Schäubles Angst vor dem virtuellen Raum
Einen sehr interessanten Artikel hat das Handelsblatt veröffentlicht, in dem es um die Gedankenwelt und Weltbild unseres Bundesinnenministers Wolfgang Schäuble geht.
Zitat:
“Das Internet”, so Schäuble, “ist heute so etwas wie die universelle Plattform des heiligen Krieges gegen die westliche Welt. Es ist Kommunikationsmedium, Werbeträger, Fernuniversität, Trainingscamp und Think Tank der Islamisten zugleich.” Im Cyberspace sei eine “virtuelle und exterritoriale, zugleich aber reale und höchst gewalttätige Gegenbewegung zur westlichen Demokratie” entstanden.
Irgendwann sei ein Punkt erreicht, wo die “von realen Menschen programmierte virtuelle Welt Macht über Menschen in unserer Mitte” gewinnt, sagt Schäuble. An diesem Punkt “wird die absolute Offenheit des virtuellen Raums zur Gefahr für die offene Gesellschaft und ihre Verfassung als freiheitlicher Demokratie.”
Zum Glück ist Herr Schäuble der einzige, der vom Internet und der enthaltenen programmierten virtuellen Welt bedroht wird. Alle übrigen fühlen sich im noch offenen virtuellen Raum des freien Meinungsaustausches gegen solche Herren, die in allem eine Bedrohung für die offene Gesellschaft, ihre Verfassung und die freiheitliche Demokratie, sehen, wohl. Herr Schäuble, der sich offenbar vor dem Internet fürchtet und keinerlei Ahnung davon hat, will offenbar dafür werben, dass das Internet als Plattform des freien Meinungsaustausches stärker kontrolliert oder wenn möglich, durch Gesetze noch weiter eingeschränkt wird.
Quelle
Angst vor dem virtuellen Raum (Handelsblatt)
Links zum Thema
BKA-Gesetz und Schäubles Weltbild (netzpolitik)
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» Von SaarBreaker (1342) am Montag, 17. September 2007 - 18:26
» Gelesen: 819 · heute: 2 · zuletzt: 6. January 2009
» Kategorien: Internet, Politik
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am Montag, 17. September 2007 19:57
Ist Schäuble wirklich das Kernproblem? Oder ist der Schäublismus nicht mehr eine Begleiterscheinung eines diskussionsunwilligen Volks? Ich persönlich sehe Meinungsdeliktsgesetze wie z.B. §130 STGB als Kern der Demokratiegefährdung in Deutschland an. Wenn die Mehrheit des Volkes einschließlich der Überwachungskritiker sich nicht daran stört, daß jährlich mehrere tausend Menschen wegen Äußerung ihrer Meinung strafverfolgt werden und teilweise zu erheblichen Haftstrafen nur wegen Meinungsäußerungen, nicht wegen Gewalttaten verurteilt werden, dann ist die Demokratie gefährdet.Alle, die nur Stasi 2.0 kritisieren, dürfen sich dann nicht wundern, wenn nun auch die Linke in den Focus der Strafverfolger gerät, siehe die Verhaftung von Andrej H. wegen Verwendung bestimmter Wörter und dem Zugang zu Bibliotheken.
am Mittwoch, 19. September 2007 20:55
[...] In den düsteren Gedankengängen Schäubles: “Angst vor dem virtuellen Raum”… [...]
am Samstag, 5. Juli 2008 20:08
[...] wohl zum erstenmal etwas von einer virtuellen Welt hörte, lies es sich nicht nehmen, um auf “die universelle Plattform des heiligen Krieges gegen die westliche Welt” hinzuweisen. Wir dürfen davon ausgehen, dass Schäuble nicht selbst auf eine solch [...]