Verrat! Hängt ihn auf!
Von Eifelphilosoph
Ein unglaublicher Verrat erschüttert im Moment die Republik und stellt alles in den Schatten, was uns bislang widerfahren ist.
Ein abgrundtiefer Verrat, der in einer Art und Weise aufzeigt, wie tief der Mensch eigentlich gesunken ist, tiefer, als wir es uns jemals in unseren kühnsten und perversesten Träumen hätte vorstellen können.
Nun, und über Verrat regt man sich ja zurecht richtig auf.
Da ist es doch nur menschliche, das man in erster Linie sofort nach dem Staatsanwalt ruft und ins Jagdhorn bläst zur offiziellen Hatz auf diesen unglaublich frechen und skrupellosen Verräter, der Aufruf
"hängt ihn" schwingt in den empörten Zeilen, die man dazu lesen kann, deutlich mit.
Äh … ihr wißt momentan nicht, worum es geht?
Nun, dann will ich das kurz erläutern.
Irgendein fürchterlich vaterlandsloses Subjekt hat in diesem Land den abscheulichsten Vertrauensbruch begangen, den man sich nur vorstellen kann.
Heimlich still und leise schlich er sich in die geheimsten Räume seines Herren, entwedete Material, das als höchst vertraulich gekennzeichnet war und SPIELTE ES DER ÖFFENTLICHKEIT ZU.
Dabei weiß doch jeder, das "höchst vertraulich" heißt, das auf jeden Fall der Souverän dieses Landes, der Bürger, davon keine Kenntnis erhalten sollte. Sonst beunruhigt er sich möglicherweise noch oder stellt die Aussagen in Frage, die seine Diener ansonsten immer so gern veröffentlichen.
Das ist mehr als nur Verrat, das ist Landesfriedensbruch, Volksverhetzung, Aufwiegelung zu Unruhen,
absolut unverantwortlich und einfach böse.
Und außerdem: was soll denn der Souverän mit der Meldung anfangen, das da noch mehr giftige Papiere
im Wert von 812 Milliarden Euro in den Tresoren der Banken vor sich hinfaulen?
Das verstehen die doch gar nicht. Das sind doch nur Facharbeiter und Lumpenproletariat, das hat doch schon der Huber von der IG-Metall gesagt.
Die fein gesponnenen Konstrukte von Leistungsträgern entziehen sich doch vollkommen deren Auffassungsfähigkeit.
Aber nun ist es zu spät, der Schaden ist erstmal angerichtet:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,621053,00.html
Und … es sind nur 812 Milliarden, der Spiegel zitiert eine veraltete Quelle, nur so nebenbei erwähnt.
Ja, da kann man dem Bürger, dem Souverän, dem König dieses Landes doch nur eins entgegenhalten:
bloß nicht ernst nehmen, was da steht! Das versteht ihr sowieso nicht, laßt uns nur weiter machen.
Und so große Zahlen übersteigen das Fassungs- und Vorstellungsvermögen des Normalbürgers, das können nur wirkliche Leistungsträger ermessen, was das bedeutet.
Wer nun der Meinung ist, wir sind noch viel mehr Pleite, als wir es uns hätten jemals vorstellen können, der sieht, was dieser Verräter angerichtet hat. Das ganze Vertrauen in die Leistungsträger wird gefährdet, dabei sind doch nur sie in der Lage gewesen, solche Zahlen überhaupt zu produzieren.
Der Normalbürger wäre dazu nie in der Lage.
Quelle: Eifelphilosoph
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» Von SaarBreaker (1894) am Sonntag, 26. April 2009, 13:50 Uhr
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» Kategorien: Deutschland, Kapitalismus, Wirtschaft
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am Sonntag, 26. April 2009 18:57
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