Dabei würde die SPD, selbst wenn sie zwei Prozentpunkte besser abschneidet als in den aktuellen Umfragen, im Schnitt nur zwei bis drei Überhangmandate erhalten – die CDU dagegen 21. Und selbst die CSU käme, erstmals in ihrer Geschichte, auf drei zusätzliche Sitze. Die Wahrscheinlichkeit, dass es für Schwarz-Gelb zur Regierungsbildung reicht, so Behnke, liege ohne die Berücksichtigung von Überhangmandaten bei derzeit 66 Prozent, mit bei knapp 90 Prozent.

Nun würde Mohn/Bertelsmann sicher alles tun um Wähler von SPD, Grünen und der Linke von den Wahlen abzuhalten und der Spiegel ist ein Propagandablättchen aus diesem Hause, aber tatsächlich befürchten auch andere, dass eine erhebliche Anzahl an Überhangmandaten entstehen könnte. Natürlich werden diese Überhangmandate nicht wie geplant abgeschafft. Der Union ist es egal wie sie an die Macht kommt und Fairness oder Demokratie ist in deren Reihen unbekannt.

Es hat sicher nichts damit zu tun, wenn zu lesen ist, dass am vergangenen Freitag ein 80 jähriger Mann in Rüsselsheim seine schwerstpfegebedürftige 84jährige Frau erschossen hat und sich selbst dann die Waffe an den Kopf setzte. Vielleicht ist tot sein, das einzige was man in diesem Land bald noch sein kann. Bis dahin sollten alle mal nach den Alten in ihrer Nachbarschaft schauen. Dieser Staat und die verkommenen Politiker kann zwar die Wirtschaft zerstören, aber die Menschlichkeit können sich Deutschen auch ohne den Staat erhalten.

Quelle: Netzwerkpartner Duckhome

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1 Kommentar zu “Weltwirtschaftskrise – Renterbande überfällt Anlageberater und sonst sieht es auch nicht gut aus”
  1. 1
    Gravatar von Stefan Wehmeier
    Kommentar von Stefan Wehmeier
    am Sonntag, 5. Juli 2009 23:07

    THEOLOGISCHE DEBATTEN DES MITTELALTERS

    “Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.”

    Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008)

    Die Religion, die schon immer die Aufgabe hatte, die Fehler der Makroökonomie aus dem Bewusstsein des arbeitenden Volkes auszublenden, war solange notwendig und sinnvoll, wie niemand diese Fehler zu beheben wusste, die zwangsläufig zu systemischer Ungerechtigkeit und damit zu Massenarmut und Krieg führen. Ohne die selektive geistige Blindheit, die uns “wahnsinnig genug” für die Benutzung von Zinsgeld machte, und die noch heute die Menschheit in Herrscher (Zinsprofiteure) und Beherrschte (Zinsverlierer) unterteilt, wäre unsere Zivilisation nie entstanden.

    Erst der Prophet Jesus von Nazareth erkannte, wie die Makroökonomie zu gestalten ist, damit niemand einen unverdienten Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) erzielen kann. Doch mit dem Cargo-Kult des Katholizismus mutierte die seit Jesus eigentlich überflüssige Religion vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode: weitere 1600 Jahre Massenarmut und Krieg, seit der Vernichtung der Gnosis (Kenntnis) im vierten Jahrhundert.

    Die “heilige katholische Kirche” degradierte das Genie zum moralisierenden Wanderprediger und projizierte das von Jesus vorhergesagte “Königreich des Vaters” (Freiwirtschaft, Vater der Kultur = Kreditangebot), in dem die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beendet ist, auf ein hypothetisches “Himmelreich” der Toten, nur um selbst eine “Moral” verkaufen zu können, die in der idealen Makroökonomie so sinnlos ist wie eine Taschenlampe bei Sonnenschein.

    Der religiöse Wahnsinn beließ die Menschheit in der systemischen Ungerechtigkeit des Privatkapitalismus (Erbsünde) und ließ so dem ersten Weltkrieg noch einen zweiten folgen, obwohl der Sozialphilosoph Silvio Gesell bereits 1916, unabhängig von der Heiligen Schrift und erstmals auf wissenschaftlicher Grundlage, genau das wieder beschrieb, was der geniale Prophet Jesus von Nazareth als erster Denker in der bekannten Geschichte als Wahrheit erkannt hatte: absolute Gerechtigkeit durch absolute Marktgerechtigkeit.

    Heute (2009) sind wir an genau dem Punkt angekommen, den die israelitische Priesterschaft schon vor 2600 Jahren vorhergesehen hatte: Wir stehen unmittelbar vor der globalen Liquiditätsfalle (Armageddon), der totalen Selbstvernichtung, denn der Krieg (umfassende Sachkapitalzerstörung) konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab! Doch ein Atomkrieg ist gar nicht erforderlich, um unsere ganze “moderne Zivilisation” auszulöschen; es reicht schon aus, wenn wir weiterhin an den “lieben Gott” (künstlicher Archetyp: Jahwe = Investor) glauben und Zinsgeld (Geld mit parasitärer Wertaufbewahrungsfunktion) verwenden.

    Ich wünsche dem einstigen Land der Dichter und Denker Viel Erfolg bei der Auferstehung noch vor dem jüngsten Tag (1. Januar 2010).

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