100 Tonnen argentinisches Uran in Israel “verschwunden”
Gabriele Weber ist eine deutsche Journalistin, die sich auf Lateinamerika, insbesondere Argentinien spezialisiert hat und dort insbesondere auf unbequeme Themen:
So steht es in den Geschichtsbüchern: der Mossad hat Adolf Eichmann wegen seiner Verbrechen am jüdischen Volk aus Argentinien entführt. Ein Satz, vier Lügen, entgegnet die in Buenos Aires und Berlin lebende Journalistin, Gaby Weber. Nach jahrelangen Recherchen kommt sie zu dem Ergebnis, dass es erstens nicht der Mossad war, der im Mai 1960 am Werk war, sondern ein kleiner Geheimdienst Israels, der in Argentinien Atomtechnologie „beschaffte“. Zweitens war der Grund für Eichmanns Abtransport nicht seine Beteiligung am Holocaust sondern sein Wissen um ein geheimes Dreiecksgeschäft. Drittens wurde er nicht entführt und viertens nicht aus Buenos Aires. Die Spur führt zu Standard Oil, zur Deutschen Bank, zu Daimler-Benz und zur Degussa. Letztere hatte Zyklon B für Auschwitz und Uranmetall für Hitlers „Uranprojekt“ produziert. Nach dem Krieg blieb die Degussa der Nukleartechnik treu und expandierte ihren Markt bis nach Tel Aviv. Vielleicht nicht ganz freiwillig und nicht legal. Präsident Eisenhower war gegen die israelische Atombombe. Er wollte sein „atoms for peace“-Programm und das amerikanische Atomwaffenmonopol verteidigen.
http://www.gabyweber.com/bucher.php
Diese darauf bezogene Dokumente:
- “Kooperation des Atom-Ministeriums mit Israels Weizmann-Institut“
- “Dekrete der CNEA über drei Uranlieferungen an Israel“
- “Dekrete der CNEA über drei Uranlieferungen an Israel“
- “Dekrete der CNEA über drei Uranlieferungen an Israel“
können von den Seiten von Gabriele Weber heruntergeladen werden:
http://www.gabyweber.com/bucher2_sokrates.php
Heute befindet sich in der Jungen Welt folgender Artikel von Frau Weber:
100 Tonnen Uran »verschwunden«
…
Allgemein bekannt ist, daß sich der israelische Geheimdienst Mossad ab Ende der sechziger Jahre in Nacht-und-Nebel-Aktionen Uran »besorgt« hatte –doch woher der erste Brennstoff für Dimona kam, haben die zuständigen Behörden bis heute nicht bekanntgegeben.
Wer die argentinische Atombehörde (CNEA) dazu fragt, erhält eine klare Antwort: »Wir haben drei Mal Uran an Israel geliefert«, so CNEA-Sprecher Roberto Ornstein Ende vergangenen Jahres.
…
Der US-Regierung waren diese Exporte bekannt. Dieses geht aus einem vertraulichen Memorandum vom 5. März 1962 hervor, das auf meinen Antrag hin Ende vergangenen Jahres vom Energieministerium in Washington freigegeben und mir überreicht wurden.
…
Daß der Kaufvertrag keine Kontrollen über die Verwendung des Urans vorgesehen und daß die israelische Regierung ausdrücklich die Geheimhaltung dieses Geschäfts »gefordert« habe, hatte die US-Regierung nicht zum Anlaß genommen, mißtrauisch zu werden oder gar »Alarm« auszulösen. »Mengen unter zehn Tonnen« – so das Memorandum – seien laut der internationalen und der US-amerikanischen Regelungen von solchen Kontrollen ausgenommen.
…
Im Februar 1963 entschied die argentinische Regierung, ein drittes Mal konzentriertes Uran nach Israel zu schicken – diesmal einhundert Tonnen, ausreichend für den Bau von fast hundert Atombomben. Wenige Monate später, am 5. Juli 1963, schrieb Präsident John F. Kennedy an den israelischen Premierminister und bat um eine Inspektion des Dimona-Komplexes. Eine umfassende Inspektion des Atomkraftwerkes in der Negev-Wüste hat die Regierung in Tel Aviv bis heute verweigert. Die über hundert Tonnen Uran aus Argentinien wurden nie gefunden. Sie sind bis heute verschwunden, und niemand schlug Alarm.Und seit dem Attentat auf Kennedy im November 1963 scheint sich kein US-Präsident mehr um das israelische Atomprogramm zu sorgen.
Leider ist der vollständige Artikel im Moment nur für online-Abonnenten der Jungen Welt abrufbar:
https://www.jungewelt.de/loginFailed.php?ref=/2009/03-17/002.php
Zum Vergleich für “bedenkliche Mengen an Uran”:
Dass die Regierung in Teheran eventuell statt den angegebenen 600 Kilogramm eine Tonne leicht angereichertes Uran besitzt hält die New York Times vom 19.2. für “alarmierend”.
Die Nachricht von einer Tonne Uran im Besitz des Iran mag durchaus eine alarmierende Tatsache sein, wenn es denn stimmt.
Auch bedeutet der Besitz von Uran nicht automatisch, dass Atomwaffen gebaut werden. Es ist durchaus vorstellbar, dass der Iran das Uran tatsächlich für “friedlichen Atomstrom” verwenden möchte.
Vergessen wir nie, dass der Irak nachweißlich keine Atomwaffen hatte.
Dass auch “Strom aus Atom” ein durchaus kritisch zu bewertendes Thema ist, ist noch einmal etwas anderes. Diese Kritik sollte aber ganz gewiß nicht nur am Iran festgemacht werden.
Ich möchte hier noch auf den Fall Mordechai Vanunu hinweisen.
Mordechai Vanunu arbeitete als Nukleartechniker im israelischen Kernforschungszentrum Dimona, bis er 1986 mit der Behauptung Israel sei Atommacht geworden, an die Weltöffentlichkeit trat.
Er wurde vom Mossad in eine Falle gelockt und in einer geheimen Aktion nach Israel entführt.
Vanunu kam wegen Landesverrats für 18 Jahre ins Gefängnis, ist seit 2004 wieder frei aber nur unter strengen Auflagen: er darf Israel nicht verlassen und sich keiner ausländischen Botschaft nähern.
Zur Zeit lebt er in Ostjerusalem.
Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Mordechai_Vanunu
Auf seinen Seiten findet sich neben einer Beschreibung, wie er “als einfaches Rädchen im Getriebe” erkannte, bei was er mitarbeitete, als
“neueste Nachricht” seine Antwort auf seine (erneute) Nominierung für den Friedensnobelpreis 2009:
I am asking the committee to remove my name from the list for this year’s list of nominations.
My main reason for this is that I cannot be part of a list of laureates that includes Simon Peres. He is the man who was behind all the Israeli atomic policy.
Peres established and developed the atomic weapon program in Dimona in Israel. Exactly like Dr. Khan did in Pakistan, Peres was the man behind the atomic weapon proliferation to South Africa and other states. He was also, for instance, behind the nuclear weapon test in South Africa in 1978.
http://www.serve.com/vanunu/20090301nobel.html
Hmm. Ob das klug ist? Wäre es nicht so, dass, würde ihm tatsächlich der Friedensnobelpreis verlieren, er dermassen “strahlen” würde, dass ein Simon Peres dagegen total verblasste?
Außerdem wäre dies für Vanunu wahrscheinlich die Gelegenheit, Israel endlich verlassen zu können. Bis jetzt ist auf seinen Seiten zu lesen:
-Waiting In East Jerusalem.
To Be Free,To Leave.
Noch eine Bemerkung in eigener Sache: falls die oben angeführten Recherche-Ergebnisse von Frau Weber tatsächlich stimmen sollten, möchte ich hiermit meine Beeindruckung ausdrücken: auf sowas kommt tatsächlich nicht jeder.
Falls man also bei Mossad und Co. der Ansicht sein sollte, man “sei etwas besseres”, kann ich das durchaus nachvollziehen.
Bei flashlink30 ist über eine anschauliche “Nahost-Parabel” ein Beispiel für “jüdischen/israelischen” Einfallsreichtum angeführt.
Ob man wohl mal beim Mossad ein Praktikum machen könnte?? – Es gäbe dort bestimmt einiges zu lernen.
(Eine erste Kurz-Recherche ergab, dass ich mich dafür “ortsnah” bei der Telekom bewerben könnte)
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» Von SaarBreaker (12) am Dienstag, 17. März 2009, 20:36 Uhr
» read: 3916 · today: 4 · last: 15. März 2010
» Kategorien: Terrorismus, USA
» Tags: Gaza, Israel, Krieg und Frieden, Mossad, Politik, Terrorismus, Uranwaffen, USA, Verschwunden
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am Mittwoch, 18. März 2009 01:31
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