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SaarBreaker - http://www.saarbreaker.com, 20.03.2010
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Sind wir blöd?

Von SaarBreaker am Sonntag, 3. Mai 2009, 17:00 Uhr

Vom Eifelphilosoph

Das ist eine Frage, die man sich heute nach der Lektüre der Wirtschaftsdaten stellen muß.

Ich weiß nicht, ob wir blöd sind … auf jeden Fall hält man uns dafür. Für Saublöd.

Aber es gibt ja das manager-magazin, die Zeitschrift für "Entscheider", da fällt dann doch ab und zu mal ein klares Wort.

Sicherlich – auf der einen Seite steigen die Börsenkurse in schon unerreichbar geglaubte Höhen, die Manager werden immer optimistischer, immer mehr dem Laien kaum verständliche "Indizes" wandern nach oben … die Krise scheint doch nur noch eine langweilige Nachricht von Gestern zu sein.

Heute ist die Schweinegrippe in. Im Gegensatz zu 15000 – 20000 Toten der normalen Grippe in Deutschland, die wir jedes Jahr ohne großen Medienkrach zu ertragen haben, sind zwar erst drei verschnupft, aber bei dem Mediengetöse möchte man glauben, es seien Millionen und München sei schon ausgerottet.

Aber über die Schweingrippe schreibe ich nicht – ich lasse mich nicht anstecken.

Sicher, Porsche, VW, BMW, Mercedes, Opel, Siemens, den Maschinenbauern … allen geht es fürchterlich schlecht, die Arbeitslosenzahlen wachsen (ich prognostiziere mal: "schlimmer als erwartet"), die Bundesagentur für Arbeit ist bald Pleite (wo bleibt eigentlich das ganze Geld, das seit den fünfziger Jahren eingezahlt wurde? War´s bei Lehmann Brothers angelegt?)

Woher also diese gute Laune an der Börse?

Nun … die Regierung hat Milliarden in die Banken gepumpt. Und die geben die weiter. Nun, natürlich nicht jedem. Auch der oft beschworene Facharbeiter in der Automobilindustrie würde heutzutage keinen Kredit mehr bekommen, auch viele Unternehmen nicht mehr.

Aber … Reiche bekommen noch Geld. Und die nehmen jetzt diese Steuergelder und verwandeln sie in Besitz, in Anteile an Firmen. Damit kann man die Kurse nach oben treiben – und je mehr mitmachen, umso mehr Gewinn fährt man mit den geklauten Steuergeldern ein.

Risiko? Gering.

Entweder steigen die Kurse … dann gehört einem noch mehr als zuvor.

Oder sie sinken … dann nimmt man den Kursgewinn mit und legt sich erstmal wieder hin.

Nur wenn der Dax Morgen auf 0 steht….dann ist die Kohle weg. Aber: dann wird sich sowieso einiges ändern, aber einem gehört dann immer noch ein dicke Brocken Firmenvermögen.

Für den Steuerzahler sind die Risiken natürlich gewaltig, denn er zahlt so oder so drauf für die Spielchen von Banken und Reichen, denn die Schere zwischen Arm und Reich wird weiter auseinanderklaffen.

Wer nicht ganz so viel Geld hat, sollte die Finger von der Börse lassen, deshalb weißt ja das manager-magazin vorsichtig darauf hin, das die Banken ihre Supergewinne jetzt eingefahren haben, weil ihnen ein Bilanztrick erlaubte, die Verluste von Januar im Dezember zu verbuchen und den Dezember aus der Bilanz ganz herausfallen zu lassen … er war ja eh´ schon vorbei:

http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,621705,00.html

Toller Trick, nicht wahr? Ja, für solche Experimente braucht man einen echten Ackermann … denn diese Art von Wirtschaften kann nicht jeder. Alles mögliche im Traumländchen des Neoliberalismus, der jeden Kontakt zur wirklichen Welt weit hinter sich gelassen hat – denn 25 % Rendite lassen sich mit normalen Rechenmethoden und ehrlicher Arbeit kaum produzieren.

Aber Geld … vermehrt sich ja von ganz allein.

Auch die allseits geliebten Börsenanalysten sind skeptisch und meinen, "der Markt übertreibt nach oben" … scheinbar haben sie den Gier-Faktor der oberen zehn Prozent einfach immer noch nicht einberechnet.

http://www.manager-magazin.de/geld/artikel/0,2828,620623-2,00.html

Schön auch zu sehen, das die Titelstory des gleichen Blattes natürlich den von der Kanzlerin befohlenen Optimismus ins All hinausschleudert:

"Ende der Krise in Sicht" … "Manager überraschend optimistisch" tönt es da.

Ja, man tut ja alles, um weiterhin bessere Plätze beim Bundespresseball zu bekommen. Aber das Manager
optimistisch sind, wundert mich nicht … sie werden kurz vor Toreschluß noch mal das ihre tun, um richtig abzuräumen, oder?

Quelle: Eifelphilosoph Blog

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» Von SaarBreaker (1894) am Sonntag, 3. Mai 2009, 17:00 Uhr
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