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Justizminister wollen Auskunftsrecht für MI

Von SaarBreaker am Samstag, 14. Juni 2008 - 20:35

Die Justizminister der Bundesländer wollen ein Auskunftsrecht der Rechteinhaber gegenüber Internetprovider durchsetzen um der Porno- und Musikindustrie die Selbstjustiz zu ermöglichen:

Die Minister fordern den Gesetzgeber daher auf, für einen zivilrechtlichen Auskunftsanspruch der Rechteinhaber gegenüber den Providern zu sorgen. Die Bundesregierung solle einen entsprechenden Gesetzesentwurf vorlegen. Das soll die Strafverfolger in Deutschland entlasten, die von der Porno-, Musik- und Filmindustrie mit jährlich zehntausenden Ermittlungsverfahren wegen Urheberrechtsverletzungen im Internet überschwemmt werden. Die derzeitige Rechtslage sei “urheberfeindlich und belastet Staatsanwaltschaften und Staatskasse unnötig”, sagte die nordrhein-westfälische Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter (CDU) in Düsseldorf gegenüber dpa.

heise.de

Es gibt inzwischen genau zwei Reizwörter, auf die die Volksentrechtung aufgebaut wird: Terrorismus und Urheberrechtsverletzung.

Diese Wörter sind gut gewählt, denn damit kann der Durchschnittsbürger und –Wähler nichts anfangen. Ebenso auch die Politiker, die nicht in die amerikanische Lügengeschichte eingeweiht sind. Terrorismus erzeugt Angst in den Köpfen der Bürger, aus Angst vor persönlichen Schaden wird der unaufgeklärte Bürger jeder Überwachung zur angeblichen Abwehr von terroristischen Anschlägen zustimmen. Die Medien ihrerseits verzichten zugunsten der guten Quoten, diese Themen sorgen für kräftige Zuwächse bei den Werbeeinnahmen, auf Aufklärung.

Ähnliches trifft auch auf die Urheberrechtsverletzungen zu. Die zum einen weit übertrieben wird, wie die Filmindustrie schon eingestehen musste, und zum anderen wird das gerade von der Musikindustrie seit Jahren propagiert: Jeder, der eine Kopie erstellt (was in Deutschland für den privaten Gebrauch erlaubt ist) ist ein Raubkopierer, denn die Musikindustrie am liebsten hinter Gittern sehen möchte. Dabei mangelt es der Musikindustrie seit Jahren an neuen Ideen, selbst die Anfänge der Internet-Tauschbörsen haben sie verschlafen und das Potential nicht erkannt, stattdessen nur belächelt. Als es dann aber doch dämmerte, begann man damit irgendwelche Kopierschutztechniken für CDs zu erfinden, die dann ja auch bald keine Wirkung mehr hatten. Aber man dachte aus purem Egoismus oder war es einfach nur Dummheit(?), nicht im Traum daran das Internet als neue Marktchance zu nutzen.

Jetzt, wo selbst Massenabmahnungen keine Umsatzverbesserungen mehr bringen weil von einigen Behörden und Gerichten nicht mehr anerkannt, versucht man es mit “Jammern” bei denjenigen, die davon keine Ahnung haben. Oder wie kommen solche Aussagen, wie die folgende: “Denn das Herunterladen von Computern ist eine Sache, die nationale Grenzen nicht schützen können“. “Raubkopien sind kein Kavaliersdelikt.” zustande?

Die Unterhaltungsindustrie hat ihren Kampf schon lange verloren. Sie hat ihn eigentlich schon damals verloren, als sie den Fehler beging, Kunden als Raubkopierer zu bezeichnen!

Was ich eben auch gelesen habe, ist, dass das Verlagshaus Bertelsmann seine Anteile an Sony BMG verkaufen wird. Somit hätte sich Bertelsmann komplett vom Musikgeschäft verabschiedet.

Wer den sehr informativen Film “No Copy” nicht kennt, sollte ihn sich mal anschauen.

Dass hier auch noch die Pornoindustrie mit ihrem Schmuddelkram vertreten ist, muss man nicht weiter kommentieren.

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» Von SaarBreaker (1269) am Samstag, 14. Juni 2008 - 20:35
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