Kinderpornographie und die Verschleierungstaktik unserer Regierung
Die NRhZ bring es auf den Punkt, was uns die Familienministerin Ursula von der Layen unter dem Vorwand, die Kinderpornographie bekämpfen zu wollen, da andrehen will. Da man davon ausgehen kann, dass Sie weder vom Internet noch von den kriminellen Kreisen, die man bekanntlich auch in den höchsten Elitären ebenen findet, Ahnung hat, wird Sie in guter Absicht handeln und ein offenes Ohr für Schäubles Überwachungswahn, den Spitzelplänen der Geheimdienste sowie auch den zensurbegehren der Unterhaltungsindustrie, haben.
Hier nun ein kleiner Auszug von Holger Bleich und Axel Kossel, aus dem lesenswerten Artikel “Verschleierungstaktik”:
Es erstaunt, dass Ministerin von der Leyen kompromisslos an ihren Plänen festhält und Bedenken von Experten beiseite wischt, ohne darauf sachlich zu antworten. Ein Gutachten des wissenschaftlichen Diensts des Bundestags etwa bescheinigt dem Sperrvorhaben, weitgehend wirkungslos und gleichzeitig grundrechtsgefährdend zu sein. Solche Aussagen hält die Ministerin für „unterirdisch“. Die Gesellschaft für Informatik (GI), also die größte Ansammlung von Fachkompetenz im deutschsprachigen Raum, plädierte Anfang April fast schon verzweifelt für eine effektivere Strafverfolgung. Die geplanten Sperrungen dagegen seien wenig hilfreich, sondern überwiegend schädlich.
Bei nüchterner Betrachtung scheint es kaum möglich, dass Ministerin Ursula von der Leyen wirklich daran glaubt, durch Websperren den Handel mit Kinderpornografie spürbar eindämmen oder gar den Missbrauch von Kindern verhindern zu können. Zu offensichtlich läuft diese Aktion in eine falsche Richtung. Und damit taugt sie noch nicht einmal als gesellschaftliches Signal. Denn das würde lauten: Wir starten einen dilettantischen Versuch, das Problem zu verdecken, tun aber nichts dagegen.
(…)
Was steckt also wirklich hinter all diesen Hirngespinsten? Wenn es nicht die Bekämpfung von Kinderpornos ist, dann kann es nur um die Installation der Sperren selbst gehen. Das würde bedeuten, dass hier mit einem Vorwand eine geheime Liste eingeführt wird, die man nach und nach um weitere strafbare und unliebsame Inhalte erweitern kann. Die viel gelobten skandinavischen Länder zeigen bereits die Richtung: In Schweden versuchte die Polizei 2007 auf Lobbydruck hin, Adressen der Tauschbörsen-Suchmaschine Pirate Bay auf die Kinderporno-Sperrliste zu heben. Ähnliches ereignete sich 2008 in Dänemark.
Und in Deutschland stehen die Interessensgruppen bereits in den Startlöchern. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Musikindustrie, hakte sich sogleich bei der Ministerin ein: „Der Vorstoß der Familienministerin zum Verbot von Kinderpornografie im Internet ist ein richtiges Signal. Es geht um gesellschaftlich gewünschte Regulierung im Internet, dazu gehört auch der Schutz des geistigen Eigentums.“ Das ist die mühsam verklausulierte Forderung, unliebsame P2P-Linkseiten auf die Sperrliste zu hieven.
Perfektes Zensurwerkzeug
Längst wurden sogar Forderungen laut, nach denen auf die Liste auch gewaltverherrlichende auch radikale politische Aussagen ausgeblendet werden sollen. Dann fehlt nur noch ein Gesetz, das jedes Umgehen der technischen Sperre unter Strafe stellt, und die Machthabenden hätten ein perfektes Zensurwerkzeug. (PK)
Quelle: NRhZ
Das die Gesellschaft die Internet-Regulierung wünscht, war mir bisher nicht bewusst und wird auch nur von den Systemmedien verbreitet.
Wie lange wird es wohl noch dauern, bis die ersten systemkritischen Seiten auf den Sperrlisten der Zensoren auftauchen?
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» Von SaarBreaker (1894) am Sonntag, 26. April 2009, 22:31 Uhr
» read: 3568 · today: 8 · last: 19. März 2010
» Kategorien: Internet, Politik, Zensur
» Tags: BKA, Internet, Internetsperre, Rechtsstaatlichkeit, Schaeuble, Ursula von der Leyen, Uschi-Filter, Vertuschung, Wahlkampf, Zensur
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am Donnerstag, 30. April 2009 22:33
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