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Angriff auf Schäuble

Von Radio Utopie am Sonntag, 15. Juni 2008 - 18:22

Stasi 2.0 Bündnis 90/Die Grünen wollen Aufnahme des Datenschutzes in 5 Artikel der Verfassung - gegen “alle Schäubles dieser Welt”.

Berlin: Wiewohl man erst einmal nichts glauben kann, was irgendeine Partei angeblich vorhat, zeigt jedoch die Reaktion von Innenminister Dr.”Seltsam” Schäuble, dass es ihn unangehm erwischt hat. Offenbar ohne sein Vorwissen liessen die Grünen jetzt zu seinen Ungunsten eine Politbombe platzen: der angehende Koalitionspartner nach der Bundestagswahl 2009 plant offensichtlich ohne ihn.

Laut der von irgendwem bei den Grünen gut informierten “Süddeutschen” plant die ehemalige Bürgerrechtspartei eine ganz ungewohnte Rückbesinnung auf alte Werte. Gleich 5 Artikel unserer rechtsgültigen Verfassung Grundgesetz sollen für die Aufnahme des informellen Selbstbestimmungsrechtes der Deutschen verändert oder ergänzt werden.

Zuerst einmal heisst diese Presseankündigung gar nichts. Erst wenn der Gesetzentwurf am 17.Juni von der grünen Bundestagsfraktion beschlossen und dann veröffentlicht ist, kann er von den Bürgern überprüft werden. Trauen kann man niemandem mehr, weder im Parlament, noch in der Berliner Bürokratie und schon gar nicht in der Bundesregierung, dessen Kanzlerin Merkel ja von Teilen der Grünen wiedergewählt werden will.

Aber wer sich gefragt hat was hinter der sinnfreien Luftblase des Innenministers über die “Direktwahl des EU-Präsidenten” steckt welche “eines Tages” erfolgen solle, so ist klar dass Schäuble schlicht seinen Namen bezüglich eines ganz anderen Themas in den Google News Schlagzeilen dieses Informations-Jahrhunderts sehen wollte.

Wie immer fleischgewordener Zynismus forderte er nun durchsichtig mehr “Transparenz” (!) in Europa, nachdem gestern vormittag die Story der SZ erschienen war.
Es wird ihm nichts nützen.

“Es geht um eine Antwort auf die Schäubles dieser Welt, die jeden zum Verdächtigen machen wollen“, so die grüne Fraktionsvorsitzende Renate Künast.
Künast versucht gerade ihren Vertrauten Volker Ratzmann als zweiten Grünen-Vorsitzenden gegen Cem Özdemir durchzusetzen, der als Chef der rechten Berliner Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus für eine hemmungslose Anbiederung an das Bürgertum steht. Interessant ist daran, dass offenbar auch die schwarzgrüne Fraktion bei den Grünen kein Interesse mehr an einem republikweit äusserst unbeliebten Innenminister Schäuble hat.

Auch die ordentliche Gesetzgebung für den Schutz der Bürger soll nun endlich in Schwung kommen. Das Thema Konzerngeheimdienste (oder “Konzernsicherheit” bzw. Sicherheitsateilungen, etc) ist nach jahrzehntelangem Tabu in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt, wenn auch nicht in den Fokus der Schnüffler und ihrer Kollaborateure in den Massenmedien.
Die Sicherheitsabteilungen der Konzerne hätten “längst ein eigenes Regelungswerk abseits des Staates geschaffen”, warnte jetzt die innenpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion Silke Stokar.
“Das ist eine Parallelgesellschaft, in der nationales Recht außer Kraft gesetzt wird.” Das “abgeschottete Machtkartell” der Sicherheitsabteilungen sei demokratiegefährdend, so Stokar. “Parlamentarische Kontrolle reicht in diesen Bereich nicht hinein.”

Die liberale “Frankfurter Rundschau” berichtete am Donnerstag in einem ungewohntem Rückfall in alte Zeiten über enge personelle Verflechtungen der bundesweit ebenso verschwiegen wie eng vernetzten “Konzernsicherheit” mit Bundeskriminalamt, Verfassungsschutz und Bundeswehr. “Personenschutz”, “Werkschutz”, “IT-Sicherheit” der Grosskonzerne operieren laut diesem Bericht in Deutschland als grossflächiges, kommerzielles Spionagenetzwerk ohne jede parlamentarische oder juristische Kontrolle.

Mit der Exekutive des Staates Bundesrepublik Deutschland arbeiten die Konzerne und ihre Geheimdienste aber bestens zusammen. Zweimal im Jahr bittet der Präsident des Bundeskriminalamtes (BKA), Jörg Ziercke, die Sicherheitschefs der “Global Player” gleich direkt nach Wiesbaden. Dort treffen sich dann u.a. die Geheimdienstler von Daimler, BASF, Telekom und der Bahn AG, um von den staatlichen Kollegen aus der Exekutive auch noch Informationen zu erhalten.

Sogar die Frage nach der Kontrolle der staatlichen Schnüffler aus den Exekutivorganen stellt sich nicht mehr. Der zuständige parlamentarische Kontrolleur Schäubles, der Vorsitzende des Innenausschusses Sebastian Edathy (”SPD”), gibt nach allgemeiner Einschätzung eine maximal jämmerliche Figur ab.

So kommt die erste ernstzunehmende bürgerrechtliche Initiative der Grünen seit weit über 10 Jahren für die Spionagebranche und ihre staatlichen Kompagnons zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
Ausgerechnet am 17.Juni, dem Tag des Volksaufstandes im ostdeutschen Polizeistaat DDR, will nun zum ersten Mal in der deutschen Geschichte eine frei gewählte Parlamentsfraktion ein Grundrecht der Deutschen vor Schutz gegen Spionage durch die eigene Regierung sowie internationale Dienste und Konzerne auf den Weg bringen. (Quelle: Radio Utopie)

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» Kategorien: Demokratie, Deutschland, Politik
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2 Kommentare zu “Angriff auf Schäuble”
  1. 1
    Gravatar von Winfried Sobottka
    Kommentar von Winfried Sobottka
    am Montag, 16. Juni 2008 09:09

    Man muss feststellen, dass die GRÜNEN bisher absolut alles mitmachten bzw. selbst mitbetrieben haben. Es ist ein UNDING, dass sie die HARTZ-Gesetze mit durchgepeitscht haben, es ist ein UNDING, dass sie dem Gang in den Unrechtsstaat niemals etwas entgegengesetzt haben, sondern ihn mitgegangen sind, es ist ein UNDING, dass sie den etablierten Informationsunterdrückungs- mechanismen nichts entgegensetzen - die GRÜNEN haben absolut nichts anderes zu bieten als die übrigen Parteien: Lügen, Wählertäuschung, dummes Geschwätz und absolute Hörigkeit gegenüber den Superreichen.

    Peinlich nur, dass sich Informationsunterdrückung im Internet nicht vollständig praktizieren lässt, peinlich nur, dass Auslandsbotschaften in Berlin gelegentlich Aufklärungsfaxe von mir bekommen, mit Hinweisen auf Belegen im Internet, an denen man die “Herrlichkeit” der deutschen Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ablesen kann.

    Da reicht das DUMM-GESCHWAFEL von Claudia Roth und Bütikofer nicht mehr, um alle Mitglieder bei der Stange zu halten, es müssem ein paar PSEUDO-SIGNALE her. Mehr ist es nicht, denn wenn es mehr wäre, dann hätten sie weitaus mehr zu sagen.

    Wie weit wir sind, lässt sich auch daran ablesen, dass mit Frank Fahsel ein ehemaliger Richter entschieden an die Öffentlichkeit gegangen ist, aber auch, was im Kopfe des ehrenwerten ex-Anwaltes Claus Plantiko, im Unrecht wurde ihm die Zulassung entzogen, weil er nicht bereit war, seine Augen zu verschließen, allmählich vorgeht, ich zitiere hier einen von mir gesetzten Beitrag, nachlesbar unter:

    http://www.wir-lieben-berlin.d.....c.php?t=50

    CLAUS PLANTIKO SCHLÄGT ZURÜCK!

    winfried sobottka

    Anmeldedatum: 11.06.2008
    Beiträge: 50
    Wohnort: Lünen

    BeitragVerfasst am: 16.06.2008, 00:18 Titel: Claus Plantiko schlägt zurück! Antworten mit Zitat
    Da es ihm fast niemals wirklich gelungen ist, als Anwalt dafür zu sorgen, dass Rechtsprechung sich an das Grundgesetz hält, hat er sich nun entschlossen, ein Grundgesetz zu erarbeiten, dass sich am praktizierten Recht orientiert.

    Es ist noch in Bearbeitung, weil er es natürlich im Open-Circle zum Mitbearbeiten zur Verfügung stellt, doch hier bereits eine kleine Kostprobe:

    Art. 102 Die Todesstrafe durch Gerichte ist abgeschafft. Sie wird nach Antrag auf Weisung des Innenministers von den Geheimdiensten nichtöffentlich vollzogen und darf nur zum Schutze des Staates vor seinen Bürgern erfolgen. In dringenden Fällen, z.B. bei besonderer Lästigkeit des Störers, ist die Zustimmung des Ministers nachträglich einzuholen.

    Art. 103(1) Vor Gericht hat niemand Anspruch auf rechtliches Gehör. Das Gesetz kann Ausnahmen für bestimmte Gerichte und amtlich besonders bestellte Personen zulassen.

  2. 2
    Gravatar von Winfried Sobottka
    Kommentar von Winfried Sobottka
    am Montag, 16. Juni 2008 09:42

    Was nützen schon schöne Artikel in der Verfassung, wenn das Bundesverfassungsgericht, wie seit 1993 getzlich geregelt, Beschwerden ohne Anagbe von Gründen ablehnen kann und nachweislich gerade dann Gebrauch davon macht, wenn es wirklich keine Gründe für die Ablehnung nennen kann?

    Je schlimmer die Zustände, desto mehr Augenwischerei?

    http://www.wir-lieben-berlin.d.....c.php?t=18

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