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Zensur gegen Raubkopierer

Von SaarBreaker am Samstag, 26. April 2008 - 21:04

Es geht wieder einmal - wie schon so oft - um das geistige Eigentum, Urheberrecht und die vielen Raubkopierer, die nicht mehr die Unterhaltungsindustrie schädigen, nein, jetzt sind die Künstler direkt davon betroffen. In einen offenen Brief an die Bundeskanzlerin Merkel fordern prominente Künstler, “den Schutz kultureller Produkte in der digitalen Welt zur “Chefsache” zu machen“. Unterzeichnet wurde der Brief u.a. von Herbert Grönemeyer, Tokio Hotel und Bernd Eichinger. Was allerdings nicht in dem Brief erwähnt wurde, ist, dass die Idee zu dem Brief von der Unterhaltungsindustrie stammt.

In ihrem Video-Podcast zum “Tag des geistigen Eigentums” ruft die Kanzlerin zu einer gesellschaftlichen Diskussion über Urheberrechtsverletzungen im Internet auf. Erklärt, dass der Schutz geistigen Eigentums nicht auf nationaler Ebene gelöst werden kann. Um das zu verdeutlichen sagt Sie “Denn das herunterladen von Computern ist eine Sache, die nationale Grenzen nicht schützen können“. “Raubkopien sind kein Kavaliersdelikt.” Sie werde sich auf internationaler Ebene für mehr Schutz geistigen Eigentums stark machen.

Das “herunterladen von Computern” kann auch auf internationaler Ebene nicht geschützt werden Frau Bundeskanzlerin. Dafür sind diese Computer einfach viel zu groß!

Was Daniel (Masters Blog) zum Thema Zensur gegen Raubkopierer schreibt, ist nicht nur sehr interessant, sondern zeigt auch ganz deutlich, auf wessen Seite unsere Bundeskanzlerin steht:

Schon interessant, über 34.000 Personen haben mit geklagt gegen die Vorratsdatenspeicherung, das interessiert die Politik ehr weniger. Sie hat höchstens Angst, dass das Bundesverfassungsgericht ihnen wirklich recht gibt.
Nun, wenn aber 200 Künstler einen offenen Brief für das geistige Eigentum verfassen, steht die Kanzlerin Gewehr bei Fuß um sie zu unterstützten. Sie fordern gerechten Lohn für Ihre Arbeit. Bin mal gespannt, was geworden wären, wenn 200 Leiharbeiter oder 200 Angestellte der Sicherheitsbranche einen solchen Brief verfasst hätten, wäre Merkel dann auf einmal für den Mindestlohn gewesen?
Wenn nichts mehr hilft, kommt die Zensur, hiermit kennt sich Frau Merkel ja aus. Internetsperrungen sollen es jetzt bringen.

Wenn verwundert es da schon, dass die Musikindustrie die Zensur Unterstützt:

Sie verwiesen auch auf Initiativen in Frankreich und England: In beiden Ländern erhielten Inhaber von Internetanschlüssen zunächst Warnhinweise, wenn sie durch Urheberrechtsverletzungen auffielen. Bei Nichtbeachtung würden die entsprechenden Anschlüsse für eine befristete Zeit gekappt.

Offenbar glaubt die Musikindustrie wirklich daran, dass eine Internet-Zensur ihre Umsatzzahlen verbessern wird. Ich halte eher das Gegenteil für real. Genauso real, wie die Lüge über die vielen Raubkopierer.

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» Kategorien: Deutschland, Urheberrecht, Wirtschaft, Zensur / Filter, Überwachung
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