Michael Gorbatchev zur Schuldfrage für den Krieg in Georgien
Der Spiegel hat einen russischen Zeitungsartikel von Friedensnobelpreisträger Michael Gorbatchev zum Krieg in Georgien übersetzt und veröffentlicht. Darin heißt es:
Was in der Nacht zum 7. August geschah, ist einfach unbegreiflich.
Das georgische Militär nahm die südossetische Hauptstadt Zchinwali mit Mehrfach-Raketenwerfern unter Beschuss, die dafür konzipiert sind, ein Gebiet weiträumig zu verwüsten. Russland musste reagieren. Es deswegen der Aggression gegen das “kleine, wehrlose Georgien” zu bezichtigen, ist nicht nur verlogen, sondern zeigt auch einen Mangel an Menschlichkeit.
Recht hat er. Die schnell feuernden Raketenwerfer sind hier auch auf einem Bild bei der Tagesschau - übrigens sogar mit korrekter Bildunterschrift - zu sehen. Allerdings fand dieser Angriff nicht in der Nacht zum 7. August, sondern in der Nacht vom 7. auf den 8. August statt.
Nun ja, kleine Fehler können mal passieren. Wieso sollte die beim Spiegel arbeitende “Generation Doof” auch wissen, wann dieser unmenschliche Angriff stattfand, und den Fehler im Artikel bemerken? Schließlich stand im Spiegel ja auch nichts von diesem unmenschlichen Angriff. In der westlichen Presse über die bösen Russen, die Georgien besetzt haben, ist zwar gelegentlich von mehr als 1000 Toten die Rede, aber dass das vor allem die bei diesem barbarischen Angriff der georgischen Armee brutal massakrierten Zivilisten sind, wurde gern sorgsam verschwiegen. Wie sähe das auch aus, wenn der gute Freund von George W. Bush Michail Saakashvili als Massenmörder dasteht?
In der Washinton Post wurde der Satz von Michael Gorbatchev übrigens mit “What happened on the night of Aug. 7 is beyond comprehension” übersetzt.
Nachtrag 20:29h: Auch bei der Tagesschau ist die Schuldfrage nun angekommen. Sarah Welk schreibt in einem Beitrag: Fragen und Antworten - Krieg in Georgien - wer trägt die Schuld?:
Wer ist schuld an der Eskalation?
Es gibt auf diese Frage keine eindeutige Antwort. Südossetien liegt in einer unübersichtlichen Bergregion, zwischen den Dörfern der Osseten gibt es auch von Georgiern bewohnte Orte. Zum Zeitpunkt der Eskalation gab es keine Berichte unabhängiger Beobachter aus der Region.
So platt hat selbst die Tagesschau selten gelogen. Die georgische Armee hat, nachdem Saakashvili am 07. August einen einseitigen Verzicht des Waffengebrauchs verkündet hatte, die Stadt Zchinvali mit schweren Waffen angegriffen. Der Angriff der georgischen Armee auf Zchinvali mit Raketenwerfern ist auf Video dokumentiert und wird auch gar nicht geleugnet. Sniper-Beschuss ist naturgemäß schwer nachzuweisen, aber selbst wenn er wahr sein sollte, keine Rechtfertigung dafür, eine Stadt mit Raketenwerfern in Schutt und Asche zu legen. (Quelle: Mein Parteibuch)
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» Geschrieben von Mein Parteibuch (39) am Mittwoch, 13. August 2008 - 0:16
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» Kategorien: Ausland, Krieg, Politik
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