Arbeitsplatzüberwachung weil Aldi das so will?

Es gibt in diesem Land nicht nur verrückte Politiker. Auch die Wirtschaft insbesondere Medion spielt verrückt und lässt in einem Callcenter jeden Arbeitsplatz überwachen. Wer sich nicht überwachen lässt, fliegt raus!

In einem Callcenter in Essen, das zum Elektronikkonzern Medion gehört, soll etlichen Mitarbeitern gekündigt worden sein, weil sie sich gegen eine geplante Überwachung am Arbeitsplatz gewehrt haben. Dies berichtet Spiegel Online am heutigen Montag. Die Maßnahmen – mitgehörte Gespräche, Überwachung des E-Mail-, Brief- und Faxverkehrs – sollten den Angaben zufolge auf Druck des Großkunden Aldi eingeführt werden. Die rund 150 Mitarbeiter von AMS (Allgemeine Multimedia Service GmbH) hätten eine Zusatzvereinbarung unterschreiben müssen, in der die “neuen Qualitätsmaßnahmen” als Mittel “zum Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und wesentlicher Kundenbeziehungen” bezeichnet werden.

Knapp 20 Mitarbeitern, die diese Vereinbarung nicht unterschrieben hätten, sei zum 31. Mai gekündigt worden, heißt es bei Spiegel Online. Gleichzeitig biete das Unternehmen den Betroffenen aber an, das Arbeitsverhältnis fortzusetzen, wenn sie einen neuen Arbeitsvertrag unterschreiben, in dem die Überwachungsmaßnahmen schon verankert sind. “Andere Callcenter machen das seit Jahren, wir ziehen jetzt hinterher, um uns mit anderen messen zu können”, erklärte Medion-Personalchefin Kira Max. Wer einen guten Job mache, habe nichts zu befürchten. Während Max beteuert, die Initiative sei nicht von Handelspartnern ausgegangen, sagen Mitarbeiter, die Geschäftsführung habe erklärt, “wir müssen das machen, weil Aldi das will”.

Quelle: Heise

Weil ALDI das so will? Ich kann es nicht fassen! Da werden die Grundrechte der Mitarbeiter mit Füßen getreten und alle schauen tatenlos zu! Wo soll das noch hinführen?

Die Liste der Arbeitgeber, die sich nicht an bestehende Gesetze halten, wird immer länger. Bei den folgenden Unternehmen werden wir nichts mehr kaufen, weil wir das Ausspionieren der Arbeitnehmer nicht unterstützen:

  • ALDI
  • LIDL
  • EDEKA
  • MDEION
[tags] Durchgeknallt, Grundrechteabbau, Überwachung, Wirtschaft[/tags]
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2 Antworten auf Arbeitsplatzüberwachung weil Aldi das so will?

  1. Friedhelm sagt:

    Also nur zur vertiefenden Information.
    Es handelt sich um ALDI-Nord.
    Nachdem die Lidl-Geschäftsführung merkbare Umsatzeinbussen festgestellt hat, könnte man doch aus Solidarität mal nen grossen Bogen um den LAden machen. Denn das ist das einzig wahre Mittel, was denen wirklich weh tut. Vielleicht könnte man ja auch darüber nachdenken, die Kunden, dies noch nicht wissen entsprechend aufzuklären. Hier in Hessen haben eine Menge Kunden durchaus auf unsere Ansprache nachdenklich und positiv reagiert. Arbeitsrechtlich ist Verdi gefragt, ansonsten seh ich auch noch den strafrechtlichen Aspekt der Nötigung, wenn nicht sogar der Erpressung.

  2. SaarBreaker sagt:

    Sehe ich zwar auch so, aber: Wenn dann die ersten Mitarbeiter auf der Straße stehen, ist auch keinem damit geholfen.
    Hier sind die Gewerkschaften gefordert und Verdi bemüht sich bereits um ein bessere Arbeitsbedingungen.

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