Datenhandel – Der Schwarzmarkt brummt
Der Handel mit geklauten Daten blüht und das schon sehr lange. Bei SPON kann man unter anderem folgendes lesen:
Aktuell im Angebot: Kontozugänge inklusive aller nötigen Login-Daten. Privatkonten kosten 100 Dollar, sind aber auch schnell leergeräumt. Firmenkonten sind zum Schnäppchenpreis von 200 Dollar zu haben. Wer dagegen nur nach passenden Sicherheits-Codes für einen bereits vorliegenden Stapel geklauter Kreditkarten sucht, ist schon mit drei Dollar pro Karte dabei.
Wer sich darüber aufregt, sollte sich einmal darüber Gedanken machen, wie die Datenmafia überhaupt an die begehrten Daten kommt? In Deutschland können sich alle „Datenklauer“ darauf verlassen, dass die meisten Deutschen sich keine Gedanken um ihre Daten machen und diese auch bereitwillig weitergeben. Sehr viele Menschen leben heute online und das Online-Shopping gehört zum Alltag. Die meisten bezahlen ihre ergatterten Schnäppchen mit Kreditkarte wobei sich kaum jemand darüber Gedanken macht, wo denn seine Daten schließlich landen werden. Viele von uns sind stolze Online-Bankkunden, weil sie einfach zu faul sind, ihre Bankgeschäfte vor Ort zu erledigen. Viele bezahlen ihren Einkauf an der Kasse mit Kreditkarte und lassen den Kassenbeleg achtlos liegen. Gerne vertrauen wir unsere Daten Unternehmen an, bei denen wir Kunde sind. Die Datenschutzklausel, ob und in wie weit unsere Daten an Dritte weitergereicht werden dürfen, finden dabei keine Beachtung. Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) klären uns darüber auf, doch lesen tut sie kaum jemand.
Glasklar, die Mitarbeiter in den Callcentern, die die Kundendaten kopiert und verkauft haben, haben gegen die Datenschutzgesetze verstoßen. Doch wir haben es durch unsere Ignoranz gegenüber dem Datenschutz erst möglich gemacht.
Überall beobachten wir die Zunahme der Überwachung. Viele Kassen in den Geschäften sind inzwischen Videoüberwacht. Die Mitarbeiter, die irgendwo in die Monitore starren, müssen sich doch nur noch die Kreditkartendaten notieren, die sie durch Unachtsame Kunden präsentiert bekommen. So einfach kann Datenklau funktionieren. Die großen Datenskandale sind nichts weiter als das Ergebnis von vielen kleinen geklauten oder kopierten Daten, die später zu einer großen Datensammlung zusammenkopiert wurden.
Angesichts der zunehmenden Datensammelleidenschaft in der Wirtschaft und bei den Behörden ist es mir sowieso unbegreiflich, wie sorglos die Bürger und Bürgerinnen noch immer mit ihren Daten umgehen.
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» Von SaarBreaker (1894) am Mittwoch, 10. Dezember 2008, 20:26 Uhr
» read: 3024 · today: 5 · last: 19. März 2010
» Kategorien: Datenschutz, Kriminalität, Politik, Wirtschaft
» Tags: Datenklau, Datenschutz, Kriminalität, Politik, Wirtschaft
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