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SaarBreaker - http://www.saarbreaker.com, 20.03.2010
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Im Tollhaus der Wirtschaft am Ende der Demokratie

Von SaarBreaker am Montag, 4. Mai 2009, 20:07 Uhr

Vom Eifelphilosoph

Wirklich Spaß macht es nicht mehr, über die Wirtschaftskrise noch groß Worte zu verlieren. Aber eine Folge der Wirtschaftskrise ist die Zeitungskrise, die jetzt sogar den traditionsreichen Bostoner Golden Globe erreicht:

http://www.zeit.de/2009/19/US-Zeitungskrise

Und da immer mehr Zeitungen sterben, muß sich natürlich jemand anders um die Nachrichten kümmern … aber dafür sind ja Blogger da, um Schritt für Schritt die Printmedien zu ersetzen und so eine unglaubliche Meinungsvielfalt wieder herzustellen, die in unserem Land in den letzten Jahren ja sehr gelitten hat.

Für viele ist die Krise ja schon vorbei, viele fragen sich doch jetzt schon: welche Krise?

Die Börse marschiert mit dem geliehenen Geld der Steuerzahler stramm nach oben, aus Opel und Fiat wird jetzt ein Opiat, viele in Deutschland haben noch einen Arbeitsplatz, die Mehrheit bezieht Rente, Hartz IV oder finanziert ihr prekäres Leben durch Mini-Jobs, ist doch alles wieder in Ordnung.

Sogar die Experten reden von Aufschwung, vor allem in China:

http://www.zeit.de/news/artikel/2009/05/04/2788812.xml

Alle Welt guckt doch mitlerweile nach China, so, wie man früher hoffnungsvoll in die USA geschaut hat.

Ein merkwürdiger Perspektivwechsel, denn es sind nicht die Maoisten vom Studentenbund, die da hinschauen, noch die Menchenrechtler, die vielleicht hoffen, das in dem Land irgendwann mal das Morden aufhört, nein, es sind die Kapitalisten, die in China ihre große Hoffnung sehen.

Ein Riesenmarkt. Und ganz billig Löhne, Sklavenarbeit in Sonderwirtschaftszonen, ein Paradies für Kapitalvermehrer. Keine Gewerkschaften, keine Parteien, die Stunk machen … was will man mehr?

Skrupellosigkeit pur.

Am chinesischen Wesen soll die Welt genesen, so röhrt der Kapitalistenchor!

Denn dort … ist die letzte Hoffnung der Experten.

Andere Experten sind da weniger optimistisch und erlauben sich einen … der Krise eigentlich angemessenen … pragmatischen Realismus:

http://www.zeit.de/2009/19/Optimismus

Zwar steht "Optimismus" über dem Link, aber der Inhalt ist ein anderer und zeigt die Unmöglichkeit von Prognosen auf. Obwohl noch jeder Hansel viel Geld dafür bekommt, Prognosen zu erstellen, ist die eindeutige Antwort dieses Experten, ob man Prognosen noch trauen soll: Nein! Denn die Prognosemodelle haben versagt. Momentan kann niemand sagen wo die Reise hingeht.

Wie denn auch, wo solche Nachrichten durch den Äther kreisen:

http://www.zeit.de/online/2009/19/stresstest-banken-milliarden

Da zeigt ein kleiner Streßtest erstmal einen möglichen Bedarf an 150 Milliarden weiteren Dollar, zehn Milliarden allein für die City-Group … es kann jedoch auch sein, das die City-Group aus einer anderen Perspektive betrachtet 500 Millionen Dollar im Plus steht.

Ja, was denn nun? Schwankungsbreite von 10,5 Milliarden?

Bei der Schätzung, wie viel Kleingeld man gerade im Geldbeutel hat, da kann es ja mal Schwankungen geben, aber bei einer Bank, wo jeder Cent penibel gezählt wird? Entweder wir brauchen noch 10 Milliarden oder wir haben doch 500 Millionen über, keiner weiß es gerade so genau?

Oh man … das wäre meiner Mutter nicht passiert. Die ist Hausfrau, die weiß, wo ihr Geld ist.

Das der Bürger da ein klein bischen verwundert dreinschaut … wen sollte es verwundern?

Der oberste Verfassungsrichter jedoch … sieht schon eine Gefahr für die Demokratie auf uns zukommen, angsichts der Verschuldung, die da geschieht:

http://www.zeit.de/online/2009/19/papier-demokratie?page=1

Aber nebenbei erfährt man auch, das mal wieder Einschnitte am Sozialstaat geplant sind, der ganz um die Ecke in der gleichen Online-Zeitung noch als Retter vor den Unruhen gepriesen wurden.

Ja, wenn der vor den Unruhen gerettet hat, dann macht es auch Sinn, ihn jetzt erstmal ordentlich zurecht zu stutzen, damit die Warnungen vor den Unruhen auch nicht nur Warnungen bleiben:

http://www.zeit.de/online/2009/17/interview-doerre

Aber bevor die Unruhen so richtig losgehen, gibt es erst noch einmal eine richtige geballte Portion Sozialfaschismus, und diesmal, wie von einem kleinen unbedeutenden Eifelphilosoph schon mal angedeutet, geht es nicht nur gegen die Hartz IV-Empfänger, sondern auch um die Rentner:

http://www.zeit.de/2009/12/Interview-Vogel

Da können wir uns mal wieder so richtig auf die klassisch-alten Untermenschenbilder freuen, die der sozialfaschistisch geprägte Mittelstand wieder mit bunten Farben an die Wand malt.

Was sie wohl nur diesmal bei der Gleichung vergessen haben ist diese neue Erkenntnis aus der Verhaltensökonomie:

http://eifelphilosoph.blog.de/2009/04/18/egoisten-strafen-macht-gluecklich-sex-5967031/

Egoisten zu strafen erzeugt im Gehirn Glücksgefühle wie beim Sex. Und diese Motivation …. reicht für einen kleinen Bürgerkrieg. Wenn es so weitergeht.

Oder falls die Demokratie nicht sowieso bald abgeschafft wird, weil sie so richtig nicht in das
Weltbild der Klimakatastrophenfanatiker paßt:

http://weibel.blog.de/2009/05/04/geplante-staatsstreich-6054407/

Wo man auch hinschaut … Demokratieschelte.

Die Wirtschaft guckt lieber nach China, die Klimakatastrophenfanatiker hätten gerne die starke Hand, das Prekariat lebt unter demokratisch verordneter Armut und der Mittelstand fürchtet die Wählermacht der enteigneten Mehrheit in diesem Land.

So … und jetzt kürzen wir noch die Sozialleistungen und gucken dann mal, was in einem der reichsten Länder der Welt geschieht, wenn man seine Nachbarn nebenan hungern läßt.

Vielleicht löst er sich ja in Luft auf und manifestiert sich erst dann wieder, falls er mal wieder gebraucht wird.

Nur der Rentner … der kann aufgelöst bleiben. Denn: nur Arbeit macht in Deutschland frei.
Und … wie Müntefering schon sagte: wer nicht arbeitet braucht auch nicht zu essen.

Na, damit ist doch alles gesagt, oder?

Vielleicht nicht ganz alles, denn immer mehr jugendliche finden einen Ausweg aus der Misere dieses Landes, aus den mangelnden Zukunftsperspektiven, der fehlende Sicherheit, fehlenden Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten: Komasaufen steigt wie Börsenkurse:

http://www.zeit.de/online/2009/19/alkohol-drogen-bericht-komasaufen

Vielleicht ist das die Revolution der Zukunft: wir saufen uns alle Tod.

Na ja … für viele Rentner und Hartz IV-Empfänger eine Illusion – da reicht das Geld nicht.

Quelle: Eifelphilosoph Blog

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» Von SaarBreaker (1894) am Montag, 4. Mai 2009, 20:07 Uhr
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» Kategorien: Demokratie, Nachdenkliches, Wirtschaft
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