Schuhwerfer gefoltert – “Arm und Rippen gebrochen”
Nachdem Muntader al Zaidi vorgestern den Massenmörder George W. Bush mit seinen Schuhen beworfen hatte, wurde er zum Helden der freien Welt.
Wie verschiedene Quellen nun unter Berufung auf seinen Bruder Durgham berichten, wurden dem irakischen Journalisten nach seiner Festnahme im Gewahrsam der Sicherheitskräfte des von den USA besetzten Irak ein Arm sowie mehrere Rippen gebrochen.
Außerdem habe er innere Blutungen und sei am Auge verletzt worden. Der irakische TV-Sender al-Sharqiya berichtete außerdem, seine Schenkel wiesen deutliche Spuren von Folter auf.
Diese Behauptungen passen auffallend gut zu den Aussagen des regimetreuen Reporters Mohammed Taher, der im dem Marionettenregime von Nuri al-Maliki nahestehenden TV-Kanal Afaq stolz erklärt hatte, Muntader al Zaidi hätte geweint wie ein kleines Mädchen, als er von Sicherheitskräften brutal zusammengeschlagen worden sei. Ein anderer Reporter berichtete außerdem von Blutspuren am Ort der Verhaftung.
Nachdem Muntader al Zaidi bisher bei Truppen des irakischen nationalen “Sicherheitsberaters” des al-Maliki Regimes Muwaffaq al-Rubaie inhaftiert war, soll er nun vermutlich in das von der amerikanischen Foltertruppe gemanagten Flughafengefängnis Camp Cropper gebracht worden sein.
Muntader al Zaidi droht nach der Folter auch noch eine mehrjährige Haftstrafe wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes. Ob zu einem Gerichtsverfahren kommt, ist indes mehr als fraglich, denn der Fall Muntader al Zaidi ist längst ein Politikum der höchsten Ebene. Durch die Folter von Muntader al Zaidi droht nun sowohl das irakische Marionettenregime als auch die US-Besatzung aus den Angeln gehoben zu werden.
Und damit nicht genug: auch international ist Muntader al Zaidi zum Vorbild des Widerstandes gegen den Verbrecherstaat USA geworden. In Libyen wurde Muntader al Zaidi mit einer Medaille für Zivilcourage geehrt, Venezuelas Präsident Hugo Chavez lobte den Schuhwurf, der saudische Geschäftsmann Hasan Makhafa bot 10 Mio Dollar für die historischen Schuhe und die libanesische TV-Station nahm den Helden ehrenhalber auf ihre Payroll.
Auch Mein Parteibuch betrachtet Muntadhar al Zaidi als Vorbild.
Nachtrag 17.12.2008: Zu einem angesetzten Gerichtstermin am Zentralgericht in Bagdad wurde Muntadhar al-Zaidi nicht vorgeführt. Stattdessen wurde behauptet, der Gerichtstermin sei gestern in der grünen Zone gewesen und da war eben kein Wahlvertediger und keine Öffentlichkeit da. In der grünen Zone wird hingegen behauptet, Muntadhar al-Zaidi sei nicht da. Bisher haben weder seine Familie noch seine Anwälte oder die Öffentlichkeit ihn nach seinen Schuhwürfen zu Gesicht bekommen. (Quelle: Mein Parteibuch)
Update
Wer seinen Frust über die Misshandlung unseres Helden loswerden will, kann nun selbst aktiv werden:
- Das Bush-Schuhwerf-Spiel in deutsch
- eine russische Variante mit drei verschiedenen Schuhen zur Auswahl
- und auf Spreeblick kann man einen alten ausgedienten Schuh auf deutsche Politiker werfen.
Ähnliche Beiträge
- Die Fehltritte von Bush unterminierten alle Abteilungen der US-Regierung
- Sitzstreik für Schuhwerfer von Bagdad
- Der Iran hat einen unserer "guten Terroristen" gefangen
- Jetzt ist es offiziell: Die USA sind ein Polizeistaat
- Der Anti-Imperiums-Report vom 29. September 2009
Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann sage es bitte weiter...
» Von Mein Parteibuch Blog (93) am Mittwoch, 17. Dezember 2008, 21:59 Uhr
» read: 3139 · today: 6 · last: 19. März 2010
» Kategorien: Presse, USA
» Tags: Folter, Irak, Pressefreiheit, USA
» Kommentare: 3 Kommentare | Kommentar schreiben | Top
» Trackback: Trackback-URL für diesen Beitrag
»
Kommentar-Feed abonnieren |
Beitrag drucken






















am Mittwoch, 17. Dezember 2008 22:45
Blogring für gebrochen…
Verwandte Blog-Einträge…
am Sonntag, 21. Dezember 2008 12:01
[...] seinen Frust über die Misshandlung unseres Helden loswerden will, kann nun selbst aktiv [...]
am Dienstag, 23. Dezember 2008 16:18
Man sollte Muntadhar al-Zaidi die Tat nicht ankreiden. Es handelt sich lediglich um eine “Alternative Begrüßungsmethode”. Er sollte sich das patentieren lassen und Lizenzen vergeben.
So könnte George W. Bush auf der ganzen Welt angemessen empfangen werden.