Isolation und Folter
Nach der Begnadigung der von Libyen zum Tode Verurteilten fünf bulgarischen Krankenschwestern und eines Arztes, die wegen der Infizierung von Kindern mit dem HIV-Virus acht Jahre lang in einem Gefängnis in Tripolis saßen, werden nun furchtbare Details bekannt.
Über das Ausmaß der Folter und Demütigungen berichtet nun der freigelassene Arzt:
Ashraf Shumaa al-Hadjujj erzählte, dass er von Jänner bis September 1999 ständig gefoltert worden war. Er habe “alle seine Tage und alle seine Nächte auf Knien” verbracht, die Hände an den Rücken gefesselt. Während der Befragungen seien ihm immer stärkere Elektroschocks versetzt worden. Der Arzt sagte, dass glühende Zigaretten auf ihm ausgedämpft und Hunde auf ihn gehetzt worden waren: “Schauen Sie sich meine Narben an.”
Seine Folterer hätten ihm Substanzen injiziert und gemeint, sie würden ihn nun mit dem HI-Virus infizieren so wie er libysche Kinder angesteckt habe. Außerdem habe er sein Erbrochenes essen müssen. Die Krankenschwestern berichteten Ähnliches. Auch Sneschana Iwanowa Dimitrowa sei in den ersten drei Monaten Isolationshaft gefesselt und mit Elektroschocks gequält worden.
Quelle: Die Presse
Libyen kennt offenbar keine Menschenrechte und hat Sofia sogar vorgeworfen, dass mit der sofortigen Begnadigung der sechs Verurteilten internationales Recht verletzt worden sei. Sofia hat die Vorwürfe indes zurückgewiesen.
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