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Terroristen übernehmen das Internet

Von SaarBreaker am Samstag, 5. Juli 2008 - 20:07

Netzwerk Ich habe in letzter Zeit wenig über die Terrorlügen der Wirtschaftslobbyisten, die nur an den Steuermilliarden interessiert sind, geschrieben. Das liegt einfach daran, dass ich es inzwischen satt habe, wie Geldgeile Lobbyisten ahnungslose Politiker für sich arbeiten lassen, um an die Milliarden aus dem Steuertopf zu kommen. Dafür werden Berichte erfunden, irgendwelche Sicherheitsexperten lassen hoch brisante Dokumente liegen usw., usw.

Jetzt will eine britische(?) Sicherheitsfirma (welche bleibt natürlich geheim) beobachtet haben, dass Terroristen verstärkt auf IT-Lösungen zurückgreifen würden, um ihre Ziele zu erreichen. Das ist ja nun wirklich nichts neues mehr, denn schon australische Sicherheitsexperten haben vor einiger Zeit behauptet, dass Terroristen in der virtuellen Welt „Second Life“ ausgebildet werden und haben damit ihr tieferes Verständnis für Internet und Computer bewiesen. Unser Bundesinnenminister Wolf*an* (gg) Schäuble, der damals wohl zum erstenmal etwas von einer virtuellen Welt hörte, lies es sich nicht nehmen, um auf “die universelle Plattform des heiligen Krieges gegen die westliche Welt” hinzuweisen. Wir dürfen davon ausgehen, dass Schäuble nicht selbst auf eine solch hirnverbrannte Idee gekommen ist. Gleiches können wir auch für folgendes voraussetzen:

“Die jüngsten Verschwörungen waren von einem zunehmenden technologischen und logistischen Aufwand gekennzeichnet, inklusive dem Einsatz falscher Identitäten, verschlüsselter Kommunikation und mehrfacher E-Mail-Adressen”, sagte der parlamentarische Unterstaatssekretär Admiral Lord West.

Daraus ergibt sich, dass es um die automatische Kennzeichenerfassung und Internetfilterung geht.

Wieder einmal mehr werden Terroristen vorgeschoben um die Bürgerüberwachung und Entrechtung zu erklären. Sind unsere Politiker wirklich solche Sicherheitsexperten, dass sie eine Gefahr aus dem Internet erkennen können? Natürlich nicht. Die meisten können noch nicht einmal ihren Computer selbst hochfahren. Es sind Wirtschaftslobbyisten, die ahnungslose Politiker davon überzeugen wollen, dass Terroristen bereits das Internet übernommen haben. Wir erinnern uns, dass die Musikindustrie seit Jahren rumheult und ihre Kunden gerne mal als Raubkopierer bezeichnet, aber bisher jede neue Vermarktungschance verschlafen hat.

Mehrfache E-Mail-Adressen hat heute schon fast jeder und verschlüsselte E-Mails müssen auf Grund der zunehmenden Bespitzelung auch sein. Auch eine falsche Identität setzten wir bei E-Mail-Adresse häufig ein. Meistens aber, weil der Name beim Provider schon vergeben ist. Falls für Admiral Lord das die Kennzeichen eines Terroristen sind, dann gehört SaarBreaker neben ein paar Millionen anderer Internetnutzer zum Kreis der Verdächtigen Terroristen.

Ähnlich äußerte sich Tom Black, CEO bei Sicherheitsspezialisten Detica gegenüber ZDNet UK: “Die Terroristen nutzen das Internet für sichere Kommunikation, die Planung ihrer Aktionen, das Festlegen von Zielen und um Nachwuchskräfte zu radikalisieren. Die Gesellschaft ist von der IT-Infrastruktur abhängig, die Möglichkeit Informationen zu stehlen und Zugänge zu blockieren ist eine ernsthafte Bedrohung.”

Diese Bedrohung geht nur von Politikern aus, die allen ernstes glauben, durch Einschränkung der Grundrechte insbesondere der totalen Überwachung, Terroristen zu erkennen und deren Ziele zu vereiteln. Die Videoüberwachung – wir erinnern uns – wurde zur Bekämpfung von Verbrechen und Terror eingerichtet, heute wissen wir: Bürger können besser überwacht werden, Verbrechen wurden jedoch keine verhindert. Es ist geradezu lächerlich, anzunehmen, Terroristen wären so Strohdoof und würden ihre Kommunikation unverschlüsselt übers Internet jagen. Es gibt neben dem Internet weit effektivere Möglichkeiten, Daten auszutauschen. Das Internet ist allenfalls zur Rekrutierung geeignet, nicht aber um Anschläge vorzubereiten. Und was die Möglichkeit, Informationen zu stehlen, betrifft, muss man leider anmerken, dass viele Bürger wie auch schon öfter die Ministerien, einfach so was von blöd sind, dass sie den Datenklau selbst erlauben, indem sie jeden Anhang ungeprüft öffnen. Diese Dummheit hat mit Terroristen rein gar nichts zu tun.

Aber das können ferngesteuerte ahnungslose Politiker nicht wissen:

Deshalb müssten die Sicherheitsmaßnahmen neu überdacht werden, um effektiv zu sein. “Wir bewegen uns nicht schnell genug. Die Informationsmenge verdoppelt sich alle 15 bis 18 Monate”, so Black weiter. Anstatt immer größere Datenmengen zu sammeln und zu durchsuchen, in der Hoffnung dort auf eine Spur der Verschwörer zu stoßen, müsse man daran arbeiten ungewöhnliche Verhaltensmuster in Realtime zu entdecken. Dazu müssten Informationen aus der virtuellen und der realen Welt kombiniert werden.

Black will also die Informationsmengen-Verdoppelung in Realtime erleben? Der Mann hat die Weisheit wohl mit nem Löffel gefressen – Sorry! Aber es dürfte jedem klar sein, was da auf uns zukommt: Es geht und ging schon immer um die Einschränkung der Grundrechte. Es geht um Grundrechte wie Meinungsfreiheit, Pressefreiheit, Versammlungsfreiheit, Beschwerde- und Petitionsrecht, Unverletzlichkeit der Wohnung und das Post- und Fernmeldegeheimnis. Diese Grundrechte sollen zum Zweck der totalen Überwachung wegfallen oder zumindest umformuliert werden. Wir werden uns also schon bald fragen müssen, ob wir noch das Volk sind…

Mir ist gerade aufgefallen, dass es da noch den Artikel 3 im GG gibt: „Gleichheit aller vor dem Gesetz“ :lol:

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» Von SaarBreaker (1271) am Samstag, 5. Juli 2008 - 20:07
» Gelesen: 2593 · heute: 3 · zuletzt: 1. December 2008
» Kategorien: Datenschutz, Demokratie, Internet, Manipulation, Überwachung
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1 Kommentar zu “Terroristen übernehmen das Internet”
  1. 1 Pingback von deine-internet-infos » Blog Archive » Internet an der Grundschule ? - Internet-Muffel in Meckpomm
    am Freitag, 11. Juli 2008 00:01

    [...] an Grundschüler, die vor einen Computer gezwungen werden ? Ich meine mich zu erinnern, daß ich mal gelesen habe, daß der Computer und der Fernseher signifikante Auswirkungen auf die Denkstruktur [...]

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