Sicherheitspolitik: Blutige Zukunft für Bürger?
Neue Technologien sollen die Überwachung vereinfachen, den Bürger vor Kriminalität schützen. Tatsächlich aber könnte es durchaus so kommen, dass neue Sicherheitstechnologien mehr Kriminalität schafft als sie verhindern kann:
Walso Datenschützer über abgeschnittene Finger reden, sollte ihnen künftig vielleicht mehr Aufmerksamkeit zuteil werden. Die Geschichte vom Verlust des Zeigeglieds geht so: Die Biometrie-Industrie feiert sich gerade selbst, weil sich die Nutzer von immer mehr Zoos und Schulbibliotheken per Fingerabdruck ausweisen. Die Datenschützer warnen: Wenn Biometrie künftig die universelle Zugangstechnik wird, dann weckt dies Begehrlichkeiten - beispielsweise bei Kriminellen. Was passiert künftig, wenn diese nicht wie bisher die Sparkassencard und den PIN brauchen, um an Geld aus dem Automaten zu klauen. Sondern einen Finger. Könnte blutig werden.
Normalerweise beginnt nun das allgemeine Augenrollen und Stirnrunzeln. Warum eigentlich? Es gibt ein Interesse: Geld. Es gibt vielleicht in Zukunft einen einfachen Weg, es zu bekommen: Finger ab. Wieso sollte ein Krimineller nicht auf den Gedanken kommen, so etwas zu tun? Bei der Telekom war es nicht anders. Es gab ein Interesse herauszufinden, wer Informationen aus dem Unternehmen an Journalisten weiterreichte. Und der Konzern nutzte einfach die Möglichkeiten. Eine Technik, die eigentlich die Sicherheit für die Menschen erhöhen sollte, hat ihnen stattdessen geschadet.
Diese Möglichkeit wird von Befürwortern der Überwachung allerdings völlig verschwiegen. Darum geht es ja schließlich nicht, sondern um eine möglichst lückenlose Überwachung, die den Bürgern als große Errungenschaft verkauft wird: Einfach Finger drauf legen und sie können… Ausweis brauchen sie nicht! Diese Botschaft versteht selbst der dümmste Ganove! Schließlich hat jeder Bürger seine Finger dabei, was man von Bank- oder Kreditkarte nicht behaupten kann und selbst wenn, fehlt immer noch die PIN.
Ähnliche Beiträge
- Piraten Partei zum BKA-Ermächtigungsgesetz
- BKA-Gesetz: Vollmacht zum Polizeistaat
- BKA-Gesetz: Schäuble und Struck betteln um Zustimmung
- BKA-Gesetz: Keine Mehrheit im Bundesrat
- Telekom: Wieder ein Skandal mehr
Wenn Dir dieser Beitrag gefallen hat, dann sage es bitte weiter...
» Von SaarBreaker (1269) am Sonntag, 1. Juni 2008 - 19:40
» Gelesen: 1406 · heute: 2 · zuletzt: 1. December 2008
» Kategorien: Kriminalität, Sicherheitspolitik, Überwachung
» Kommentare: 3 Kommentare | Kommentar schreiben | Top
» Trackback: Trackback-URL für diesen Beitrag















am Sonntag, 1. Juni 2008 22:47
noch ein paar links dazu:
http://board.gulli.com/thread/.....—sc/
In Malaysia wurde einem S-Klasse-Fahrer nicht nur das Auto geklaut, sondern auch der Arm abgehackt, weil die Karre per Fingerabdruck geschützt war…
http://www.lawblog.de/index.ph.....lizeifest/
Aus Anlass des letzteren hatte der CCC auch ein Poster kreiert, das ich leider nicht mehr finden kann.
In Italien hatte ein Kreditkarten-Betrüger den Finger einer Leiche benutzt, um in den Bankraum zu gelangen.
am Sonntag, 1. Juni 2008 23:15
http://florian-schiessl.de/wor.....se-fahrer/
am Mittwoch, 4. Juni 2008 18:21
@superguppi, vielen Dank für deine Links.
Die neue Sicherheitstechnik, wenn sie denn auch in Deutschland eingeführt wird, wird genau das ermöglichen. Schließlich können sich die Kriminellen sicher sein, dass das Opfer seine Finger dabei hat.
Wir wissen alle, worum es diesem korrupten Haufen geht