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SaarBreaker - http://www.saarbreaker.com, 09.09.2010
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Bei YouTube in der Datenfalle

Von SaarBreaker am Freitag, 4. Juli 2008, 20:00 Uhr

In dem Copyright-Streit mit dem Medienkonzern Viacom muss Google alle YouTube-Nutzerdaten offenlegen.

YouTube Screenshot
Teilscreenshot von YouTube

Der Medienkonzern Viacom hat die YouTube-Mutter Google wegen mehr als 160.000 Copyright-Verletzungen, die Viacom ausgemacht haben will, auf mehr als eine Milliarde Schadenersatz verklagt. Ein Richter entschied nun, dass Google alle Nutzerdaten offenlegen muss, damit Viacom prüfen kann, wie groß der Schaden tatsächlich ist.

Nun macht sich unter den YouTube-Nutzern die Angst breit, sie könnten bald wegen dem anschauen Copyright geschützter Clips vor dem Richter landen. Diese Angst ist völlig unbegründet. Es wird in Deutschland keine Massenklagen gegen zunächst unbekannte YouTube-Nutzer geben. Dafür fehlt in der Justiz schlichtweg das Personal. Schließlich müsset man Millionen Nutzerdaten überprüfen, Adressen bei den Providern anfordern usw., usw.  Das hat auch der Medienkonzern Viacom verstanden und deshalb eilends versichert:

kein Youtube-Fan müsse um seine Privatsphäre fürchten – oder gar Angst haben, nun wegen Copyright-Verletzung vor dem Kadi zu landen. “Viacom hat keinerlei Informationen verlangt, die Nutzer persönlich identifizieren können”, erklärte das Unternehmen in einer Stellungnahme und betonte, sämtliche Daten, die Google überreiche, würden “hoch vertraulich behandelt” und dienten lediglich dazu, “unsere Klage gegen Youtube und Google zu untermauern”. Ohnehin erhalte Viacom nicht selbst Einblick in die Nutzerdaten, sondern alle Informationen würden von außenstehenden Beratern untersucht, sagte Viacoms Chef-Anwalt Michael Fricklas der “New York Times”. “Wir werden nichts von dem, was wir erfahren, dazu nutzen, Endverbraucher rechtlich zu verfolgen”, versicherte er. (Stern)

Keine Klagen gegen YouTube-Fans. Allerdings könnte es bei Nutzern, die Copyright geschützte Clips hochgeladen haben, anders aussehen.

Kein Datenschutz mehr

Das eigentliche Übel ist, dass Google nicht nur anonyme Nutzerdaten speichert sondern auch noch auf einen riesigen Berg personenbezogene Daten sitzt, die das Unternehmen jetzt in Fremde Hände gibt. Bisher hatte Google immer beteuert, gespeicherte Nutzerdaten seien nicht personenbezogen. Allerdings dürfte jedem klar sein, der eines der Google-Tools einsetzt, identifizierbar ist und sein Nutzungsverhalten aufgezeichnet wird. Gerade diese personenbezogene Daten sind für die Wirtschaft sehr interessant und könnten für Werbezwecke missbraucht werden.

Nachdem Viacom die Daten nicht selbst auswertet, sondern die Auswertung von Externen Stellen durchführen lässt, sind die Folgen absolut nicht absehbar.

Wenn selbst Richter den Datenschutz nicht mehr achten, was dieser Copyright-Rechtsstreit zeigt, dann kann es praktisch keinen Datenschutz mehr geben. Ich denke, dass wir künftig mit weit schlimmeren Datenschutzverletzungen rechnen müssen. Auch im Hinblick auf die Vorratsdatenspeicherung und die Datensammelwut in anderen Bereichen, zeigen, dass weder Politiker noch Richter eine Ahnung davon haben, welche Möglichkeiten sie für künftige Verbrechen schaffen.

Für seinen Datenschutz muss jeder selbst sorgen

Wer heute noch mit einer festen oder vom Provider zugeteilten dynamischen IP auf speziellen Seiten unterwegs ist, dem ist echt nicht mehr zu helfen. Und wer meint, er müsse sich bei jedem neuen Dienst mit seinen Daten anmeldet, der kann auch gleich einen Brief ans BKA mit seinen Personalien schicken. Damit erspart er dem Steuerzahler wenigsten ein paar Euro.

Über anonymes Surfen im Internet hat Ralf Urban sehr verständliche Informationen (auch für Laien) bereitgestellt.

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» Kategorien: Datenschutz, Internet, Wirtschaft
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1 Kommentar zu “Bei YouTube in der Datenfalle”
  1. 1 Pingback von Nochmal YouTube… « Moppelkotze::Blog
    am Freitag, 4. Juli 2008 23:41

    [...] 4 07 2008 Ich hatte ja weiter unten schon was über YouTube geschrieben, beim Saarbreaker geht man gedanklich noch ein paar Schritte weiter – was den Datenschutz [...]

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