Jugendkriminalität - Ein Erfolg unserer Regierung
Die Diskussion über die Jugendkriminalität gewinnt immer mehr an Schärfe. Die Vorschläge zur Bekämpfung der Jugendkriminalität, die Symptome einer von der Regierung krank gemachten Gesellschaft, reichen von "verschärfter Untersuchungshaft" über "spezielle Staatsanwälte" bin hin zu "Wutcamps".
Keine Frage, die Jugendkriminalität nimmt in Deutschland zu und dagegen muss auch etwas unternommen werden. Allerdings heilt eine Krankheit nicht, wenn man nur deren Symptome behandelt und genau das macht unsere Regierung, sie bekämpft wieder einmal nicht die Ursache. Stattdessen geht man davon aus, dass durch neue Gesetze das Übel beseitigt werden kann und missbraucht das Thema auch noch zum Wahlkampf:
Der Deutsche Richterbund kritisierte die Debatte über ein härteres Jugendstrafrecht als überflüssig. In der "Neuen Osnabrücker Zeitung" erklärte der Vorsitzende Christoph Frank: "Die Diskussion gaukelt den Menschen Zusammenhänge vor, die es nicht gibt. Die Formel ‘Härtere Strafen gleich höhere Abschreckung gleich weniger Straftaten’ ist schlicht falsch." Die Politik erliege hier erneut der Versuchung, Fragen des Strafrechts für schnelle und plakative Botschaften zu missbrauchen, kritisierte der Oberstaatsanwalt. "Das Thema ist aber viel zu ernst, um vor Wahlen immer wieder instrumentalisiert zu werden."
Quelle: SPON
Warum die Jugendkriminalität in Deutschland zunimmt, ist kein Geheimnis und schon lange bekannt, dürfte also auch unseren Politikern nicht verborgen geblieben sein. Es ist schlicht die hohe Arbeitslosigkeit, die Unzufriedenheit der jungen Menschen, weil sie weder Arbeit noch Geld haben. Es ist die Ablehnung der Gesellschaft, deren Meinungsbild von der Medienpropaganda „Arbeitslose sind Faul“ genährt wird und die Arbeitslose wie Aussätzige behandelt.
Härtere Strafen und neue Gesetze mögen zwar beim Volk Sympathiepunkte bringen aber die Jugendkriminalität wird dadurch nicht beeinflusst, sie wird weiterhin zunehmen.
Der Spiegelfechter geht in seinem Beitrag "Schweinchen Babe kann´s nicht lassen" mit klaren Worten auf diese Thematik ein:
Es ist natürlich leichter, dem Michel zu erklären, wie die Symptome spektakulär bekämpft werden könnten, als ihm die komplexen sozialen Ursachen dafür zu erklären, zumal Politiker wie Koch für die Ursachen dieser Symptome, die sie nun zu bekämpfen suchen, ein hohes Maß an Verantwortung tragen. Die Intention solcher Demagogen kann es nur sein - die Gesellschaft zu zerreißen, Vorurteile zu schüren, Hass zu sähen und im Endeffekt genau das zu fördern, was damit angeblich bekämpft werden soll.
Links zum Thema
Hamburg will U-Haft verschärfen, Bayern Sonderstaatsanwälte einsetzen (SPON)
Abschieben hilft nicht (Die Zeit)
Verlogene Debatte (TLZ.de)
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» Geschrieben von SaarBreaker (1258) am Donnerstag, 3. Januar 2008 - 20:56
» Gelesen: 1181 · heute: 3 · zuletzt: 20. November 2008
» Kategorien: Deutschland, Gesellschaft, Politik
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am Donnerstag, 3. Januar 2008 22:14
Im Wahlkampf geht es leider nicht um Sinn oder Unsinn oder gar um Ursachensuche, sondern nur um Wählerstimmen und da sind plakative Formulierungen - so schlimm das auch ist - scheinbar erfolgreicher
am Freitag, 4. Januar 2008 19:06
@wabe hat leider recht und das Schlimme daran ist, dass die Gesellschaft genau das hören will!!!
am Freitag, 4. Januar 2008 20:07
Mag sein, dass es so ist. Trotzdem ist es in meinen Augen eine üble Heuchlerei, was Koch hier abzieht und aus meiner Sicht auch nicht die Lösung des Problems.