Terroristen der Jihad-Union
Was waren wir doch froh, als Anfang September die drei Terroristen, die der Jihad-Union aus Usbekistan angehören sollen, festgenommen wurden. Den Sicherheitskräften gelang es mit Hilfe der Online-Durchsuchung aus den USA buchstäblich in letzter Minute, das Schlimmste zu verhindern. Das behaupten zumindest die Sicherheitsbehörden, die wieder einmal maßlos übertrieben haben. Möglicherweise war sogar die ganze Aktion vom BKA inszeniert worden um so die Gegner der heimlichen Online-Durchsuchung zu überzeugen. Zu dem Ergebnis kommt man jedenfalls wenn man den sehr ausführlichen Artikel von Alexandra Bader liest:
Anfang September 2007 wurden drei Männer in Deutschland festgenommen, die der aus Usbekistan stammenden Jihad-Union angehören sollen. Man legte ihnen zur Last, mehrere Anschläge auch auf US-Stützpunkte geplant zu haben, und griff angeblich gerade noch rechtzeitig zu, ehe der Sprengstoff gebastelt werden konnte. Hier begann es sich aber gleich zu verhaken, denn es handelte sich um H2O2, handelsübliches Wasserstoffperoxid, das zumindest in Österreich in grösseren Mengen nur nach Eintrag in ein Buch bei einem Grosshändler verkauft wird. 720 Liter (wären 72 10l-Kanister oder 12 Fässer, wobei man auf Bildern nur Kanister sieht) sollten mit zwei weiteren Substanzen zu TATP gemischt oder mit Zündern versehen werden.
Beides ergibt nicht viel Sinn, da Hantieren mit H2O2 und Säuren auch für Kenner eine Herausforderung ist und sich die “Amateure” wahrscheinlich selbst in die Luft gesprengt hätten, und H2O2 und Zünder eine seltsame Kombination darstellt. Dann war auch noch davon die Rede, dass man das 35%ige H2O2 gegen 3%iges ausgetauscht habe, wodurch es für den behaupteten Zweck erst recht untauglich war, also auch niemand kurz vor einem Anschlag verhaftet werden musste. Die Kenntnisse der drei müssen auch so überragend gewesen sein, dass ihnen dies nicht auffiel - und dies sollten wir ohne Ironie sagen, gingen sie doch laut Minister Schäuble ganz besonders professionell mit der dauernden Überwachung um.
Sie ignorierten nicht nur diese, sondern gaben auch Interviews als “Verdächtige” und standen mit ihrem angeblichen Plot bereits im Mai im “Focus”. Auch Festnahme und Wohnungsdurchsuchung waren für sie keine neuen Begriffe. Den Jüngste von ihnen, Daniel S., wollte der Verfassungsschutz anwerben, angeblich ohne Erfolg. S. schlug den anderen dann die US-Basis Ramstein als Anschlagsziel vor, als eine Art Aufnahmeprüfung für Al Qaida. Fritz S., der im Juli im “stern” erzählen dürfte, wie man sich als Gefährder unter Beobachtung fühlte, kam im Multi-Kultur-Haus Ulm dem Islam nahe. Dieses Haus galt als eine Art nachrichtendienstliches Rekrutierungsbüro und hatte einen Imam als Mitarbeiter, der auch für den Verfassungsschutz arbeitete. Als Showdown vor der Verhaftung sind sich dann Ermittler so zahlreich in einem hessischen Dorf auf die Zehen getreten, dass die Bevölkerung längst merkte, was den Terroristen entging, die offenbar auch Basics nicht kennen wie die Autokennzeichen und Automarken des BND.
Der Artikel, der zehn DIN A4 Seiten umfasst, ist sehr zu empfehlen und enthält nicht nur Hintergrundinformationen sondern auch wie Terrorvereinigungen von den Geheimdiensten für “edle” Ziele benutzt werden.
Quelle
Terrorverdächtige: Neues aus Österreich & Deutschland
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» Geschrieben von SaarBreaker (1258) am Sonntag, 7. Oktober 2007 - 19:32
» Gelesen: 443 · heute: 2 · zuletzt: 20. November 2008
» Kategorien: Deutschland, Politik, Terrorismus, Überwachung
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