ASSE: Bundesamt für Strahlenschutz warnt vor weiteren bösen Überraschungen

Der Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz, Wolfram König, bezeichnet das Atommülllager Asse in Niedersachsen als “eines der größten Umweltprobleme der Bundesrepublik”.

Nachdem der bisherige Betreiber von Asse, das Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU), mehrmals wegen verantwortungslosen Umgang mit dem radioaktivem Material aufgefallen war, übernahm das BfS zum Jahresanfang die Verantwortung für das Atommülllager Asse. Das Helmholtz Zentrum München wird trotz kriminellen Umgangs mit dem radioaktiven Abfall, Gefährdung der Umwelt und nicht genehmigter Umlagerung von radioaktiven Salzlaugen, die bereits seit 1988 in tiefer gelegene Bereiche des Bergwerks gepumpt wurden, nicht zur Verantwortung gezogen.

Seit Übernahme des Salzbergwerkes zu Forschungszwecken war dem Helmholtz Zentrum München bekannt, dass die Stabilität des Salzbergwerks auf wenige Jahre begrenzt ist und danach vermutlich einstürzen würde. Das Institut für Gebirgsmechanik in Leipzig, beobachtet die Entwicklung in der Grube seit 1996 kontinuierlich und prognostizierte im Jahr 2007, dass es ab Anfang 2014 zu einer drastischen Zunahme des Tragfähigkeitsverlustes und damit zu einer dramatischen Verschiebung im Deckengebirge kommen wird. Diese Verschiebungen können zu einem unbeherrschbaren Wasserzufluss und schließlich zum Einsturz führen. Ein unkontrollierbarer Wasserzufluss könnte dazu führen, dass die radioaktiven Salzlaugen aus dem Berg ins Grundwasser gelangen könnten.

All das wurde vom Helmholtz Zentrum München – Deutsches Forschungszentrum für Gesundheit und Umwelt (HMGU) verschwiegen.

Es überrascht also nicht, wenn der Präsident des BfS folgendes feststellt:

Bei der Übernahme der Verantwortung für das marode Bergwerk bei Wolfenbüttel habe man “ein Haus vorgefunden, das schwer einsturzgefährdet und feucht ist”, sagte BfS-Präsident Wolfram König in Schöppenstedt. “Asse war nie als Endlager geeignet, die Nachweise für eine Eignung lagen nie vor”, betonte er. (Quelle: Stern)

Das Ausmaß und die möglichen Folgen für die Umwelt sind unklar:

“Um welche Mengen es sich gehandelt hat und wo die radioaktiv kontaminierten Laugen verblieben sind, ist nicht bekannt”, erklärte das Bundesamt. Die Lösungen waren dem BfS zufolge mit radioaktivem Cäsium, Kobalt 60, Strontium 90 und Tritium belastet. Nach Untersuchungen des niedersächsischen Umweltministeriums stammen diese Substanzen sehr wahrscheinlich aus den schwachradioaktiven Abfällen, die in Kammer 12 eingelagert sind. Das BfS, das seit Jahresbeginn Betreiber der Asse ist, berichtete auch von “Lösungen unbekannter Herkunft” aus der 750-Meter-Sohle, die zwischen 1984 und 1986 bei der Verfüllung einer Abbaukammer auf der 658-Meter-Sohle zur Staubbindung eingesetzt worden seien. Ob diese Lösungen ebenfalls kontaminiert waren, konnte die Behörde noch nicht sagen. (Quelle: NDR)

Wahrscheinlicher erscheint mir jedoch, dass man zwar das Ausmaß kennt, der Bevölkerung aber um Unruhen zu vermeiden verschweigt.

Zwar fordern die Grünen im Niedersächsischen Landtag strafrechtliche Konsequenzen für die Verantwortlichen, doch wer ist eigentlich für den radioaktiven Müll verantwortlich?

Wir wissen, dass es für radioaktiven Müll keine Lösung in Form von Endlagerung gibt. Weder in Deutschland noch in anderen Ländern. Wir wissen um die Gefahren und seit Tschernobyl sollte auch jedem klar sein, wie gefährlich ein Unfall für Menschen, Tiere und die Umwelt ist. Dennoch wird an der Atomenergieerzeugung festgehalten. Und wenn man sich die Presseberichte zu dem Thema anschaut, wird klar, dass es so schnell keinen Ausstieg aus der Atomenergie geben wird und geben kann. Denn die alternative Energiegewinnung kann derzeit den Bedarf alleine nicht decken.

Meiner Ansicht nach, müssen die Betreiber, also jene, die auch die satten Gewinne einfahren, für ihren Atommüll verantwortlich sein. Bisher ist es allerdings so, dass der Bürger für die Endlagerung aufkommt und somit auch für die daraus entstehenden Schäden aufkommen muss. Während die Betreiber also Strom produzieren und diesen gewinnbringend verkaufen, muss der Bürger für den Atommüll aufkommen!

Quellen und Links

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