Aktueller Stand der Weltwirtschaftskrise
Von Jochen Hoff | Duckhome
Während in Deutschland die Arbeitnehmer bereits zu ahnen beginnen, dass sie im nächsten Jahr und in den Folgejahren, die Kosten für das Kurzarbeitergeld mit Abschlägen beim Arbeitslosengeld und noch mehr Drangsal bezahlen müssen und während die Gewerkschaften laut davor warnen, dass die Bundesagentur für Arbeit (BA) bereits im Mai über 80 Prozent…
… des eingeplanten Insolvenzgeldes ausgegeben habe, und sich für das Jahr vermutlich ein Fehlbetrag von 1 Milliarde ergeben wird, fordert der unverschämte und dreiste Chef von Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, dass das Großkapital von allen Folgekosten für Kurzarbeit freigestellt werden soll. Vermutlich soll dieses Geld dafür verwandt werden seine unmenschliche Stiftung INSM noch weiter zu unterstützen, damit sie noch stärkergegen die Menschen hetzen kann.
Wie gut es der Wirtschaft weltweit geht, kann man vielleicht daran ermessen, dass die Uhrenfirma Rolex ihre Uhren von den konzessionierten Händlern zurückkauft, damit diese nicht in das allgemeine Preisdumping einsteigen. Tatsächlich hilft aber auch das kaum, weil ja viele Konzessionäre auch Dritthändler illegal beliefert haben, die Rolex schon immer billiger verkauften, jetzt aber komplett auf ihrer Ware sitzen bleiben. Ob es wohl bald Verschrottungsprämien für ältere Rolex geben wird?
Der Tagesanzeiger aus der Schweiz bietet eine Hitliste der Verlierer bei den Einlagen in der Schweiz.
Die Verlierer im Bankenwesen 2008
Rückgang von verwalteten Kundengelder (AuM) per Ende 2008
1. Bank Syz (- 40.4 Prozent)
2. Morgan Stanley (-33.0 Prozent)
3. Fortis (-32.9 Prozent)
4. ABN Amro (-30.9 Prozent)
5. Banco Santander (-30.0 Prozent)
6. UBS Private Banking Division (-30.0 Prozent)
7. Schroder (-29 Prozent)
8. Deutsche Bank (-28.8 Prozent)
9. Lombard Odier (-28.2 Prozent)
10. Merrill Lynch Bank (Suisse (-28.0 Prozent)
Zweifellos wird diese Entwicklung weitergehen und sich auch noch beschleunigen. Gleichzeitig machen sich die Schweizer immer mehr Gedanken darüber, was passiert, wenn die Credit Suisse oder die UBS doch zusammenbrechen sollten. Dieses Risiko besteht grundsätzlich für alle Banken auf der Welt, wenn die große Pleitewelle bei den Unternehmen anrollt und gleichzeitig durch Massenentlassungen auch ein Großteil der Privatkredite zu kranken beginnt.
Für die Schweiz wäre ein solcher Zusammenbruch tödlich. Unternehmen kämen nicht mehr an ihre Konten, ein Großteil des Zahlungsverkehrs würde zusammenbrechen und der Schweizer Einlagensicherungsfond mit 4 Milliarden Euro würde in Sekunden verschwinden. Ein Desaster an dem die Schweiz noch Jahrzehnte kranken würde. Deshalb versucht man verzweifelt Wege zu finden, die im Fall eines Falles wenigstens einen Notbetrieb erlauben. Hinter den Kulissen werden verschiedene Szenarien durchgespielt, eine Lösung scheint jedoch noch nicht gefunden zu sein.
In den USA haben sich alleine im ersten Quartal 2009 rund 1,3 Billionen US Dollar in nichts aufgelöst. Das ist der Verlust der privaten Haushalte, der durch Kursverluste und vor allem durch den Preisverfall bei Immobilien auftrat. Die zur Zeit anziehenden Kurse werden nicht halten. Sie sind alleine der Tatsache geschuldet, das viel zu viel Geld im Markt ist, weil die Notenbanken das Geld wirklich wie mit Müllfahrzeugen in die Banken karren. Deren Gewinne, sind Gewinne aus Eigenhandel und entstehen praktisch ohne wirklich reales Geschäft auch nur zu berühren.
Auf der anderen Seite wird es für die Unternehmen weltweit immer schwieriger an Kredite zu kommen oder laufende Kredite zu verlängern. Die Banken behalten das Geld einfach für sich und spielen dann eben alleine in ihren Kasinos. Die Realwirtschaft kommt so immer mehr in Bedrängnis, während die Bankster dick und fett gefüttert werden. Selbst DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann, der sonst eher ein Handlanger der Banken und der Neoliberalen ist, beginnt zu begreifen, dass durch die Kreditklemme ein Aufschwung in weite Ferne rückt.
Die Nettogewinne der deutschen Unternehmen brachen um rund 70 Prozent ein und währen wohl noch tiefer gefallen wenn nicht die beiden rücksichtlos zulangenden Energieversorger E-ON und RWE den Wert geschönt hätten. Die Folge des Renditeeinbruchs werden Entlassungen sein. Das gleichzeitig auch die Großhandelspreise um 8,9 Prozent einbrachen, ist nur ein weiteres Symptom, das nur zu Teil dem letztjährigen Boom zu dieser Zeit geschuldet ist.
In Deutschland beginnen die Wohnungsunternehmen zu wackeln und drohen die ganze Immobilienwirtschaft mit sich in den Abgrund zu reißen. Nachdem in der Vergangenheit hohe Kredite aufgenommen wurden, um Wohnungsbestände in der Hoffnung auf steigende Renditen anzukaufen, kommt nun die Stunde der Wahrheit. Vivacon sollen knapp 200 Millionen Euro dringend fehlen, Colonia Real Estate gilt als gefährdet und über die Finanzierung der IVG hört man auch nichts gutes. Viele kleinere Mitspieler sterben leise vor sich hin.
Aber Immobilien sind nicht nur in Deutschland ein Problem. An und um Ground Zero, das ist die Stelle, wo die amerikanische Regierung vermutlich stark mit daran beteiligt war an 9/11 zwei Flugzeuge in das World Trade Center zu lenken und wo aus lauter Sympathie weitere Häuser mit einstürzten, geht schon wieder die Angst um. Diesmal nicht die Angst vor angeblichen Terroristen sondern die Angst vor der Pleite.
Larry Silverstein bekommt die Finanzierung für zwei Wolkenkratzer nicht hin und aus anderen ziehen die Mieter aus, weil die Mieten einfach zu hoch sind. Selbst 40-stöckige Wolkenkratzer in bester Lage in Manhattan haben ihren Wert einfach halbiert. Ein Ende ist nicht abzusehen. In Frankfurt beginnen auch schon einige ganz vorsichtig mit dem Rückzug von den eigenen großangekündigten Bauplänen.
Aber eines bleibt wie es ist. Der Betrug am deutschen Arbeitnehmer. Bei dem Gebäudereiniger B+K, der auch im Bundestag putzt, kommen Zimmermädchen nach Angaben des ehemaligen Nachrichtenmagazins auf 3,56 Euro Stundenlohn, den sie aber mit Flaschenpfand aufbessern dürfen, wie der Geschäftsführer Thorsten Benthin großzügig mitteilte. Außerdem gäbe es ja schließlich auch noch Trinkgeld.
Wer so doof und gemein ist, in den Dresdner Luxushotels "QF" (Quartier an der Frauenkirche) und "Elbflorenz" abzusteigen, der sollte also wenigstens den Zimmermädchen etwas Geld in die Hand drücken sie können es brauchen. Besser ist es Unternehmen zu meiden die mit dem Gebäudereiniger B+K zusammenarbeiten. Wer den Mindestlohn für Zimmermädchen von 6,58 Euro, der selbst schon eine Schande für die Arbeit ist, noch unterbietet, mit dem sollten anständige Unternehmen keine Geschäfte machen. Wer es dennoch tut, ist eben nicht anständig.
Leider wird es auch in diesem Fall keinen Staatsanwalt geben, der das Unternehme mal eben untersucht und den Geschäftsführer hinter Gittern bringt. Aber wehe ein Zimmermädchen steckt zwanzig Cent ein, dann finden sich sofort hunderte von Staatsanwälten und jede Menge willige Richter die sich auf das Zimmermädchen stürzen. Das ist eben das Recht in Deutschland.
Man kann die Weltwirtschaftskrise allerdings auch positiv sehen. Am Ende wird ein anderes Deutschland stehen müssen und all die netten Menschen die heute ihre Pflicht nicht tun, andere ausbeuten oder von der Ausbeutung profitieren, können dann vor eine freie Justiz gestellt werden, die sicherlich auch gute und gerechte Urteile finden wird.
Quelle: Netzwerkpartner Duckhome
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» Von Jochen Hoff (68) am Dienstag, 16. Juni 2009, 23:29 Uhr
» read: 15636 · today: 5 · last: 17. Mai 2012
» Kategorien: Deutschland, Kapitalismus, USA, Wirtschaft
» Tags: Abschreibung | Ackermann | Armut | Banken | Bankster | Bereicherung | Betrug | Profitgier
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am Donnerstag, 25. Juni 2009 21:45
Die Idee mit der Abwrackprämie für alte Rolex gefällt mir sehr gut. Wobei das natürlich auch überhaupt nicht dem Image und Mythos solch einer Traditionsmarke entsprechen würde. Trotzdem ein netter Gedanke. Ich bin mal gespannt, wie die Hersteller von solchen Luxusartikeln allgemein aus der Krise hervorkommen werden. Könnte mir fast vorstellen, dass für die im Endeffekt alles gar nicht so schlimm ist, wie angenommen.
am Sonntag, 5. Juli 2009 22:18
THEOLOGISCHE DEBATTEN DES MITTELALTERS
“Ich glaube – und hoffe – auch, dass Politik und Wirtschaft in der Zukunft nicht mehr so wichtig sein werden wie in der Vergangenheit. Die Zeit wird kommen, wo die Mehrzahl unserer gegenwärtigen Kontroversen auf diesen Gebieten uns ebenso trivial oder bedeutungslos vorkommen werden wie die theologischen Debatten, an welche die besten Köpfe des Mittelalters ihre Kräfte verschwendeten. Politik und Wirtschaft befassen sich mit Macht und Wohlstand, und weder dem einen noch dem anderen sollte das Hauptinteresse oder gar das ausschließliche Interesse erwachsener, reifer Menschen gelten.”
Sir Arthur Charles Clarke (1917 – 2008)
Die Religion, die schon immer die Aufgabe hatte, die Fehler der Makroökonomie aus dem Bewusstsein des arbeitenden Volkes auszublenden, war solange notwendig und sinnvoll, wie niemand diese Fehler zu beheben wusste, die zwangsläufig zu systemischer Ungerechtigkeit und damit zu Massenarmut und Krieg führen. Ohne die selektive geistige Blindheit, die uns “wahnsinnig genug” für die Benutzung von Zinsgeld machte, und die noch heute die Menschheit in Herrscher (Zinsprofiteure) und Beherrschte (Zinsverlierer) unterteilt, wäre unsere Zivilisation nie entstanden.
Erst der Prophet Jesus von Nazareth erkannte, wie die Makroökonomie zu gestalten ist, damit niemand einen unverdienten Gewinn auf Kosten der Mehrarbeit anderer (Frucht vom Baum der Erkenntnis) erzielen kann. Doch mit dem Cargo-Kult des Katholizismus mutierte die seit Jesus eigentlich überflüssige Religion vom Wahnsinn mit Methode zum Wahnsinn ohne Methode: weitere 1600 Jahre Massenarmut und Krieg, seit der Vernichtung der Gnosis (Kenntnis) im vierten Jahrhundert.
Die “heilige katholische Kirche” degradierte das Genie zum moralisierenden Wanderprediger und projizierte das von Jesus vorhergesagte “Königreich des Vaters” (Freiwirtschaft, Vater der Kultur = Kreditangebot), in dem die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beendet ist, auf ein hypothetisches “Himmelreich” der Toten, nur um selbst eine “Moral” verkaufen zu können, die in der idealen Makroökonomie so sinnlos ist wie eine Taschenlampe bei Sonnenschein.
Der religiöse Wahnsinn beließ die Menschheit in der systemischen Ungerechtigkeit des Privatkapitalismus (Erbsünde) und ließ so dem ersten Weltkrieg noch einen zweiten folgen, obwohl der Sozialphilosoph Silvio Gesell bereits 1916, unabhängig von der Heiligen Schrift und erstmals auf wissenschaftlicher Grundlage, genau das wieder beschrieb, was der geniale Prophet Jesus von Nazareth als erster Denker in der bekannten Geschichte als Wahrheit erkannt hatte: absolute Gerechtigkeit durch absolute Marktgerechtigkeit.
Heute (2009) sind wir an genau dem Punkt angekommen, den die israelitische Priesterschaft schon vor 2600 Jahren vorhergesehen hatte: Wir stehen unmittelbar vor der globalen Liquiditätsfalle (Armageddon), der totalen Selbstvernichtung, denn der Krieg (umfassende Sachkapitalzerstörung) konnte nur solange der Vater aller Dinge sein, wie es noch keine Atomwaffen gab! Doch ein Atomkrieg ist gar nicht erforderlich, um unsere ganze “moderne Zivilisation” auszulöschen; es reicht schon aus, wenn wir weiterhin an den “lieben Gott” (künstlicher Archetyp: Jahwe = Investor) glauben und Zinsgeld (Geld mit parasitärer Wertaufbewahrungsfunktion) verwenden.
Ich wünsche dem einstigen Land der Dichter und Denker Viel Erfolg bei der Auferstehung noch vor dem jüngsten Tag (1. Januar 2010).