Werbung für die Vorratsdatenspeicherung
BKA-Präsident Jörg Ziercke macht wieder einmal Werbung für die Vorratsdatenspeicherung. Er gibt in der Nachrichtenagentur dpa sogar einen Tipp, wie man sich vor Cyberkriminelle schützen kann:
“Am besten benutzen Sie zwei voneinander getrennte Betriebssysteme – eines fürs Online-Banking und ein anderes fürs Surfen”
Was natürlich überhaupt nichts bringt. Denn auch bei Online-Banking besteht eine Internet-Verbindung. Der beste Schutz ist schlicht und einfach auf diesen Bankservice zu verzichten.
Der BKA-Chef begründete das mit den immer raffinierteren Methoden Krimineller, Heimcomputer mit Schadprogrammen zu infizieren. Diese “Trojaner” lieferten den Tätern Zugangsdaten jeder Art: “Alle Arten von Zugangsdaten können illegal abgegriffen und – wie ein Personalausweis – missbräuchlich verwendet werden.
Spricht Herr Ziercke vom Bundeskriminalamt (BKA), oder worum geht’s hier? Klingt für mich jedenfalls wie die geplante Online-Durchsuchung.
“Die IP-Adresse ist oftmals die einzige Spur zu den Tätern. Wenn die Klage vor dem Bundesverfassungsgericht Erfolg hat und wir diese Daten nicht mehr bekommen könnten, wäre das für unsere Arbeit auf diesem Kriminalitätsfeld das Ende.”
Damit Herr Ziercke können Sie vielleicht eine alte Oma überzeugen, die vom Internet genau so viel versteht, wie vom den Medien, die diesen Mist verbreiten. Zunächst einmal ist ja kaum noch jemand so blöde, dass er ohne irgendeinen Anonymisierungsdienst im Internet unterwegs ist. Denn die Gefahr, die von den BKA-Schnüfflern ausgeht, ist weit größer als die der Terroristen. Ich möchte da nur einmal an die vielen Verfahren Ende 2007 erinnern, wo wir auf Grund übereifriger Schnüffler plötzlich über 12.000 „Sexgangster“ im Internet hatten. Wie viele von diesen 12.000 sind denn inzwischen inhaftiert oder verurteilt worden?
Es trägt natürlich auch ungemein zur Verbrechensbekämpfung bei, wenn man die Daten der Deutschen Europäer aufzeichnet und dann wegen jeder angeblichen Bedrohung aus dem Terroristennetzwerk Internet durchwühlt und am Ende der Auswertung feststellt, dass die gesuchte IP in die Wüste führt. Eigentlich können wir ja alle davon ausgehen, dass das BKA keinen besonderen Grund braucht um die Daten zu durchwühlen. Auch die Herausgabe der Daten an die Unterhaltungsindustrie, die schon lange darauf wartet, kann ich mir gut vorstellen.
Worum es Herrn Ziercke geht, ist nicht der Schutz des Einzelnen vor irgendwelchen Gefahren im Internet, im realen Leben lauern weit mehr Gefahren als im Internet, sondern schlicht und einfach um die Daten der Bürger.
Zitatquelle: sueddeutsche.de
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» Von SaarBreaker (1894) am Samstag, 1. November 2008, 15:04 Uhr
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» Tags: BKA, Sicherheitspolitik, Überwachung, Vorratsdatenspeicherung
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am Samstag, 1. November 2008 17:42
Volksverdummung wie immer.
Vor der Vorratsdatenspeicherung gab es schon den “cold freeze”, das heißt, bei einem Verdacht konnte der Richter beim Provider die Datenspeicherung anordnen. Herr Ziercke sollte lieber mal erzählen, wie viele Terroristen er schon mittels der Vorratsdatenspeicherung dingfest machen konnte.
am Sonntag, 2. November 2008 22:30
Natürlich keinen! Aber darum geht es der Marionette Schäuble, Justizia Zypries und Oberschnüffler Ziercke ja auch nicht. Sicherlich wird man uns noch einige sogenannter “Terroristen” präsentieren, damit die Mehrheit geschlossen hinter dem Einsatz der Bundeswehr im Inneren, die man dann an öffentlichen Plätzen aufstellen kann, steht.
Wovor sie wirklich Angst haben, ist die aktuelle Krise, die in einer wirtschaftlichen Stagnation mündet. Was für diese “sauberen” Herren “Kofferpacken” bedeuten könnte. Oder würde der Deutsche lieber verhungern, anstatt seine Beiniger zu verjagen?