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Zeitarbeit – Brücke in den Arbeitsmarkt?

Von SaarBreaker am Sonntag, 9. März 2008 - 0:06

Damit wird zumindest für Zeitarbeit geworben und es ist die größte je da gewesene Ausbeutung der Arbeitnehmer in Deutschland. Nicht selten kann ein Arbeiternehmer, der bei einer sogenannten Personalleasing Firma beschäftigt ist, seinen Lebensunterhalt aus seinem Vollzeitjob bestreiten. Die Folge ist, er liegt dem Steuerzahler trotz Arbeitsverhältnis auf der Tasche. Neben einer miesen Bezahlung kommen meist weite Wegstrecken zum Einsatzort, der sich jederzeit ändern kann, hinzu, Urlaub wird auf Ausfalltage gelegt und Krank sein, kann sich ein Zeit- bzw. Leiharbeiter überhaupt nicht leisten.

Dennoch boomt Zeitarbeit in Deutschland. Warum? Weil die Wirtschaft mit günstigen Arbeitnehmern mehr leisten und ihre Gewinne damit beträchtlich steigern kann. Es gibt aber auch noch weitere Vorteile, beispielsweise muss die Wirtschaft auf den Mitarbeiter nicht verzichten, wenn dieser Krank wird. Dann wird einfach ein neuer Mitarbeiter angefordert. Außerdem spart die Wirtschaft zusätzlich erhebliche Personalkosten, denn die Leiharbeiter arbeiten für den halben Lohn und Zusatzleistungen, wie Urlaubsgeld, fallen weg.

Früher mussten Arbeitnehmer bei einen Engpass Überstunden machen und konnten sich so etwas mehr Geld verdienen, heute werden dafür günstige Leiharbeiter eingesetzt.

Immer wieder wird Zeitarbeit als Jobmotor angepriesen. Die Arbeitsagentur allen voran führt an, dass gerade durch Zeitarbeit viele neue Beschäftigungsverhältnisse geschaffen worden seien. Diese Beschäftigungsverhältnisse, die die AG immer wieder ins Feld führt, kamen bei Personalleasing Firmen zustande und nicht wie man vermuten möchte, bei der Wirtschaft.

Das folgende spricht für diese Branche:

Gleiche Arbeit, aber halber Lohn, keinen Anspruch auf Urlaub, maximal 7,38 Euro Stundenlohn. Und: Wer krank ist und sich nicht spätestens bis 9 Uhr bei seinem Arbeitgeber meldet, erhält 15 Prozent vom Monatslohn abgezogen. So steht es in einem fiktiven Arbeitsvertrag, den Vertreter des Deutschen Gewerkschaftsbundes mit zur Zeitarbeitsbörse in die Wuppertaler Stadthalle gebracht hatten.
Quelle: PR online - Zeitarbeit boomt

Die Wirtschaft beklagt des Öfteren die sinkende Kaufkraft in Deutschland, vergisst dabei aber, dass sie maßgeblich daran beteiligt ist. Wenn man sich einmal den rasanten Zuwachs beim Personalleasing anschaut, wird einem klar, dass hier die Notbremse gezogen werden muss. Wobei ich nicht für die Abschaffung dieser Branche bin sondern für einen Mindestlohn oder wie vom DGB gefordert, Zeitarbeitnehmer sollen genau so viel verdienen, wie die Arbeitnehmer in der Firma in der sie gerade beschäftigt werden.

Es ist einfach nicht hinnehmbar, dass ein Arbeitnehmer nicht von seinem Vollzeitjob leben kann.

Quelle

IAB-Studie zur Zeitarbeit: Boomende Branche mit hoher Fluktuation

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» Kategorien: Arbeitsmarkt, Wirtschaft
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Kommentare

5 Kommentare zu “Zeitarbeit – Brücke in den Arbeitsmarkt?”

  1. 1
    Gravatar von eule70
    Von eule70
    am Sonntag, 9. März 2008 00:24

    Zeitarbeit ist ja für die Arbeitgeber nicht unbedingt billiger, denn der Arbeitnehmer verdient zwar die Hälfte, aber die andere Hälfte steckt die Leiharbeitsfirma ein. Aber es ist so schön, weil man ihn heuern und feuern kann.
    Schon erstaunlich, wie sehr die Arbeitgeber heute meinen auf zuvelässige, weil lang eingearbeitete Mitarbeiter verzichten zu können. Als Konsumentin meine ich, man merkt es an den Produkten, die oft schludrig gearbeitet sind. Und bei Dienstleistungen und Beratungstätigkeiten merkt man auch, dass wenig Ahnung und keine Kontinuität da ist.

  2. 2
    Gravatar von Engelbert
    Von Engelbert
    am Sonntag, 9. März 2008 15:08

    @eule70, damit liegst du gold richtig!

    Auch in unserer Firma, mittelständischer Betrieb mit über 300 Beschäftigten, werden Leiharbeiter beschäftigt. Leider auch oft auf Kosten der Händler, die uns schlecht verpackte oder fehlerhafte Ware auf unsere Kosten retourniert.
    Unsere Leiharbeiter dürfen nicht mehr als ein normaler Produktionshelfer kosten, d.h. der Leiharbeiter selbst verdient zwischen 6,50 und 7,50 brutto! Unsere Produktionshelfer verdienen allerdings erheblich mehr.

    Der Einsatz von Leiharbeitern ist für mich nur dann in Ordnung, wenn sie von ihrem Lohn leben können, was bisher offensichtlich nicht der Fall ist.

    In unserer Firma ist der Einsatz von Leiharbeitern zum Glück begrenzt und ein paar wurden auch übernommen. In anderen Firmen, die mir bekannt sind, sieht es da leider ganz anders aus.

  3. 3
    Gravatar von Frank
    Von Frank
    am Sonntag, 20. April 2008 20:09

    Es gibt eine EU-Richtlinie, die die Zeitarbeit der normalen Arbeit gleichstellt. Seit Olaf Scholz als Arbeiztsminister fungiert, blockiert er diese Richtlinie!
    Das Zeitarbeitsgesetz wurde unter Schröder verabschiedet mit einem Passus, der es erlaubt, daß Zeitarbeitsverträge dann von den anderen abweichen dürfen, wenn extra Tarifvereinbarungen abgeschlossen werden. Das geschah mit Hilfe vom DGB.
    Wenn also heute SPD und DGB das Maul aufreißen zum Thema Zeitarbeit, sei darauf hingewiesen, daß das nix weiter als Doppelzüngigkeit ist. Näheres kann man auch auf meinem blog nachlesen dazu (mit Links zu anderen webseiten, die sich dem Thema widmen)

  4. 4
    Gravatar von Engelbert
    Von Engelbert
    am Montag, 21. April 2008 22:55

    Ich finde es einfach asozial wie sich die Wirtschaft verhält. Da werden immer mehr Leiharbeiter eingesetzt die das Stammpersonal allmählich ersetzen. Es ist ein langsamer Prozess, so dass es kaum auffällt. Tatsache ist aber, dass bei den meisten Firmen, die Mitarbeiter die das Unternehmen verlassen, vorerst durch Leiharbeiter ersetzt werden. Und wenns dann gut geht, der Leiharbeiter die Arbeiten fachgerecht ausführen kann, bleibt es dabei.

    Auf der anderen Seite aber, gräbt sich die Wirtschaft dadurch ihr eigenes Grab. Die Kaufkraft im Land geht seit Jahren zurück. Woran das wohl liegen mag?

  5. 5
    Gravatar von luc
    Von luc
    am Samstag, 14. Juni 2008 22:55

    Die Wirtschaft versteht gar nicht, was sie da anrichtet, da sie nur kurzfristig an Gewinnen interessiert sind.
    Ist es nicht so, dass man fast sagen kann, dass selbst Manager heutzutage als Leiharbeiter fungieren? Nur… Mit einer wesentlich besseren Entlohnung. Und schönen Abfindungen, auch wenn diese für das Unternehmen langfristig das Aus bedeuten.
    Ihr habt recht, der Service und die Qualität der Betriebe nimmt von Tag zu Tag ab.
    Bisher konnte es noch unbemerkt bleiben. Aber es wird immer auffälliger und dringt immer mehr in den Vordergrund.
    Da aber leider die meisten Unternehmen am selben Strang ziehen und dieselbe schlechte Qualität bieten, ist es sehr schwierig, sich überhaupt für gute Qualität, vor allem zu einem guten Preis, den sich ja niemand mehr leisten kann, zu entscheiden.
    Wir sollten wieder den Einzelhandel und die kleinen Handwerker mehr unterstützen. Dafür auf Schnickschnack verzichten, den wir sowieso nicht brauchen. Dann würden die Großfirmen, von denen das meiste Unrecht ausgeht, schnell einlenken.
    Was aber wohl, von unserem mittlerweile geschulten und Instrumentalisierten Unterbewusstsein fast nicht mehr Machbar scheint. Dieses hängt nur noch an der Illusion von Werbung fest, die uns das Blaue vom Himmel und das Glück auf Erden verspricht. Doch Sie zeigen uns nur eine Fassade. Wer es schafft, dahinter zu blicken, wird einen großen Abgrund sehen, auf den wir, mit dem Bremsfuß ganz entspannt an der Seite lehnend, mit hoher Geschwindigkeit zurasen.
    Nach dem Motto ” Wir machen den Weg frei”. Geben Sie ruhig Gas und und uns Ihr Geld. Wenn Sie es uns irgendwann nicht mehr geben können, brauchen wir ja schließlich noch etwas erspartes.
    Nicht falsch Verstehen. Gegen die Volksbank hab ich nichts. Aber der Spruch passt grad so gut.

    Ich selbst arbeite für eine Leihfirma und ebenfalls für einen großen Telekommunikationsriesen oder besser gesagt für dessen Tochtergesellschaft. Den Namen verrate ich natürlich nicht.
    Die Qualität dort ist miserabel. Kunden warten oft Wochenlang durch kleine Fehler oder werden schlecht beraten oder wissen gar nicht, an wen sie sich noch wenden sollen, da die Inkompetenz sich bereits fast in allen Bereichen ausgebreitet hat. Niemand ist für nichts zuständig. Und das ist sogar von der Chefetage gewollt. Alles wird schön weitergeleitet. Zum nächsten, der es weiterleitet, weil er einfach nicht zuständig ist und Druck von oben bekommt, dass er gefälligst Stückzahlen bringen soll und sich nicht damit aufhalten soll, dem Kunden zu helfen.
    Der Kunde ist für diese Unternehmen nicht mal mehr das Geld wert, dass sie bezahlen. Am liebsten würden sie das Geld von ihnen schröpfen und nur noch von Versprechungen leben. Schließlich können sie das ja mittlerweile auch am besten.
    “Ach so? Sie wollen mehr als nur Versprechungen? Das Kostet dann aber doch ein wenig Extra. Rufen sie doch mal bei Unserem günstigen Servicetelefon an. Dann schauen Wir mal, was Wir ihnen heute versprechen können”

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