1 Euro-Jobs! Sie blockieren den Arbeitsmarkt?
Gestern lief über den Nachrichtenticker von n-tv die Kurzmeldung, dass 1 Euro-Jobs Stellen auf dem Arbeitsmarkt blockieren. Ich musste glatt 2 mal hinschauen, weil ich dachte mich verlesen zu haben. Leider war dem nicht so.
Suggestive Information dieser Meldung: Die 1 Euro-Jobber vernichten Arbeitsplätze.
‘Man hat nun also die Schuldigen für den weiteren Stellenabbau ausgemacht’, schoss es mir durch den sich schüttelnden Kopf. Wie wenig Intelligenzquotient bedarf es, um eine solche Lüge zu verbreiten? Gibt es einen festgelegten Minimalwert?
Hier haben wir sie wieder – wie Rebecca gestern schon ernüchternd im Netzwerk feststellte: "Die Verordnete Verblödung par excellence". Einerseits verkündet man also den Aufschwung am Arbeitsmarkt durch (wieder manipulierte) Erhebungen und andererseits sucht man nach dem Gesicht der Schuldigen, welche angeblich das Gegenteil des Aufschwungs bewirken. Da stellt sich die Frage: "Wurde n-tv etwa nicht gebrieft?"
Konkret ging es wieder einmal um eine Umfrage im Auftrag der Bundesargentur für Arbeit (BA). Hiernach sollte von 1 Euro-Jobbern Auskunft über ihre Tätigkeiten eingeholt werden. Die Umfrage ergab, dass sie die gleiche Arbeit machten wie fest angestellte Kollegen. Anstatt daraus zu resümieren, dass die 1 Euro-Jobber "unterbezahlt" sind, drehte man den Spieß einfach um und bezichtigt sie nun des Arbeitsplatzdiebstahls. Ja, der 1 Euro-Jobber verstößt damit sogar gegen gesetzliche Vorschriften, heißt es.
Aber eine weitere Gruppe bekommt auch noch den Buhmann zugeschoben bei dieser Umfrage. Ob nun berechtigt oder nicht, Fakt ist, das man hier 2 Fliegen mit einer Klappe schlägt und wieder ordentlich für gegenseitige Provokationen sorgt. Das BA-eigene Forschungsinstitut gab nämlich an die Ergebnisse in Form einer Auswertung durch den Deutschen Gewerkschaftsbund bekommen zu haben. Von den eigentlich schuldigen Tätern – den Politikern, die das zu verantworten haben – wird abgelenkt.
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» Von He-Ka-Te (56) am Sonntag, 31. Mai 2009, 16:32 Uhr
» read: 15730 · today: 3 · last: 17. Mai 2012
» Kategorien: Kommentar
» Tags: Arbeitsmarkt | Armut | Aufschwung | DGB | Ein-Euro-Job | n-tv | Partnernetzwerk | Politik | Stellenabbau
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am Freitag, 12. Juni 2009 13:43
Die Ein-Euro-Jobber blockieren NICHT den Arbeitsmarkt! Sie sind der 1. Arbeitsmarkt der nahen Zukunft.
Das Prinzip des Ein-Euro-Jobbers ist simpel. Man zahlt den gleichen Lohn wie vorher, jedoch ausschließlich mit Staatsgeldern, und diese werden dann in Privatvermögen transferiert, deshalb nennt man sie auch ganz korrekt – Transferleistungen. Der Teil für das Privatvermögen des Arbeitsgebers fällt in der Höhe aus, welches ihm gerade das zum Arbeit geben benötigte Lebens- und Leistungsvermögen sichert, wobei der Begriff Arbeitgeber hier nichts mit Arbeitnehmern, also den Nutznießern, sondern mit der Gabe seine Arbeitskraft (in diesem Fall billigst) zur Verfügung zu stellen, zu tun hat.
Die häufigste Meinung in bezug auf Ein-Euro-Jobber ist die irrige Annahme, diese würden mit 1,50 Euro für eine Arbeit billig entlohnt, wobei diese Arbeit vom Amt als unter Zwangsandrohung befohlene zu gelten hat – unter der Strafe des Entzugs der Überlebensmöglichkeiten, also de facto das mögliche Todesurteil für das Nichtbefolgen staatlicher Befehle. Es ist nicht so, dass der Ein-Euro-Jobber einen, wenn auch geringen Lohn für seine Lebenszeit bekommt, denn diese 1,50 Euro werden ihm zur Verfügung gestellt, damit er sich diese Arbeit leisten kann, weshalb es auch Aufwandsentschädigung genannt wird.
Der Clou an dieser Arbeit ist also die Tatsache, dass der Ein-Euro-Jobber kostenlos arbeitet und seine auch von ihm erwirtschafteten Transferleistungen, bis auf die ehrlicherweise so genannte Grundsicherung seines Überlebens, in die Taschen von Personen fließen, welche die Erfinder, Manager und Profiteure dieses weltweiten Milliardenmarktes sind.
Wenn wir wieder lernen, was Sprache bedeutet, werden wir wissen, was sie bedeutet. Arbeit lohnt sich wieder!
Man stelle sich der Einfachheit halber eine als gemeinnützig deklarierte Gesellschaft vor, deren Zweck darin besteht, für beispielsweise 3000 Personen ein statistisches Auffangbecken zu bilden. Diese Personen verschwinden aus der Statistik und diese Firma beschäftigt diese zur Erzeugung von Produkten, welche am Markt zu guten Konditionen angeboten werden können. So weit so gut. Der Unterschied zu herkömmlichen Firmen liegt hier in der Tatsache begründet, dass diese Produktionskräfte nicht von dieser Gesellschaft bezahlt werden, sondern von der Gesellschaft der Steuerzahler. Im Endeffekt also von sich selbst. Aber damit nicht genug, diese Gesellschaft bekommt ebenfalls eine Auwandsentschädigung für die Verwaltung jedes dieser Produktionskräfte, und zwar in doppelter Höhe, also mindestens 350 Euro. Diese Summe multipliziert mit den angenommenen 3000 Personen ergibt 1.050.000 Euro pro Monat an Aufwandsentschädigungen zuzüglich, bei statistischen 1500 Euro Lohn, einer Lohneinsparung von 4.500.000, was unter dem Strich einen satten Gewinn 5.550.000 Euro vor Verkauf etwaiger Produkte ergibt. Davon werden dann üppige Mieten bezahlt, während die Produktionsmittel – man ist ja gemeinnützig – meist als steuerabzugsfähige Spenden erhalten werden. Die sonstigen, durch die Gemeinnützigkeit beanspruchbaren, geldwerten Vorteile wie geringere oder keine Umsatzsteuer, wenig bis keine Gewinn- oder Vermögenssteuer etc. sei hier nur am Rande erwähnt. Wenn man die nötigen politischen Entscheidungsträger hinter sich oder gar im Vorstand oder Aufsichtsrat weiß, ist Gemeinnützigkeit eine Lizenz zum Drucken ziemlich großer und vieler Scheine. Vor allem die Lizenz zur Nutzung staatlicher Legislative, Judikative und Exekutive zur Sicherstellung wirtschaftlicher Profite durch gesetzlich ermöglichte Ausbeutung.
Das bedeutet, dass jeder Ein-Euro-Jobber seine Arbeitskraft zur Abdeckung folgender Ausgaben zur Verfügung stellt:
350 Euro Grundsicherung
350 Euro Miete
150 Euro eigene Aufwandsentschädigung
350 Euro Aufwandsentschädigung für die Gesellschaft
350 Euro Verwaltung durch das Arbeitsamt
1550 EURO Gesamt.
Damit können wir festhalten, dass der Lohn der gleiche wie vorher ist, nur etwas anders verteilt. Das dadurch entstandene Produkt kostet auch mindestens genausoviel wie vorher, meist sogar mehr.
25% Rendite erfordern solche Maßnahmen!
Dieser Markt ist auch nicht neu – woanders ist das, was wir als Affront empfinden, die Regel – sondern nur endlich in unserer Realität angekommen. Warum endlich? Weil wir endlich so die Chance haben, zu bemerken, dass alle Mitspieler dieses Spiel erhalten, und zu lernen wie das Spiel funktioniert. Wenn man weiß, was Spiel ist und wie man Regeln gestalten kann, dann kann man eigene Spiele spielen und sich die Spielkameraden aussuchen.
Der Aufschwung ist angekommen. Da wo er ankommen sollte. Wir sind der dazu benötigte Abschwung.
Und natürlich wird Deutschland aus dieser Krise gestärkt hervorgehen, wie es die Heilige Angela immer wieder bemüht beschwört. Denn wer ist Deutschland? Du?