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Naiv: Bundestrojaner per Mail

Von SaarBreaker am Mittwoch, 29. August 2007 - 21:18

Bei der umstrittenen Online-Durchsuchung will sich Wolfgang Schäuble notfalls mit falschen Behörden-Mails Zugriff auf fremde Computer verschaffen. Führende Politiker kritisieren die Pläne des Innenministers, die Sozialdemokraten befürchten, als “Verhinderer” hingestellt zu werden.

Seit Monaten kämpft unser Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble gegen den Terror und will mögliche Anschläge durch Online-Durchsuchungen verhindern. Bisher war jedoch unklar, ob die staatliche Online-Durchsuchung technisch machbar und wie sie umgesetzt werden kann.

Nun ist man offensichtlich fertig und möchte den “Bundestrojaner” per E-Mail versenden, berichtet die Tagesschau. Dazu möchte man sich der Behörden-Adressen bedienen, weil da die Erfolgsaussichten größer sind.

Bundestrojaner tagesschau.de
[ Die Naivität der so genannten Experten! Quelle: tagesschau.de ]

So will man den Bundestrojaner auf den Computer eines Verdächtigen einschleusen.

Die Dummheit kennt keine Grenzen

Es ist äußerst klug, jetzt schon anzukündigen, wie man den “Bundestrojaner” auf den Zielcomputer einschleusen möchte. Wer möchte jetzt noch eine E-Mail von einer Behörde lesen? Ich werde alle Behörden-Mails ungelesen löschen. Es gibt ja noch den Postweg. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass Verdächtige so blöd sind und eine Behörden E-Mail öffnen werden.

E-Mails werden heute nicht mehr direkt geladen sondern auf dem Server vorselektiert, Spam und unbekannte Mails gelöscht, Viren werden zuverlässig erkannt und entfernt.

Selbst das Einschleusen über Webseiten kann keinen Erfolg haben, wenn man Script, ActiveX und all den andren Firlefanz abschaltet.

Die so genannten Experten

Die so genannten Experten des Innenministeriums und des BKA befassen sich mit sehr viel Hingabe mit einer Schnüffeltechnologie und sind nicht in der Lage, die Computer in den Ministerien vor Trojanerangriffen aus dem Ausland zu schützen. Wie auch? Sie haben vorsorglich alle Tools zur Bekämpfung und Verfolgung der Eindringlinge verboten. Schleierhaft erscheint mir deshalb, wie sie ausgerechnet auf China als virtuelles Angriffsland kommen konnten.

Widerstand gegen die Schnüffelwut

“Die SPD wird keinesfalls ihre Hand zu einer Verfassungsänderung reichen, nur um Online-Durchsuchungen zu ermöglichen”, sagte der schleswig-holsteinische Innenminister Ralf Stegner (SPD). Er äußerte erneut Zweifel, ob dies verfassungskonform machbar sei. Stegner hielt Schäuble in der “Leipziger Volkszeitung” (Donnerstagausgabe) vor, es sollten “die Sozialdemokraten als Verhinderer vorbeugend verantwortlich für den Fall gemacht werden, dass irgendwann, und das ist statistisch wahrscheinlich, ein Anschlag passiert”. Er hob hervor: “Online-Durchsuchung muss erforderlich, praktikabel und verfassungskonform sein.”
Quelle: focus.de

Der “Verhinderer” ist Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble. Er will tatsächlich mit Online-Durchsuchungen terroristische Anschläge verhindern. Die Frage ist doch, welche Konsequenzen er zu tragen hat, wenn durch Online-Durchsuchungen kein einziger Anschlag verhindert werden kann?

Aufwand und Erfolg

Der Aufwand für eine Online-Durchsuchung ist extrem hoch und widerspricht jeder Logik. Eine Erfolgsaussicht gibt es nicht, im Gegenteil, ich und sicherlich auch einige andere, würden sich über einen eingeschleusten “Bundestrojaner” sogar freuen.

Quellen
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Kommentare

4 Kommentare zu “Naiv: Bundestrojaner per Mail”

  1. 1
    Von Stefan
    am Mittwoch, 29. August 2007 22:21

    Meine Platte können sie gerne kopieren, dauert halt nur etwas :lol:

  2. 2
    Von Engelbert Lackner
    am Mittwoch, 29. August 2007 22:42

    Nicht nur bei dir :-D Erstaunlich finde ich, ist doch, dass sie ihre kriminellen Machenschaften auch noch öffentlich verkünden und dafür gerade einmal etwas Kritik bekommen… Da muss man sich doch wirklich fragen, wo wir eigentlich sind?

  3. 3
    Von eule70
    am Freitag, 31. August 2007 00:09

    Ich glaube, ich werde meine E-Mail-Adresse auf meinem Briefkopf wieder löschen. Auf jeden Fall werde ich sie bei Behördenbriefen löschen. Telefax genügt. Ich habe bis jetzt zwar nichts auf dem Rechner, was Schäubles Konsorten nicht wissen dürften, aber es geht sie auch nichts an, und man sollte es ihnen nicht zu leicht machen.

  4. 4
    Von Engelbert Lackner
    am Freitag, 31. August 2007 19:22

    Genau! Es geht sie einfach nichts an!

    Ich glaube nicht, dass wir von einem Bundestrojaner Angst haben müssen. Wer bekommt den schon Behördenmails? Ich mal nicht! Und wenn doch, würde ich sie ungelesen löschen!

    Interessant ist aber, dass sich das Bundesinnenministerium selbst als kriminell einstuft, oder wie will man den Hackerparagraph sonst erklären? Die Online-Durchsuchung haben sie sich doch selbst durch den Hackerparagraph verboten :-?

    Ich kann die Debatte um die Online-Durchsuchung daher nicht wirklich verstehen :roll:

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