Wenn ein Administrator zuviel weiß
Von SaarBreaker am Donnerstag, 17. Juli 2008 - 21:38
sperrt man ihn kurzerhand ein und sorgt mit entsprechend hoher Kaution dafür, dass er so schnell nicht wieder raus kommt.
In San Francisco soll ein Administrator sich als eine Art „Cyber-Coup“ des Computersystems bemächtigt haben, indem er den Zugang zum Backbone des städtischen Computersystems auf ein Passwort beschränkte, das nur er kennt. Der Mann sitzt in Untersuchungshaft und weigert sich, das richtige Passwort herauszugeben.
Ich halte die ganze Geschichte für äußerst zweifelhaft, denn:
Von der Stadt angeheuerte Spezialisten von Cisco Systems schafften es bislang nicht, sich Zugang zum Verwaltungsnetzwerk zu verschaffen. Das FiberWAN-Network verwaltet laut Informationen des Online-Portals des San Francisco Chronicle 60 Prozent der Vorgänge der städtischen Behörden San Franciscos, hervorgehoben werden der E-Mail-Verkehr zwischen Behördenleitern, Strafakten von Ermittlungsbehörden und Gehaltsabrechnungen.
Dem Mann wird folgendes zur Last gelegt:
Die Behörden befürchten laut dem Zeitungsbericht, dass der Administrator, dem über Manipulation hinaus auch Insubordination vorgeworfen wird, einer “dritten Partei” über Telefon oder “andere Geräte” ermöglichen könnte, in das Verwaltungssystem einzudringen und dort eventuell wichtige Daten zu zerstören. Beweise für diese Annahme seien aber bislang nicht aufgetaucht.
Warum wurde der Mann eingesperrt? Nur wegen dem Passwort, dass den normalen Betrieb nicht beeinträchtigt? Die Begründung für seine Inhaftierung liefert der Bericht gleich mit: Er könnte einer „dritten Partei“ über die Machenschaften berichten oder Zutritt verschaffen. Die Vermutung liegt nahe, dass mit einer „dritten Partei“ die Presse gemeint ist, die irgendwelche Machenschaften veröffentlichen könnte.
Die amerikanischen Behörden haben durch viele Berichte schon gezeigt, dass man ihnen absolut nicht trauen kann. Deshalb wird es künftig wohl auch mehr Berichte geben, in denen Administratoren als Verbrecher dargestellt werden. Die Zukunft für die IT-Fachmänner sieht nicht gerade rosig aus und sie werden sich vor allem vor dem Überwachungsstaat in Acht nehmen müssen, denn es kann ja wohl nicht angehen, das ein “Angestellter” dem Staat in die Suppe spuckt.
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