Weltwirtschaftskrise – Das erste Sechstel ist geschafft
Von Jochen Hoff, Duckhome
Nein. Das ist keine Siegesnachricht sondern eine kühle Standortbestimmung. Natürlich wollen uns alle, deren politische oder wirtschaftliche Stellung davon abhängt, dass sie gute Nachrichten vom baldigen Aufschwung verkünden, vom Licht am Ende des Tunnels erzählen – aber wir sind wir noch in der rasenden Fahrt nach unten. – Die Bestimmung der aktuellen Situation hängt davon ab, was man erwartet.
Wenn die Politiker weiter wie bisher agieren und nur das Großkapital stützen, oder besser deren Verluste abfangen, wird sich das Elend unendlich verlängern und ein Ende der Weltwirtschaftskrise rückt in weiteste Fernen. Dann haben wir nicht das erste Sechstel geschafft, sondern erst einen kleinen Teil davon. Allerdings addieren sich die Probleme so schnell, dass der Systemzusammenbruch einfach nicht mehr aufzuhalten ist.
Der tolle Goldman-Sachs-Gewinn löste sich bei genauerem Hinsehen dadurch auf, dass einfach eine Milliarde Verluste in einen Monat außerhalb des neuen Berichtszeitraumes gepackt wurde – und der Rest dürften nur buchhalterische Tricks sein, de die neuen Buchhaltungsregeln ja geradezu provozieren.
Etwas ehrlicher ist da schon die UBS, die fast 9.000 Stellen im nächsten Atemzug streicht und wenigstens einen Verlust von 1,32 Milliarden Euro zugibt, die aber wohl auch nur durch großzügige Bilanzierung entstanden. Deutlich zeigt sich die Weltwirtschaftskrise bei der See- und Luftfracht. Beide brechen zweistellig ein, was dazu führt, dass nicht nur Schiffe und Flugzeuge stillgelegt werden, sondern auch Kurzarbeit in den deutschen Containerhäfen droht.
Das Bundesamt für Statistik, dessen Angaben auch nicht unbedingt zu trauen sind, meldet mit 8 Prozent den stärksten Rückgang der Großhandelspreise seit 22 Jahren, was aber nur bedingt aussagefähig ist, da die Mineralöl- und Energiepreise den stärksten Anteil daran haben. Aber dieses Amt soll ja auch nur der Propaganda dienen und nicht die Wahrheit verkünden. So ist auch der Rückgang im verarbeitenden Gewerbe mit 23 Prozent nur als Richtmarke und nicht als Wahrheit zu verstehen.
Aber wenn das Bundesamt für Statistik die Wahrheit schon nicht mehr ganz unter dem Deckel halten kann, ist klar, wie dramatisch die Lage in Wirklichkeit ist. Im Immobilienmarkt sieht es nicht besser aus. Es sind vielmehr hohe Abschreibungen zu erwarten.
Es brechen gleichzeitig auf allen Gebieten die Geschäfte, oder das was man für Geschäfte gehalten hat, massiv ein. Dies geschieht weltweit. In Deutschland sind die Auswirkungen besonders schlimm, weil es schon seit langem kein reales Lohnwachstum mehr gibt, die arbeitende Bevölkerung also immer mehr verarmt, während die Reichen immer mehr Kapital ansammeln. Da sie mit diesem Kapital aber nicht in Produktion investieren, sondern an den Casinos der Börsen spekulierten und verloren haben, fehlt dieses Geld heute.
Das Ziel müsste also sein, die Kaufkraft der Massen zu stärken. Wenn sich eine Regierung zu dieser Maßnahme entschlösse, könnte die Krise für Deutschland schnell, aber trotzdem sanft enden. Wenn weiterhin Geld in die Rettung der Banken verschwendet wird, die eigentlich nur eine Subvention des Großkapitals ist, wird die Weltwirtschaftskrise endlos.
Ein Ende mit Schrecken ist auf jeden Fall einem Schrecken ohne Ende vorzuziehen. Dies wird sich aber mit den Politikern, die Deutschland heute hat, und die von den Neoliberalen über die Parteizentralen bestimmt wurden, nicht machen lassen. Auch wenn nicht jeder einzelne gekauft sein dürfte, bestehen Abhängigkeiten, die eine ehrliche und vernünftige Politik für den Bürger und das Land nicht mehr ermöglichen.
Die einzige Lösung wären ein Generalstreik und eine Revolution. Den Herrschenden das Heft aus der Hand zu nehmen und vollständig neu, vor allem ohne diese Parteien, anzufangen, bleibt die einzige denkbare Lösung.
Quelle: Duckhome
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» Von Jochen Hoff (67) am Freitag, 17. April 2009, 20:23 Uhr
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» Kategorien: Demokratie, Politik, Wirtschaft
» Tags: Angst, Arbeitslos, Aufbruch, Bankster, Finanzkrise, Hartz IV, Kapitalismus, Wirtschaftskrise
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