Die Frechheiten der Musikindustrie
Von SaarBreaker am Mittwoch, 30. April 2008 - 21:17
Der Münsteraner Rechtsprofessor und Urheberrechtsexperte Thomas Hoeren: “Ich habe langsam die Nase von den Frechheiten der Musikindustrie voll.” Hoeren geht es dabei um den offenen Bettelbrief, denn die Sklaven der Musikindustrie geschrieben und an Frau Merkel geschickt haben.
Heise berichtet darüber und schreibt u.a. folgendes:
Er meint, in dem Brief werde undifferenziert auf Nutzer und TK-Industrie eingeschlagen, falsche Zahlen würden kombiniert mit schrägen Vergleichen mit dem “Zensurland China” und “dubiosen Zitaten” von Mark Getty.
Das kennen wir ja schon zur genüge und es war wohl noch nie anders…
In dem offenen Brief, der unterzeichnet wurde von Musikern sowie von Protagonisten aus Film und Fernsehen wie Yvonne Catterfeld, Amelie Fried, Heinrich Breloer, Till Brönner, Helmut Dietl und Ralph Siegel, heißt es, 70 Prozent des Internetverkehrs in Deutschland entfielen auf die Tauschbörsennutzung.
Ich glaube mal gelesen zu haben, dass 50 Prozent des Internetverkehrs auf Sex-Angebote entfielen. Womit wir dann schon mal bei 120 Prozent wären. Weiß vielleicht jemand genauere Zahlen?
Hoeren greift die in dem Brief aufgeführten Argumente scharf an und schreibt weiter, die Musikindustrie schicke die “eigenen Haussklaven” als Unterzeichner vor und instrumentalisiere sie, anstatt sich zu fragen, ob sie die Kreativen angemessen bezahlt. Sehr kritisch sieht der Professor auch, dass die Musikindustrie in Deutschland Internetprovider zur Verantwortung ziehen will und dabei auf Frankreich und Großbritannien verweist. Dabei sei fraglich, ob die TK-Industrie überhaupt effektiv den Zugang zu Websites sperren könne.
Die Musikindustrie sitzt auf einem faulen Ast, der schon bald abbrechen wird. Es gibt kein vergleichbares Fauleres Unternehmen wie die Musikindustrie. Jahrzehnte lang hat man den Markt verschlafen, man machte sich überhaupt nichts daraus, als die ersten Filesharer im Netz auftauchten. Anstatt die neuen Marktchancen zu nutzen, zog man es vor, den Kunden mit immer neueren Kopierschutztechniken zu ärgern. Als dann die Umsatzzahlen weiter in den Keller gingen, kam man auf die Hirnverbrannte Idee, dem Kunden das kopieren einschließlich privater Kopie zu verbieten. Die Werbung, die jeden der Raubkopiererei bezichtigt, dürfte jedem noch bekannt sein. Dabei ist die private Kopie gesetzlich erlaubt.
Nachdem selbst mehrere Kopierschutzsysteme und der Hinweis “Raubkopierer” die Menschen nicht dazu zwingen konnten, mehr Geld in ihre Produkte zu investieren, versucht man es eben mit einem Bettelbrief bei der Bundeskanzlerin. Das man dazu die eigenen Sklaven einsetzt, liegt auf der Hand, andere würden diesen Unsinn niemals schreiben.
Selbst wenn es die Musikindustrie schaffen sollte, dass laut Frau Merkel “keine Computer mehr heruntergeladen werden dürfen” - sorry - Filesharer ausgesperrt werden, wird es der MI absolut nichts bringen. Dann wird eben auf dem Schulhof oder sonst wo getauscht und kopiert. In jedem Fall wird der Umsatz auch dadurch nicht nach oben gehen, dafür sind die Produkte der MI einfach zu überteuert.
Warum es den Künstlern, die nur vom CD-Verkauf leben müssen, so schlecht geht, liegt einfach an der miserablen Bezahlung der MI. Die Künstler, die für ihre Fans auf Tournee gehen und diverse Fanartikel anbieten, leben hingegen ganz gut. Außerdem sinkt für diese Künstler die Abhängigkeit zur unfähigen MI.
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» Geschrieben von SaarBreaker (1153) am Mittwoch, 30. April 2008 - 21:17
» Gelesen: 1849 · heute: 4 · zuletzt: 8. September 2008
» Kategorien: Deutschland, Lügen, Musik, Volksverdummung, Zensur / Filter
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