Kreditkarten – Achtung, neue Schuldenfalle!
Von Jochen Hoff – www.duckhome.de
Bisher waren Kreditkarten in Deutschland relativ harmlos. Sie waren eng mit dem Dispokredit bei der Hausbank verbunden, die einfach die Begleichung der Kreditkartenschulden verweigerte, wenn keine Deckung vorhanden und der Dispo ausgereizt war. Dies führte dann spätestens nach einem bis zwei Monaten dazu, dass die Kreditkarte gesperrt und eingezogen wurde. Maximal konnten drei Monate Schulden auflaufen, wenn alle richtig schalteten, was die Folgen in Grenzen hielt.
Dazu kam, dass man häufig durch Barzahlung höhere Nachlässe bekommen kann, weil ja die Kreditkartenunternehmen von den Unternehmen, die Karten akzeptieren, einen Abschlag als Bearbeitungsgebühr verlangen. Kreditkarte, EC-Karte, Geldkarte und Bargeld waren praktisch identisch, wobei Bargeld natürlich am wenigsten Folgen nach sich zieht und auch noch den Vorteil hat, dass man nicht zum gläsernen Kunden wird.
Andererseits kann Bargeld gestohlen werden, was bei der Kreditkarte, selbst wenn sie gestohlen wird, eher keine Verluste verursacht. Deshalb hat die Kreditkarte auch schleichend überall Einzug gehalten, was bisher kein wirkliches Problem war. Das ändert sich aber nunmehr radikal. Zum einen wird aktiv bei Bestandskunden der Kreditkartenbranche eine erweiterte, internationale Form der Kreditkarte angeboten, und Wechsel- oder Neukunden werden direkt auf diese neue Form hin geworben.
Dabei muss der Kreditkartenkunde nicht wie bisher zu einem bestimmtem Zeitpunkt im Monat sein Konto ausgleichen, sondern muss nur eine Mindestsumme jeden Monat tilgen. Der Rest bleibt, natürlich gegen Zinsen, als Schuld auf dem Kreditkartenkonto. Da jeden Monat neue Schulden hinzukommen, ergibt dies einen sich ständig erneuernden Revolverkredit. Der Name basiert auf dem System eines Revolvers, bei dem in jeder Kammer eine neue Kugel steckt, die automatisch nach vorne transportiert wird. Ähnlich wie ein Revolver sind jedoch auch diese Revolverkredite endlich. Nach dem letzten Schuss ist Schluss.
Wann der letzte Schuss gefallen ist, lässt sich bei diesem revolvierenden Kredit nicht so ohne weiteres sagen, da es von den persönlichen finanziellen Verhältnissen und deren Entwicklung, aber auch vom Markt insgesamt abhängt. Natürlich könnten vernünftige Menschen dadurch, dass sie den Kredit nur bis zu der Höhe in Anspruch nehmen, die sie leicht und pünktlich zurückzahlen können, auch ohne Verschuldung und hohe Zinslasten leben. Allerdings ist das Geschäftsmodell der Kreditkarte ja nicht der überlegte Konsum, sondern beruht darauf, einer oder vielen günstigen “Gelegenheiten” zu erliegen: Das System setzt auf die menschliche Schwäche. Außerdem muss der Betrag aktiv überwiesen werden, was eine weitere Fehlerquelle und viel Streit beinhaltet.
In den USA wurden extra Werbekampagnen für diese Art der Kreditaufnahme gefahren, und seitdem die Bundesregierung diese Form der Menschenverführung noch durch möglichst viele neue Anbieter unterstützen will, dürfte auch hier bald ein großer Werbefeldzug ausbrechen. Für die Regierung sind Schuldner zum Machterhalt wichtig. Schuldner mucken nicht auf und beschweren sich nicht – und wenn, kann man ihnen immer mit der Keule des Gesetzes drohen, denn niemand hat alle Angaben in seinen Anträgen richtig gemacht, oder gar alle fälligen Folgemitteilungen geleistet. Dahinter steckt System. Der Schuldner ist rechtlos, sobald er in der Schuldenfalle ist, und Frau Zypries wird noch Mittel und Wege finden, um diese Rechtlosigkeit zu verstärken.
Tatsächlich haben aber auch die Kreditkartenunternehmen ein Interesse an den Schuldnern, vor allem an Schuldnern in Deutschland. Zum einen hat Deutschland, insgesamt gesehen, international noch ein gutes Rating, sodass die Schulden der deutschen Kreditkartenkunden sehr leicht zu neuen Credit Default Swaps (CDS) und anderen Derivaten zusammengefasst werden können. Diese lassen sich leicht vermarkten, weil ja unterschwellig klar ist, dass die Bundesregierung letztendlich für alles Garantien ausstellen wird, was das Großkapital will, und sei es, dass sie dabei sehenden Auges Deutschland in den Untergang führt.
Die Einführung und Verbreitung der Revolving-Kreditkarte ist ein klares Signal, dass die Regierung die deutschen Bürger zum Ausnehmen freigibt, wie sie es ja schon immer getan hat. Wenn man sich die USA und England anschaut, in denen die Bürger schon traditionsgemäß zum Abzocken freigegeben sind, werden die Folgen schnell klar. In den USA rechnet man mit ca. 1.000 Milliarden Dollar, die schon jetzt aus der Kreditkartenkrise nicht mehr eintreibbar sind, also nur noch als Giftmüll in den Büchern schlummern.
Im Endeffekt werden es wohl eher 1.800 Milliarden Dollar sein und in England rechnet man mit 650 Milliarden Dollar. Plötzlich wirkt Obamas Konjunkturpaket da nur noch lächerlich – und das der Engländer verschwindet komplett. Deutschland wird es wohl auf die schnelle nicht mehr auf solche Beträge bringen, bevor der Schwindel platzt, aber ein paar hundert Milliarden sind immer drin.
So könnte es dazu kommen, dass die Kreditkartenkunden zum einen über Jahre hinweg ihre Schulden bei einem Kreditkartenunternehmen zu horrenden Zinsen abzahlen, während sie gleichzeitig über erhöhte Steuern dieses Unternehmen subventionieren müssen. Am härtesten wird es wie immer die Dummen und Schwachen treffen, deshalb ist es wichtig, in seinem Umfeld vor diesen Kreditkarten zu warnen. Helft den Menschen, nicht auf diese neue Abzocke hereinzufallen, die von der Regierung Merkel und dem Großkapital aufgestellt wurde. Wechselt mit euren Karten nicht in das neue System, sie wollen euch nur ausnehmen und betrügen.
Gerade in der Krise werden die Methoden der Abzocker immer schlimmer. Das deutsche Recht will die Bürger nicht schützen, deshalb können nur die Bürger sich selbst schützen. Passt auf!
Thx Jochen und Rebecca
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» Von Jochen Hoff (68) am Mittwoch, 18. Februar 2009, 19:31 Uhr
» read: 11932 · today: 3 · last: 17. Mai 2012
» Kategorien: Abzocke, Information, Kapitalismus
» Tags: Abzocke | Finanzkrise | Information | Kapitalismus | Kreditkarten | Politik | Schulden | Schuldenfalle
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am Mittwoch, 18. Februar 2009 21:54
Ich finde den Bericht sehr gut und auch sehr inforamtiv. Kreditkarten sind gefährlich und man verliert hier auch sehr schnell den Überblick und das endet meistens in hohen Schulden.
am Freitag, 27. August 2010 16:26
[...] sie die Zinsen für diese Kredite kräftig in die Höhe gezogen. Betroffen sind von den Wucherzinsen bis zur Höhe von fast 24 Prozent hauptsächlich Neukunden. Zudem könnte es gut sein, [...]
am Mittwoch, 13. Oktober 2010 18:14
[...] den USA sind solche Revolving Kreditkarten inzwischen etwas ganz Normales, sie führen aber geradewegs in die Überschuldung hinein. Dies sollte jedoch möglichst vermieden werden. Eine Kreditkarte nutzen, um seine [...]