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556 Millionen Dividende austeilen und den Arbeitern 2.000 Millionen an Lohn stehlen

Von Jochen Hoff am Montag, 13. April 2009, 16:12 Uhr

Von Jochen HoffDuckhome

Dieter Zetsche, Vorstandschef bei Daimler, zeigt wieder einmal sehr deutlich, dass das einzige, was Manager wie er können, der Betrug am Arbeitnehmer ist. Milliarden will er bei denen einsparen – aber gleichzeitig noch Dividenden zahlen. Natürlich hinterfragt keiner der angeblichen Wirtschaftsjournalisten, wer denn die Schuld an der Lage bei Daimler trägt.

Zuerst waren die Verbindungen von Schrempp, Ackermann und der Deutschen Bank bei EADS, Chrysler und vielen anderen dämlichen Geschäften die ursprünglichen Auslöser. Aber Zetsche war bei Chrysler, und außer Entlassungen hat er dort nichts hinbekommen und durfte, weil er so schön entlassen kann und die Mitarbeiter so nett um ihren verdienten Lohn bringt, neuer Daimler-Chef werden.

All die verkorksten Beteiligungen haben den Aktionären immer feines Geld an Dividenden und Kursgewinnen gebracht. Die einzigen, die nichts davon hatten, waren die Arbeitnehmer. Sie mussten für den Unfug nur immer wieder bezahlen. Genau wie die Steuerzahler. Sicher wurde Schrempp gegangen, aber er war ja nie mehr als ein Handlanger der Deutschen Bank. Dr. Clemens Börsig wird im Aufsichtsrat schon die Interessen der Deutschen Bank vertreten und hat das ja bisher auch schon lange genug getan.

Jetzt holt also die Deutsche Bank über Daimler zum weiteren Lohndumping aus. Ackermann will die Deutschen so nachhaltig ruinieren, wie er das nur eben kann. Natürlich hört es sich logisch an, in der Krise zusammenzustehen und notfalls auf Lohn zu verzichten, wenn dann nach der Krise sofort kräftig beim Lohn nachgeholfen würde. Aber Solidarität sollen und müssen immer nur die Arbeitnehmer zahlen. Die Aktienbesitzer zocken einfach nur ab.

Das schlimmste aber ist, dass die Arbeitnehmer jetzt durch Kurzarbeitergeld und die dann folgenden Lohndumpings doppelt verlieren. Wenn sie nämlich entlassen werden, erfolgt die Berechnung des Arbeitslosengeldes auf Grund einer komplizierten und möglichst undurchsichtigen Berechnung nach dem Einkommen der letzten 12 Monate, in bestimmten Fällen auch der letzten 24 Monate. Dabei wird Mehrarbeit nicht berücksichtigt und Kurzarbeitsgeld sollte nicht berücksichtigt werden. Auf jeden Fall wirken sich Lohnkürzungen auf das Arbeitslosengeld aus und die spätere Sozialrente aus.

Zetsche und seinesgleichen können Mist bauen, soviel sie wollen: Sie ernten zum Schluss einen goldenen Handschlag und zusätzliche Millionen – wie Herr Mehdorn – und lassen sich dann – wie Zumwinkel – noch Millionen an Pensionsforderungen auszahlen.

Solange Daimler noch Dividende zahlen kann, sollten die Mitarbeiter keine Lohnkürzungen hinnehmen, auch wenn die Gewerkschaften dies noch so süß predigen. Es gibt keinen Grund dafür, die Aktionäre von Daimler durch die Arbeiter zu subventionieren. Denn genau das würde in einem Jahr mit dem eingesparten Geld passieren. Es gäbe eine Sonderdividende, bezahlt durch die Arbeitnehmer.

Das gilt übrigens für alle deutschen Firmen: Lohnkürzungen sind der falsche Weg. Sie nehmen der Bevölkerung das Geld, das im Binnenkonsum dringend gebraucht würde. Es war ja schon der Fehler der Vergangenheit, die Arbeitnehmer verarmen zu lassen und den Mehrgewinn in das Großkapital und damit die Finanzcasinos zu stecken. Unternehmenszerstörung nennt man dies.

Daimler hat aber noch ein weiteres Problem im PKW-Bereich, das in besonderem Maße auch für BMW gilt. Die Autos sind Produkte, deren Nutzwert, weit unter ihrem Wert als Luxusgut liegt. Selbst nutzbarer Luxus wie diverse Fahrhilfen und Sicherheitsmaßnahmen helfen da in der Krise nicht, die Kundschaft zu behalten. In einer Weltwirtschaftskrise schon gar nicht.

Daimler und vor allem BMW haben es versäumt, sich in den Zeiten, als das große Geld noch da war, eine breitere Produktpalette zuzulegen, die krisenfester ist. Audi ist da als Teil des VW-Konzerns viel besser aufgestellt. Daimlers Probleme werden sich mit Zetsche nicht lösen lassen. Es sind strukturelle Probleme, und nur ein schneller Tod von BMW könnte Daimler in der jetzigen Form retten.

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» Von (68) am Montag, 13. April 2009, 16:12 Uhr
» read: 10885 · today: 3 · last: 17. Mai 2012
» Kategorien: Abzocke, Kapitalismus, Wirtschaft
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