UK: Wählerdaten an Werbefirmen verkauft
Von SaarBreaker am Sonntag, 13. Juli 2008 - 14:32
Es geht wieder einmal um die Briten und deren Verständnis für den Datenschutz. Nach einer Heise-Meldung haben Großbritanniens Gemeindeverwaltungen offenbar im großen Stil die Namen und Adressen aus den Wählerlisten an Marketing-Unternehmen verkauft. Diese Werbefirmen missbrauchten diese Daten dann für Massenwerbung oder verkauften sie gewinnbringend an andere Unternehmen weiter.
Der Datenmissbrauch aus den Wählerlisten war offenbar so groß, dass der für Datenschutz zuständige Information Commissioner dieses Vorgehen der Gemeindeverwaltungen heftig kritisierte und die Abschaffung forderte, „da sie einer nicht akzeptierbaren Nutzung personenbezogener Daten und einer Verletzung der Privatsphäre Vorschub leiste“. Normalerweise ist der Datenschutzbeauftragte Großbritanniens nicht so zimperlich, wenn’s um den Datenschutz geht. Das er gerade hier einschreitet, lässt vermuten, dass die Daten aus den Wählerlisten massenhaft verkauft wurden.
Natürlich ist die Direct Marketing Association (DMA), die sich an den gekauften Daten bereichern, dagegen und verweist auf den Wirtschaftsfaktor der Branche: „Pro Jahr würden in Großbritannien 3,5 Milliarden sogenannte “Direct Mails” mit einem Kostenaufwand von 16 Milliarden Pfund verschickt“.
Nach dieser Darstellung würde sich der Datenmissbrauch überhaupt nicht lohnen. Wenn man aber berücksichtigt, dass diese Daten mehrfach verkauft werden können und nicht nur für Werbezwecke interessant sind, wie auch Heise berichtet, kann am sich gut vorstellen, wie lukrativ der Adressenhandel mit den Daten aus den Wählerlisten sein kann.
In Deutschland läuft es nicht anders. Auch hier werden die Daten aus den Wählerlisten an die Parteien weitergegeben. Ob sie auch hier irgendwo dazwischen verkauft werden, ist noch nicht bekannt. Die größte Datenschleuder in Deutschland ist jedoch die GEZ. Die die Daten von allen Zwangsmitgliedern an alle möglichen Unternehmen ungefragt verkaufen weitergeben darf.
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