Aufstehn für ein freies Internet: Zu Besuch bei Zensursula
Hier noch einmal der Hinweis auf den morgigen Protest gegen die Internetzensur:
Vom Chaos Computer Club:
Am Freitag [15.04.2009] Vormittag machen die Internetausdrucker Ernst: Der erste deutsche Zensurvertrag soll unter Dach und Fach gebracht werden. Wir wollen dabei und präsent sein, wenn die größten deutschen Internetprovider händchenhaltend mit Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen den Vertrag unterzeichnen werden, mit dem sie sich ohne jegliche gesetzliche Grundlage verpflichten, unliebsame Inhalte nach Gutdünken des Bundeskriminalamtes (BKA) zu sperren und zu filtern.
Die Internetanbieter werden dabei knallhart erpresst: Um nicht in einem Atemzug mit Kinderschändern erwähnt zu werden, sollen sie am offenen Verstoß gegen das Grundgesetz mitwirken. Dabei soll es vorerst nur um die Erschwerung des Zugangs zu strafbaren Inhalten gehen. Zur Erweiterung des Systems auf die Zensur beliebiger anderer Webseiten ist lediglich eine Anpassung der Filterliste notwendig.
Jeder weiß, dass Kindesmissbrauch mit den geplanten Geheimlisten nicht bekämpft werden kann. Auch die Verbreitung von Bildern und Filmen missbrauchter Kinder ließe sich einfacher verhindern: Ginge es ihr wirklich darum, könnte Zensursula die Betreiber der Server mit den Mitteln des Rechtsstaats belangen. Die Strafverfolgungsbehörden könnten die Anbieter und Produzenten zwar effektiv verfolgen, tun es aber nicht. Denn eine bessere Ausstattung und mehr Zusammenarbeit der Ermittler sind nicht geplant. Damit entsteht erst der angeblich rechtsfreie Raum, von dem die Internetausdrucker so gern reden. Deswegen:
Wer keine Lust mehr hat auf die dreisten Lügen, wer was dagegen hat, dass Zensursula mit dem BKA geheime Sperrlisten ohne jegliche Gesetzesgrundlage vereinbart, wer offenen Verfassungsbruch nicht toleriert, wer ein unzensiertes Internet genauso wichtig findet wie wir, der nimmt seinen Hund, seine Kinder und alle seine Freunde und Kollegen am Freitag, dem 17. April 2009, mit zum Reichstagsufer am S-Bahnhof Friedrichstraße in Berlin-Mitte.
Wir wissen, dass 9 Uhr eine Herausforderung ist, aber die Devise lautet: Aufstehn für ein freies Internet!
Wann?
- Am Freitag, den 17. April 2009
- Zwischen 9 Uhr und 9:30 Uhr
Wo?
- Vor dem Presse- & Besucherzentrum der Bundesregierung
- Reichstagsufer 14 | U- und S-Bhf. Berlin-Friedrichstraße
- Karte
Weiterführende Links:
- Chaos Computer Club fordert Erhalt der Freiheit im Netz
- Chaos Computer Club veröffentlicht Vertrag zur Internetzensur – BKA-Sperrliste soll geheim bleiben
- Rechtsgutachtens von Ulrich Sieber und Malaika Nolde zu Internetsperren
Quelle: Chaos Computer Club
Ähnliche Beiträge
- Vorbereitung des Zensursystems
- Gutachter: Vorratsdatenspeicherung bringt nahezu lückenlose räumliche Überwachung
- Achtung, Piraten voraus!
- Kinderpornographie und die Verschleierungstaktik unserer Regierung
- Deutschland und USA unterzeichnen im Alleingang ein bilaterales Abkommen, der den gegenseitigen Zugriff auf personenbezogene Daten ermöglicht und das Recht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt
Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann sage es bitte weiter...
» Von SaarBreaker (1894) am Donnerstag, 16. April 2009, 21:30 Uhr
» read: 2271 · today: 7 · last: 20. März 2010
» Kategorien: Aktionen-Demos-Proteste, Internet, Zensur
» Tags: Internet, Protest, Ueberwachung, Unrechtsstaat, Vertuschung, Zensur
» Kommentare: Keine Kommentare | Kommentar schreiben | Top
» Trackback: Trackback-URL für diesen Beitrag
»
Kommentar-Feed abonnieren |
Beitrag drucken



















