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Der Nordex Betrug – Ackermanns Deutsche Bank – Susanne Klatten

Von Jochen Hoff am Donnerstag, 5. März 2009, 19:15 Uhr

Von Jochen Hoff – Duckhome

Der Fall Nordex ist ein typischer Manipulationsfall, der außerhalb von Deutschland schon lange juristische Konsequenzen gehabt hätte, in Deutschland aber durch die enge Verknüpfung von Bafin, Deutscher Bank und Josef Ackermann nicht einmal thematisiert werden darf, ohne dass sich der Ackermann gleich wieder beleidigt fühlt und seine Rechtsabteilung bei Duckhome anruft.

Die Nordex – ein ganz normaler Windkraftanlagenbauer, und der Kurs des Unternehmens folgte wie der ähnlicher Unternehmen den jeweils von der Politik geäußerten Aussagen, pro oder contra Windkraft. Einige schöne Aufträge, die vor allem erweiterungsfähig schienen, ließen bei der Nordex aber deutlich mehr begründete Fantasie zu als bei anderen Unternehmen der Branche.
Der Ehemann von Susanne Klatten, die in letzter Zeit eher durch ihre Bettgeschichten und deren Folgen Schlagzeilen machte, hatte seit 2005 zwei Prozent der Nordex-Aktien in seinem Besitz, vielleicht auch als Treuhänder seiner Frau. Er war natürlich über die guten Aussichten der Firma bestens informiert, und normalerweise hätten weitere Zukäufe, nach dem Stand der Dinge bis zum 21. Mai 2008, richtig Geld gekostet. Aber wozu hat man Susanne Klatten, die Tochter von Herbert Quandt zur Frau.

Wenn man Quandt oder Klatten sagt, muss man automatisch einen kurzen Ausflug in die bitterste Zeit der deutschen Geschichte machen, weil deren Vermögen nämlich wirklich nicht sauber ist und in einem Rechtsstaat auch heute wohl noch leicht einzuziehen wäre.

Günther Quandt war inzwischen zu einem der erfolgreichsten Unternehmer in Deutschland aufgestiegen, vornehmlich in der Akkumulatoren-Industrie. Für Herbert Quandt wurde bald eine technische Ausbildung notwendig. Er verbrachte unter anderem mehrere Monate als Praktikant in den USA. In diese Entwicklung hinein kamen die Jahre der Nazi-Herrschaft und des Zweiten Weltkrieges. 1940 trat er in die NSDAP ein. Während der NS-Zeit war er Vorstandsmitglied der Accumulatoren-Fabrik AG (AFA) und an der Seite von Günther Quandt unter anderem Leiter der Personalabteilung. In der Berliner Fabrik der Pertrix-Werke GmbH war er zugleich Betriebsdirektor. In den Werken kamen Zwangsarbeiter zum Einsatz, die ohne Schutz mit hochgiftigen Chemikalien hantieren mussten, was Hunderte mit dem Leben bezahlten.

Nach Einschätzung von Benjamin Ferencz, der bei den Nürnberger Prozessen für die Anklagebehörde arbeitete, wären Herbert Quandt und sein Vater Günther ebenso wie Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, Friedrich Flick und die Verantwortlichen der I.G. Farben als Hauptkriegsverbrecher angeklagt worden, wenn die heute zugänglichen Dokumente den Anklägern damals vorgelegen hätten. Die entscheidenden Dokumente zu ihrem Wirken im Dritten Reich lagen den Behörden in der britischen Besatzungszone vor. Die Briten hielten das Material zurück, weil sie erkannt hatten, welche Bedeutung die Batterieproduktion der AFA auch nach dem Krieg hatte, und die Eigentümer deswegen schonen wollten.

Susanne Klatten besitzt heute Altana, über 12,5 Prozent von BMW und 20 Prozent von Nordex. Anspruch hätte sie auf nichts gehabt, wenn an ihren Vater der gleiche Maßstab wie an andere gelegt worden wäre. Aber das Großkapital hat sich vor, während und nach der Nazizeit immer wieder gerne geholfen und macht das auch heute noch. Darüber muss erst wieder debattiert werden, wenn Deutschland über eine Verfassung abstimmt und Friedensverträge schließt. Erst dann können die durch Kriegsverbrechen und Zwangsarbeiter erwirtschafteten Vermögen eingezogen werden, was dann wohl auch rücksichtslos erfolgen muss.

Bei der Nordex erleben wir dann so ein seltsames und sicher rein zufälliges Zusammenspiel des Großkapitals und dessen verbrecherische Auswirkungen auf normale Aktionäre. Es ist sicher auch kein Zufall, dass Josef Ackermanns Deutsche Bank wieder ganz vorne mit dabei ist. Damals schrieb ich auf Duckhome:

Ich würde es Betrug nennen

Natürlich bin ich kein Jurist, ja noch nicht einmal ein Wirtschaftsfachmann. Ich bin nur ein dummer Laie. Das, was ich hier schreibe, wird keinen Staatsanwalt interessieren, es sei denn, er könne es dazu verwenden, Herrn Ackermann und die Deutsche Bank sauberzuwaschen, indem er mich anzeigt. Trotzdem würde ich es Betrug nennen, wenn mich jemand fragt. Aber es fragt mich ja zum Glück keiner.

Wir alle wissen, das Energie immer teurer wird und dass Windenergie auf Dauer einen stärkeren Anteil als heute übernehmen muss, solange wir nicht ernsthaft in die Wasserstoffwirtschaft einsteigen – und selbst dann wird Windenergie an vielen Standorten trotzdem Sinn machen. Natürlich nicht an jedem. Trotzdem bedeutet dies, dass der Markt für erfolgreiche Windanlagenbauer ständig größer wird.

Dieses Wissen ist kein Geheimwissen, und wenn wir einfach mal davon ausgehen, dass es sich nicht verhindern lässt, dass auch Analysten der Deutschen Bank Zeitungen zu sehen bekommen, Fernsehen und Radio nicht entfliehen können und sich zusätzlich mit anderen Menschen unterhalten, dann müsste klar sein, dass auch ein solcher Analyst die Tatsachen kennt.

Wenn aber trotzdem Alexander Karnick als Analyst der Deutschen Bank am 21.Mai 2008 die Aktie von Nordex (ISIN DE000A0D6554 (News/Aktienkurs)/ WKN A0D655) von “hold” auf “sell” zurückstuft, aber gleichzeitig das Kursziel von 25 EUR bestätigt, dann werde ich hellhörig. Ich hatte damals sogar einen Beitrag angefangen und, wie ich meinte, fertiggeschrieben, aber den finde ich nicht mehr. Schicksal eines Vielschreibers.

Der Nordex-Vorstand äußerte sich trotz dieses herben Schlages positiv und sprach davon, dass die Ziele nicht nur erreicht, sondern sogar übertroffen würden. Ich habe dann bei Google und an anderen Stellen gesucht, welches Interesse die Beauftragten des Schweizers Ackermann daran haben könnten, die Nordex fertigzumachen, aber nichts Wesentliches und vor allem nichts Gerichtsfestes gefunden.

Unnötig zu sagen, dass die Nordex noch in der gleichen Woche einen weiteren Großauftrag aus der Türkei meldete, was aber gegen den Verkaufsbefehl der Deutschen Bank natürlich nicht ankam. Treffer, versenkt, der Aktienkurs der Nordex brach ein und viele Kleinaktionäre wurden um ihr Geld gebracht, ja, für die gesamte Branche hatte die Deutsche Bank unter Josef Ackermann den Finger nach unten gedreht. Natürlich gegen alle Fakten, aber wohl mit einem klaren Ziel, dass man zwar ohne einen ermittelnden Staatsanwalt nichts beweisen, aber doch zumindest sehr stark vermuten kann.

Es kam auf jeden Fall wie es wohl auch von Anfang an geplant war. Susanne Klatten kaufte 20 Prozent von Nordex ungefähr zur Hälfte des Höchstkurses. Ein nettes kleines Geschäft, zu Lasten aller ehrlichen Aktionäre. Ich würde es auch heute noch Betrug nennen oder besser erst recht.

Heute, wo wir uns in der Weltwirtschaftskrise befinden und namhafte Unternehmen bereits den Bach heruntergegangen sind und andere kurz davorstehen, zeigt sich, wie toll das Geschäft war, das Frau Klatten gemacht hat.

Nordex schließt in 2008 Rekordjahr ab

Nach vorläufigen Berechnungen hat der Nordex-Konzern (ISIN: DE000A0D6554) seinen Umsatz im Berichtsjahr erwartungsgemäß um 52% auf rund 1,136 Mrd. Euro (Vorjahr: 747 Mio. Euro) gesteigert. Wachstumstreiber waren dabei die Auslandsmärkte Großbritannien, Italien und China. Bezogen auf das Absatzvolumen ist Nordex 2008 das vierte Jahr in Folge schneller gewachsen als der Markt (26%). Nordex erhöhte seine neu errichtete Kapazität um rund 60%. Die Produktionsleistung im Konzern stieg in der Turbinenmontage um mehr als 40% beziehungsweise 55% in der Rotorblattfertigung. Dabei gewinnt China als Fertigungsstandort immer mehr Bedeutung: Die zwei chinesischen Werke verdoppelten ihren Anteil an der Gesamtproduktion.

Durch die gestiegene Profitabilität der realisierten Projekte legte das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) um 58% auf 63,0 (40,1) Mio. Euro zu und lag damit im Prognosebereich (60 – 66 Mio. Euro). Das Betriebsergebnis (EBT) verbesserte sich um 64% auf 64,0 (39,1) Mio. Euro. Nach Investitionen in Höhe von rund 76 Mio. Euro betrug die Liquidität zum Bilanzstichtag (31.12.08) 112 Mio. Euro. Die Steuerquote stieg auf 23%. Der Konzernjahresüberschuss betrug 50 Mio. Euro.

Der Auftragsbestand erhöhte sich von 2,9 auf 3,0 Mrd. Euro, wobei der Bestand fester Aufträge aufgrund der Finanzmarktkrise von 1.022 auf 824 Mio. Euro gesunken ist. Der Bestand so genannter bedingter Aufträge (Rahmenverträge) stieg dagegen um 17% auf 2.220 (1.881) Mio. Euro. Insbesondere im zweiten Halbjahr 2008 war das Kreditvolumen für Kundenprojekte bei weiterhin hoher Nachfrage rückläufig.

“In dem aktuell schwierigen Marktumfeld gehen wir für unsere Industrie von einem insgesamt stagnierenden Absatz aus. Nordex plant im Jahr 2009 nach wie vor seinen Umsatz steigern zu können”, sagte Thomas Richterich, Vorstandsvorsitzender der Nordex AG.

Natürlich ist die Nordex ein vergleichsweise kleines Unternehmen. Es mag vielleicht sogar unbedeutend sein. Aber die Manipulationen, die mit dem Aktienkurs von Nordex gemacht wurden, lassen sich hier leicht nachweisen. Das was hier geschah, dürfte täglich geschehen. Solange die Deutsche Bank und die Nutznießerin dieses Deals, Frau Klatten, nicht zumindest Gegenstand eines Ermittlungsverfahrens der Staatsanwalt und einer genauen Untersuchung der Börsenaufsicht werden, muss einfach davon ausgegangen werden, dass die Manipulation von Kursen in Deutschland von der Bafin und der Politik gewollt ist.

Wahrscheinlich wird aber Josef Ackermann den Deutschen wieder einmal sein Victory-Zeichen machen und uns lachend wissen lassen, dass er mit unserer Wirtschaft mache, was er will. Er wird uns wieder zu verstehen geben, dass er der Herr von Deutschland ist, und unsere Bundeskanzlerin wird ihm fröhlich nickend Beifall zollen. In solch einem Umfeld kann es keine Aktienkultur geben. Da gibt es nur Abzocker. Deshalb hält sich auch das Mitleid mit Fr. Klatten wegen ihrer Sexerpressung in engen Grenzen. Sie hat so gar nichts, was irgendwelches Mitleid rechtfertigen würde. Vielleicht sollten sie und ihre Familie sich zuerst einmal rechtfertigen. Vor allem bevor BMW Staatsgeld bekommt, weil es BMW doch so schlecht gehe. Da sollte zunächst einmal Frau Klatten in die eigene wohlgefüllte Tasche greifen, bevor sie den Steuerzahler bestiehlt.

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