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FBI saugt E-Mails einer ganzen Domain ab

Von SaarBreaker am Montag, 18. Februar 2008 - 19:18

Das FBI hat sich mal wieder “versehentlich” E-Mails vieler unschuldiger Bürger besorgt. Gerichtlich war jedoch nur das absaugen der E-Mails eines einzelnen Verdächtigen erlaubt.

Aufmerksam wurden Techniker der US-Polizeibehörde auf das Versehen laut dem jetzt veröffentlichten (PDF-Datei) vor zwei Jahren durch einen deutlichen Anstieg der gesamten kontrollierten E-Mail-Kommunikation. Dadurch sei deutlich geworden, dass der Zugangsanbieter offenbar den Filter zum Ausleiten der elektronischen Nachrichten deutlich zu weit gefasst hatte. Das FBI habe daraufhin den Provider angewiesen, den Fehler zu beheben.

Laut einem Bericht der New York Times über den Vorfall löschte die Polizeibehörde die widerrechtlich erhaltenen Daten, die aufgrund der starken Zunahme des abgehörten E-Mail-Verkehrs anscheinend von mehreren hundert oder tausend Personen stammten. Ein Geheimdienstmitarbeiter erklärte dem Blatt, dass solche illegalen Eingriffe in die Privatsphäre Unbeteiligter ab und zu vorkämen. Zwar “nicht wöchentlich”, aber es habe sich andererseits auch nicht um ein ungewöhnliches Ereignis gehandelt.

Demnach war der Zugangsprovider zu blöd um einen Filter einzustellen? Wohl kaum! Der Provider wird den Filter nach Anweisung der Behörde eingestellt haben und “versehentlich” hat man sich die Daten besorgt. Interessant ist auch, dass man die Daten erst nach dem Bericht in der New York Times gelöscht hat. Also kann man davon ausgehen, dass es kein versehen war.

Aber immerhin räumt ein Geheimdienstmitarbeiter ein, dass solche illegalen Eingriffe in die Privatsphäre unschuldiger Bürger vorkommen können.

Damit man Provider, die die Anweisungen der Sicherheitsbehörden ausführen, nicht gerichtlich belangen kann, setzen sich der US-Präsident und der US-Senat dafür ein, die “Lauschgehilfen” der Sicherheitsbehörden pauschal straffrei zu stellen. Damit bekämen die Provider eine ganz neue Berufsperspektive - Datenhandel.

Quelle

http://www.heise.de/newsticker/meldung/103697

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